138 Hektar für erneuerbare Energien

Gespaltene Meinungen zu geplantem Solarpark zwischen Eisleben und Querfurt

Zwischen Eisleben und Querfurt soll eine 138 Hektar große Anlage gebaut werden. Nach anfänglicher Ablehnung zeichnet sich ein Umdenken ab.

Von Jörg Müller 20.01.2022, 07:00 • Aktualisiert: 20.01.2022, 10:11
Symbolfoto - Großer Solarpark
Symbolfoto - Großer Solarpark (Foto: imago images/photothek)

Eisleben/MZ - Es ist ein Reizthema: Solaranlagen auf Ackerflächen. Eigentlich sollen solche Anlagen vor allem auf alten Industriebrachen, Deponien oder landwirtschaftlichen Restflächen entstehen, deren Nutzung schwierig wäre. Zumal ohnehin kontinuierlich Boden durch Industrie- und Wohnbau versiegelt wird. Doch die Energiewende sorgt nun offenbar dafür, dass Photovoltaikanlagen zunehmend auch auf Ackerflächen errichtet werden.

Gespaltene Meinung zur Solarpark bei Polleben

So laufen derzeit die Planungen für einen 54 Hektar großen Solarpark bei Polleben. Fast drei Mal so groß soll eine Anlage zwischen Eisleben und Querfurt werden, die Hamburger Investoren wollen: 138 Hektar Ackerland, das entspricht mehr als 190 Fußballfeldern, sind für das Projekt vorgesehen. In den kommunalpolitischen Gremien, die darüber abstimmen müssen, sind die Meinungen bei dem Thema gespalten.

Doch während das Projekt im vergangenen Jahr bei den Eisleber Stadträten noch auf einhellige Ablehnung stieß, zeichnet sich jetzt ein Umdenken ab. Zumindest haben der Stadtentwicklungs- und der Hauptausschuss mit großer Mehrheit zugestimmt. Entscheiden wird der Stadtrat in seiner Sitzung am 8. Februar.

Kein Fundament nötig

Projektentwickler Florian Maack, der den Investor Greentech vertrat, hatte im Stadtentwicklungsausschuss argumentiert, dass die vorgesehene Fläche „schwierig zu bewirtschaften“ sei. Das Areal sei auch nicht einzusehen. Durch die neue Nutzung werde „intensiv bewirtschaftete Fläche extensiviert“, das heißt, der Boden könne sich erholen, weil er 30 Jahre nicht mehr bearbeitet und gedüngt werde.

So lange soll die Solaranlage nach derzeitiger Planung stehen. Die Fläche werde auch nicht komplett mit den Modulen überbaut, sondern nur zu 65 Prozent. Außerdem wies er darauf hin, dass keine Fundamente gesetzt, sondern die Konstruktion in den Boden gerammt werde.

Pacht und Erlösbeteiligung

Derzeit, so Maack, der selbst aus der Landwirtschaft kommt, würden circa 14 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in Deutschland für den Anbau von Energiepflanzen genutzt. Solaranlagen seien im Vergleich dazu viel effizienter. Der größere Teil der Solaranlage würde auf dem Gebiet des Querfurter Ortsteils Gatterstädt liegen (114 Hektar).

Auf dem Gebiet des Eisleber Ortsteils Osterhausen seien es 24 Hektar. Der Querfurter Stadtrat sowie der Ortschaftsrat Osterhausen haben dem Projekt bereits zugestimmt. „Für uns ist der Vorteil, dass wir Eigentümer der Fläche sind“, so Pia Ryll von der Eisleber Stadtverwaltung. Laut Projektentwickler Maack würde Eisleben neben den Pachteinnahmen von 70.000 bis 93.000 Euro pro Jahr, eine Erlösbeteiligung von 50.000 Euro pro Jahr sowie die Gewerbesteuer bekommen. Beim Bau und Unterhalt der Anlage sollen nach Möglichkeit regionale Firmen eingebunden werden. Die Höhe der Investition bezifferte er auf 100 Millionen Euro.

Andreas Dümmler (AfD) kritisierte, es habe mit Natur- und Umweltschutz nichts zu tun, wenn 130 Hektar Fläche eingezäunt werden. „Es hat alles mehrere Seiten“, erwiderte Maack. Andreas Gräbe (CDU) meinte, da die Querfurter dem Projekt bereits zugestimmt hätten, „wird unsere Fläche dann vollständig umbaut“.