Förderschule

Neuer Lernort für Förderschüler in Gräfenhainichen

Zwei Jahre nachdem der Kreistag die Förderschule Lindenallee in Gräfenhainichen die oberste Sanierungspriorität bescheinigt hatte, beginnt der Bau.

Gräfenhainichen - Der Neubau der Förderschule an der Lindenallee in Gräfenhainichen ist am Donnerstag offiziell gestartet. Mit einer Investitionssumme von 7,8?Millionen Euro gehört das Projekt zur oberen Liga der Kreisinvestitionen. 3,9 Millionen Euro stammen dabei aus einem Förderprogramm des Bundes zur Verbesserung der Schulinfrastruktur finanzschwacher Kommunen. Der Kreistag hatte im Jahr 2019 den Neubau an die erste Stelle der Prioritätenliste gesetzt.

Gehweg und Leitungen

Um die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen, waren bereits kurzfristig Leitungen umverlegt und der angrenzende Fußweg von der Stadt saniert worden. Die ursprüngliche Lage der Versorgungsleitungen hätten der jetzigen Planung ansonsten einen Strich durch die Rechnung gemacht, da sie das landkreiseigene Grundstück ungünstig querten. Den Standort habe man halten wollen - auch, weil die von der Förderschule genutzten Sportstätten am Gutenbergplatz günstig lagen, hieß es vom Kreis.

„Mit dem Spatenstich sind wir auf der Zielgeraden angekommen. Nach langen Bemühungen, für die Schülerinnen und Schüler hier an der Lindenallee moderne Unterrichtsbedingungen zu ermöglichen, der Phase des Planens und der Finanzierung kann nun für jeden sichtbar das Bauen endlich losgehen. Dafür allen Mitwirkenden aus Schule, Kreistag, Verwaltung und nicht zuletzt den Planern ein großes Dankeschön“, hieß es von Landrat Jürgen Dannenberg (Linke) am Donnerstag.

Die Außenbereiche an der Lindenallee im Bereich des Gutenbergplatzes sollen voraussichtlich im Jahr 2023 fertiggestellt werden, der Ersatzneubau soll bereits im Dezember 2022 stehen. Noch im November diesen Jahres will der Landkreis mit dem 1,7 Millionen Euro teuren Rohbau fertig sein.

Die Bestandsgebäude sollen erst nach dem Umzug Anfang 2023 abgerissen werden. Die 97?Schüler sollen bis dahin im alten Schulgebäude bleiben können und müssen somit nicht in Container oder ähnliche Übergangslösungen ziehen. Laut Landkreis spare man so auch deutlich Kosten: Eine Interimslösung hätte den Berechnungen zufolge sonst noch einmal weitere 700.000 Euro gekostet.

Das alte Schulgebäude stammt aus dem Jahr 1974 und ist in DDR-typischer Plattenbauweise entstanden. Eine Instandsetzung des alten Gebäudes hätte sich laut einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung des Landkreises nicht mehr gelohnt.

Freundlich und großzügig

In den kommenden 21 Monaten soll nun ein zweigeschossiges barrierefreies Gebäude entstehen. Die Planer hätten unter anderem freundliche, großzügige Zugangsbereiche bedacht, um den Schülern das Ankommen in der Schule zu erleichtern, hieß es vom Kreis. Auch der Außenbereich solle künftig zu einem Lernort werden.

„Mögen uns diese letzten Schritte gemeinsam gelingen. Ich wünsche dem Baugeschehen einen erfolgreichen und störungsfreien Verlauf“, sagte Landrat Dannenberg anlässlich des Spatenstichs am Donnerstag. Neben ihm waren auch der CDU-Landtagsabgeordnete Siegfried Borgwardt und dessen Parteikollege und Gräfenhainichens Bürgermeister Enrico Schilling zur Baustelle gekommen. (mz/Julius Jasper Topp)