Festival in Ferropolis

Festival in Ferropolis: Das Melt! startet furios

Gräfenhainichen - Über 20.000 Musikfans aus ganz Europa werden erwartet. Am Donnerstag begann das letzte große Festival in dieser Saison in Ferropolis.

Von Andreas Hübner 19.07.2019, 17:16

Auch das diesjährig letzte der drei großen Festivals in Ferropolis ist seit Donnerstag in vollem Gange. Der erste Abend der 22. Auflage des „Melt!“-Festivals hielt für die angereisten Musikfans bereits etliche Höhepunkte parat. So eröffnete die österreichische Band „Cari Cari“ kurz vor 19 Uhr die Mainstage und begeisterte die Massen in der großen Arena sofort mit ihrem energiegeladenen Indie-Rock.

Leadsängerin Stephanie Widmer und Gittarist Alexander Köck überzeugten dabei nicht nur mit ihren letztjährig großen Festivalhits „Mapache!“ und „Summer Sun“.

Große musikalische Vielfalt

Das „Melt!“- Festival überrascht in erster Linie durch die große Vielfalt, die es den über 20000 erwarteten Besuchern aus ganz Europa bietet. So erstreckt sich das Künstlerfeld von Pop- und Rockbands, über Independent, bis hin zu elektronischer Musik. Eigentlich geht nahezu alles.

Insgesamt werden auf drei Hauptbühnen im Zentrum des Festivalgeländes sowie verschiedenen kleineren Bühnen und Dancefloors in den Waldstücken am See, weit über 100 Auftritte zu sehen sein und so den „Ausnahmezustand“ auf der Halbinsel und den umliegenden Zeltstädten bis Montagmittag aufrechterhalten.

Eine tatsächliche Non-Stop Party bietet dabei der beliebte Sleepless-Floor. Während auf den eigentlichen Bühnen seit gestern 15 Uhr performt wird, startete die Party dort - sozusagen zum Aufwärmen - bereits am Donnerstagabend. Insgesamt 33 DJ’s und Djanes aus aller Welt „befeuern“ hier einen ununterbrochenen Tanzmarathon, der erst nach insgesamt 88 Stunden endet.

„Na wirklich ohne Pause nun nicht“, berichtete Michael Meißner aus Bremerhaven, der - um neue persönliche Tanzrekorde aufzustellen - gemeinsam mit seinen besten Kumpels extra schon Donnerstag angereist war. „Zwölf, dreizehn Stunden am Stück sind aber durchaus mal möglich“, so der 23-Jährige, der auf diesem Weg sicherlich einige der mit Spannung erwarteten Bands auf den großen Bühnen verpassen wird.

So wirbt die Goodlive-Festival AG aus Chemnitz in diesem Jahr mit Headlinern wie dem britischen Grime-Musiker und Rapper „Skepta“ sowie dem amerikanischen Folk-Projekt „Bon Iver“, die mit ihren zu meist melancholischen Songs und der unverwechselbaren Stimme von Sänger Justin Vernon das Festival beschließen werden, am Sonntagabend und beispielsweise der Indie-Rockband „Bilderbuch“ am heutigen Samstag.

Britische Nachwuchshoffnung

Donnerstag Nacht verzauberte unter anderem bereits „Jorja Smith“ die Festivalbesucher. Die Show am Donnerstag markiert bis jetzt den einzigen Deutschlandauftritt der jungen aufstrebenden Künstlerin aus Großbritannien.

Die 22-Jährige bricht den Soul der 1990er Jahre immer wieder mit Grime-Elementen und R’n’B-Vibes auf und definiert so ihren ganz eigenen Neo-Soul, der weltweit Fans gefunden hat. Titel wie „I am“ and „Blue Lights“ überzeugten gestern auch die „Melt“-Besucher.

Sperrungen

Wegen der Anreise der Festivalgäste am Freitag gab es Einschränkungen auf der B107. Zwischen Jüdenberg und der Zufahrt zur B100 gab es eine Vollsperrung. Dies wird bei der Abreise ab Sonntag 18 Uhr bis Montag 16 Uhr wiederholt. Für Interessierte, die älter sind als 50 Jahre, stellt der Veranstalter kostenlose Tickets für den Sonntag zur Verfügung. Die können an diesem Tag am Eingang abgeholt werden.

(mz)