Girls‘-und-Boys‘-Day

Girls‘-und-Boys‘-Day: Warum der trockene Beruf „Finanzbeamter“ bei Schülern der Hit ist

Eisleben - 20 Schüler haben sich beim Eisleber Finanzamt für den Tag angemeldet.

Von Anja Förtsch 27.04.2017, 11:30

Warum muss ich eigentlich Steuern zahlen? Wo geht das ganze Geld hin? Und warum zahle ich bei McDonald’s weniger Steuern, wenn ich das Essen mitnehme, als wenn ich es direkt vor Ort esse? Diese Fragen - die sich wahrscheinlich auch so mancher Erwachsene hin und wieder stellt - wurden am Donnerstag auf dem Girls’-und-Boys’-Day beim Finanzamt Eisleben beantwortet.

20 Schüler aus dem Landkreis und Halle haben sich beim Eisleber Finanzamt für den Girls’-und-Boys’-Day beworben

Insgesamt 20 Schüler aus der ganzen Umgebung und sogar aus Halle hatten sich dafür angemeldet. „Die Nachfrage steigt von Jahr zu Jahr“, sagt Nicole Faber vom Finanzamt.  „Wir wissen natürlich, dass der Beruf des Finanzbeamten nicht der spannendste ist. Und ehrlich gesagt sind wir auch ein bisschen verwundert über den Andrang“, so Mitarbeiterin Katrin Dienemann. Viele der Kinder kämen, weil ihre Mütter oder Tanten hier arbeiten - und bringen dann eben gleich noch Freunde mit.

Die Mitarbeiter führen die in zwei Gruppen eingeteilten Schüler aus den Klassenstufen 7 bis 9 herum, zeigen ihnen, was in einem Finanzamt tagtäglich so passiert und wie der Weg von der Steuererklärung zum Steuerbescheid aussieht.

Ein Tag beim Finanzamt - spannend statt langweiliges Büroleben

So trocken, wie es klingt, ist der Zukunftstag beim Finanzamt aber nicht, finden die Kinder. „Es ist spannend und die Arbeit hier ist anders, als ich es mir vorgestellt hatte“, sagt die zwölfjährige Louisa. Und was sich die Schüler vorgestellt hatten, das kann der 13-jährige Tim ganz genau beantworten: „Ich dachte, hier gebe es nur langweiliges Büroleben. Das ist aber gar nicht so.“ Ob sie sich vorstellen können, später auch einmal hier zu arbeiten? Da sind sie geteilter Meinung: „Ich kann mir das schon vorstellen“, sagt Louisa, Tim kann das „eher nicht so“.

Übrigens: Das Essen im Burgerrestaurant ist teurer, weil man dabei bedient wird – und das wird als „Luxus“ angesehen, für den mehr Steuern fällig werden. Nehme ich mein Essen mit, ist es, als würde ich Nahrungsmittel im Supermarkt einkaufen – und das zählt als Grundversorgung, die geringer besteuert wird. (mz)