Smartphone-App für Touristen

Smartphone-App für Touristen: Virtueller Luther führt durch Eisleben und Mansfeld

Eisleben/Mansfeld - Schauspieler Hilmar Eichhorn tritt an 13 Stationen in Mansfeld-Südharz in Aktion. Bald soll es App auch in Halle geben.

Von Jörg Müller 09.09.2016, 09:12

Ein Stadtrundgang mit Martin Luther - das ist jetzt in Eisleben und Mansfeld möglich. „Luther virtuell“ heißt das Projekt, das die Standortmarketing-Gesellschaft Mansfeld-Südharz (SMG) am Donnerstag in Luthers Geburtshaus in Eisleben präsentiert hat.

Im Auftrag der SMG hat die hallesche Firma Virtiv eine Tourismus-App entwickelt, die vor allem die junge Generation an das Thema Luther und Reformation heranführen solle, so SMG-Geschäftsführer Mark Lange.

Virtueller Luther tritt an 13 Standorten in Eisleben und Mansfeld in Aktion

An insgesamt 13 Standorten in Eisleben und Mansfeld tritt auf dem Smartphone oder Tablet-Computer der „virtuelle Luther“ in Aktion. Für diese Rolle hat die SMG den bekannten Theater- und Filmschauspieler Hilmar Eichhorn aus Halle gewonnen.

Von ihm als Martin Luther erfährt der Smartphone-Nutzer nicht nur Fakten über die jeweilige Sehenswürdigkeit, sondern hört auch Anekdoten und amüsante Details, die in den Museen nicht unbedingt eine Rolle spielen. Für die englische Fassung wurde ein Synchronsprecher engagiert.

„Das sieht alles einfach aus, ist aber technisch extrem aufwändig und kompliziert“, sagte Steffen Melzer, der die Firma Virtiv gemeinsam mit Daniel Mischner betreibt. Die App ist in den jeweiligen Stores kostenlos erhältlich; in der kommenden Woche soll es noch ein Update geben.

Entwickler meint: App hat auf Computermesse Cebit für Aufsehen gesorgt

Wie Melzer sagte, habe „Luther virtuell“ auch auf der weltgrößten Computermesse Cebit in Hannover in diesem Jahr für Aufsehen und viel Medienresonanz gesorgt. „Es ist eine sehr innovative App.“

Eine weitere Tourismus-App, die die Firma Virtiv für die SMG entwickelt hat, bietet 360-Grad-Panorama-Bilder aus der Region. Die Bilder können auf dem Smartphone oder Tablet oder auf einer VR-Brille (Virtual Reality) angesehen werden. Die Fotos sollen „Appetit machen“, den Landkreis zu besuchen, so SMG-Geschäftsführer Mark Lange. Auch der Reformations-Comic wird demnächst erscheinen. Im Mittelpunkt der von einer halleschen Agentur umgesetzten Bildgeschichte stehen Martin Luther und Thomas Müntzer. Anliegen dieser Projekte sei, so Lange, Geschichte und Tradition der Region an die nächste Generation weiterzugeben. (mz/jm)

Anstoß zu dem Projekt hatte für SMG-Geschäftsführer Lange ein Museumsbesuch in Luthers Geburtshaus mit seinem zwölfjährigen Sohn gegeben. „Er hat nach einer Weile gesagt, wenn nichts Spannendes mehr kommt, wartet er draußen.“ Da sei ihm klar geworden, so Lange, dass man jungen Leuten die Geschichte anders darbieten müsse.

Auf der Messe in Hannover habe er dann eine virtuelle Marilyn Monroe gesehen. Dies war der entscheidende Impuls, sich an die im Multimediazentrum Halle ansässige Firma zu wenden, die sich seit ihrer Gründung 2012 mit dem Thema virtuelle Realität beschäftigt. Mehr als ein Jahr sei intensiv an dem Projekt gearbeitet worden, so Lange. „Die Firma hat das hervorragend umgesetzt.“ Die Kosten in fünfstelliger Höhe trage die SMG.

"Luther virtuell" soll bald auch für Halle verfügbar sein

Demnächst wird „Luther virtuell“ auch für Halle verfügbar sein. „Derzeit laufen die Aufnahmen“, so Lange. Neben Martin Luther (Eichhorn) wird in Halle auch sein historischer Gegenspieler Kardinal Albrecht (Reinhard Straube) zu erleben sein. (mz)