"Online-City Eisleben"

"Online-City Eisleben": Noch wenige Umsätze über neue Internet-Plattform

Eisleben - „Das ist eine gute Sache“, sagt Heiko Peter. Der Inhaber des Fahrradfachgeschäfts „Der Drahtesel“ in Helfta hat seit rund drei Monaten einen Online-Shop - auf der Internet-Plattform „Online-City Eisleben“, wo sich mittlerweile mehr als 40 Geschäfte, Gaststätten und Dienstleister aus der Lutherstadt präsentieren. Peter bietet Räder und Ersatzteile an. „Demnächst will ich auch Serviceleistungen einstellen.“ Dass sich die Online-Verkäufe bislang sehr in Grenzen halten, überrascht ihn nicht. „Ich bin immer davon ausgegangen, dass es bis zu einem Jahr dauern kann, bis es läuft“, so Peter. „So etwas braucht einfach seine Zeit.“ Die Plattform müsse auch noch mehr beworben werden. Auch die Händler selbst müssten erst einmal ein Gefühl dafür bekommen, was funktioniert und was nicht. Ein erster positiver Effekt sei für ihn: „Die beteiligten Händler haben mehr Kontakt ...

Von Jörg Müller

„Das ist eine gute Sache“, sagt Heiko Peter. Der Inhaber des Fahrradfachgeschäfts „Der Drahtesel“ in Helfta hat seit rund drei Monaten einen Online-Shop - auf der Internet-Plattform „Online-City Eisleben“, wo sich mittlerweile mehr als 40 Geschäfte, Gaststätten und Dienstleister aus der Lutherstadt präsentieren. Peter bietet Räder und Ersatzteile an. „Demnächst will ich auch Serviceleistungen einstellen.“ Dass sich die Online-Verkäufe bislang sehr in Grenzen halten, überrascht ihn nicht. „Ich bin immer davon ausgegangen, dass es bis zu einem Jahr dauern kann, bis es läuft“, so Peter. „So etwas braucht einfach seine Zeit.“ Die Plattform müsse auch noch mehr beworben werden. Auch die Händler selbst müssten erst einmal ein Gefühl dafür bekommen, was funktioniert und was nicht. Ein erster positiver Effekt sei für ihn: „Die beteiligten Händler haben mehr Kontakt bekommen.“

Projekt wird durch Zukunftsfonds gefördert

Die „Online-City Eisleben“ ist ein lokaler Marktplatz im Internet. Das Konzept hat die Atalanda GmbH aus Freilassing (Bayern) entwickelt. Mittlerweile haben 18 Städte eine solche Internet-Plattform. Umgesetzt wird das Eisleber Projekt von der Stadt und der Standortmarketing Mansfeld-Südharz GmbH (SMG) mit finanzieller Förderung durch das Land und den Zukunftsfonds des Landkreises. Auf der Plattform können sich Händler, Gewerbetreibende und Institutionen präsentieren und bei Bedarf einen Online-Shop einrichten. Bestellte Waren können im Geschäft abgeholt werden; auch eine Belieferung ist möglich.

Lokale Unternehmen unterstützen

Atalanda nutzt die Tatsache, dass Google bei einer Anfrage nach einem Produkt die Standorte des Kunden und der Geschäfte erkennt, die dieses Produkt im Angebot haben. Über die Standort-Erkennung gelange der Kunde auf die lokale Einkaufsplattform und könne bei dem örtlichen Händler das Produkt bestellen. Peter Schulze, der mit seiner Firma Kamin-Schulze in Helfta Schornsteintechnik, Kachelöfen und Kamine verkauft und baut, hat bereits gute Erfahrungen mit der „Online-City Eisleben“ gesammelt. „Wir hatten vorher auch schon einen Online-Shop“, sagt Schulze. „Aber wir merken jetzt eine Steigerung. Wir verkaufen mehr online.“ Wobei es sich vor allem um auswärtige Kunden aus ganz Deutschland handele. „Vielleicht entwickelt sich das ja noch mit den regionalen Kunden“, so Schulze. Die Idee, dass lokale Händler auf einer gemeinsamen Plattform präsent sind, halte er jedenfalls für gut. Das findet auch Christian Hain, der in dritter Generation den BauPunkt Hain im Gewerbegebiet 3E führt, einen Fachhandel für Werkzeuge, Baumaterialien und -maschinen mit Verleih. Auf dem Online-Marktplatz will Hain vor allem Privatkunden erreichen. „Sonst sind unsere Kunden vor allem Handwerker, Gewerbetreibende und Industriefirmen.“ Bisher gebe es zwar „noch keine messbaren Umsätze“. Aber er habe auch nicht erwartet, dass sich dort sofort ein großes Geschäft entwickelt. „Es wäre natürlich schön, wenn die Kunden das wahrnehmen würden“, so Hain. Insgesamt werde die Plattform auch umso besser funktionieren, je mehr Händler mitmachen. „Das muss noch mehr kommuniziert und beworben werden.“

Mehr Partner sollen gewonnen werden

Rainer Gerlach, der das Projekt seit Mitte vergangenen Jahres als Ansprechpartner für die Händler begleitet, ist mit dem Start sehr zufrieden, wie er sagt. „Ich sehe das sehr positiv“, so Gerlach, der die Kommunikationstechnik-Firma „ProConnect“ betreibt. „Die Zugriffe zeigen uns, dass sich die Leute auf der Seite Produkte angucken.“ Neben dem Online-Verkauf sei ja das Anliegen, dass die Kunden auf das örtliche Angebot hingewiesen werden. „Viele wissen gar nicht, was es hier alles in den Geschäften gibt“, so Gerlach. Der Werbe-Effekt sei schwer messbar. Wichtig sei, dass die Seite und die Online-Shops lebendig bleiben. „Da muss man dranbleiben, da bin ich hinterher“, so der Unternehmer. Was die Werbung betrifft, werde es demnächst unter anderem auf dem Bahnhof ein großes Plakat geben. Auch die Akquise weiterer Händler bleibt ein Thema für Gerlach: „Mein nächstes Ziel sind die 50.“

››Die Online-City Eisleben ist unter

atalanda.com/eisleben zu finden.

(mz)