Pfeffermühle

Kabarett mit Prozenthürde in Gräfenhainichen

Die Leipziger Pfeffermühle war am Sonntag zu Besuch in Gräfenhainichen und stellte ihr neues Programm vor.

Von Von Dietmar Bebber
Das Kabarett Leipziger Pfeffermühle war am Sonntag Gast in Gräfenhainichen.
Das Kabarett Leipziger Pfeffermühle war am Sonntag Gast in Gräfenhainichen. (Foto: Dietmar Bebber)

Gräfenhainichen - Sie hat es wieder getan, die „Kulturbande“ aus Gräfenhainichen und sich in den Hof des GCC die Leipziger Pfeffermühle eingeladen. Nur war es diesmal etwas übersichtlicher im kleinen Rund vor der großen Bühne in der Grünen Gasse. Vermutlich habe das etwas mit einem Virus zu tun, dessen Name Michael Walther bei der Begrüßung eigentlich gar nicht in den Mund nehmen wollte und es dann aber doch tat. Vielmehr begründete er das Fernbleiben vieler sonst treuen Kabarettgäste schlichtweg mit der Trägheit der Masse, bei der es dann heißt „Die Pfeffermühle sei doch immer im August“.

Ein treuer Dauergast

Nun aber fand die jährliche Vorstellung diesmal am vergangenen Sonntag Anfang Juli statt. Das habe durchaus einleuchtende Hintergründe, denn monatelang hatten die Schauspieler keine Auftrittsmöglichkeiten und so müsse man halt Kompromisse eingehen. „Wir sind froh, diese Veranstaltung hier überhaupt machen zu können“ unterstrich Walther die Entscheidung für den Sommermonat. Seit zwölf Jahren gastiert die Pfeffermühle nun schon regelmäßig in „Hänichen“.

„Manche Parteien wären froh, zwölf Prozent zu erreichen“, witzelte Walther in seiner Anmoderation und schaffte damit den perfekten Übergang zum eigentlichen Programm „Fünf Prozent Würde“. Der Hintergrund: Es wird wieder einmal gewählt in Deutschland. Wahlweise ein Parlament, ein Senat, ein Bürgermeister, ein Elternbeirat oder auch nur ein stellvertretender Gartenvorstand.

Dabei darf man sich nicht verwählen, sonst hat man keinen Anschluss, dafür aber schnell einen Ausschluss. Und dann ist man der, mit dem man früher nicht spielen durfte. Wählt man aber Parteien, gibt es zwei gute Gründe misstrauisch zu sein: „Man kennt sie nicht! Man kennt sie!“ - so die Logik der vier Künstler der Leipziger Pfeffermühle. Dabei kommen die Pfeffermüller Elisabeth Sonntag, Rebekka Köbernick zusammen mit Steffen Reichelt und Marcus Ludwig auch zu der Ansicht oder Einsicht: „Früher war alles gut - heute ist alles besser! Aber es wäre besser, wenn wieder alles gut wäre“.

Diese Meinung vertraten auch „Mandy und Mirko aus dem Osten“. Anschaulich vorgeführt bekamen die Anwesenden gleich mal das oft selbst erlebte Wirkungsprinzip einer Bank oder wie man Außenminister werden kann. Mit bissigen Pointen und deftigem politischen Witz gab es einmal mehr geschliffene Dialoge kombiniert mit komödiantischen Spielszenen und Gesangsnummern. Also Showvergnügen als Mittel zum Zweck des Denkvergnügens.

Finale nach dem Ende

Die Premiere des wieder gelungenen Programms war übrigens erst vor drei Wochen und wurde vom Gräfenhainicher Publikum gut angenommen - und das in zwei Vorstellungen. Wer danach noch Lust auf weitere Unterhaltung hatte, der blieb gleich noch zum anschließenden Public Viewing des EM-Finales.

Apropos wählen, wer am Wahltag am 26. September diesen gemütlich ausklingen lassen will, um entweder zu feiern oder um über die Niederlage seiner erwählten Partei hinwegzukommen, kann dies beim Sonderkonzert mit dem Trio „Tröstesang“ am 26. 9. tun. In diesen Genuss kommen aber nur Inhaber einer Eintrittskarte der diesjährigen Kultur- und Erlebnisnacht.

Die beiden Vorstellungen kamen gut an.
Die beiden Vorstellungen kamen gut an.
(Foto: Dietmar Bebber)