Kampf um die Freundschaft

„Die Schneekönigin“ feiert am Theater in Eisleben Premiere

Von Felix Fahnert 28.10.2021, 11:45
Am Donnerstag wird die „Die Schneekönigin“ erstmals vor Publikum präsentiert.
Am Donnerstag wird die „Die Schneekönigin“ erstmals vor Publikum präsentiert. (Foto: Jens Schlüter/Theater Eisleben)

Eisleben/MZ - Es ist ziemlich genau ein Jahr, das das Team rund um die Inszenierung der „Schneekönigin“ am Theater Eisleben auf diesen Donnerstag warten musste. Alles war vorbereitet und geprobt im Herbst 2020, selbst die Generalprobe ging noch über die Bühne - dann kam der Corona-Lockdown. Nun aber ist die Motivation umso größer, erzählt Regisseur Michael Moritz. „Man kommt schnell wieder in den Probenmodus“, sagt er. Es mache große Freude, wieder zu arbeiten - und die Schauspieler dränge es auf die Bühne. „Die Leute wollen wieder vor Publikum stehen.“

Michael Moritz: „Kinder sind ein sehr ehrliches Publikum“

Antrieb für die Arbeit am Stück „Schneekönigin“ sei vor allem, „die Geschichte zu erzählen und Spaß am Spielen zu haben“, sagt Moritz. Die Geschichte handelt von Kay und Gerda, die gut befreundet sind. Von einem zerbrochenen Zauberspiegel fallen Kay, gespielt von Tom Bayer, Splitter in die Augen, woraufhin er sich spürbar verändert und der Schneekönigin (Annette Baldin) anschließt. Doch Gerda, gespielt von Henriette Heine, will um die Freundschaft kämpfen und macht sich auf den Weg, Kay zurückzuholen - und gerät dabei in gefährliche Situationen. Der Wert der Freundschaft ist es auch, den Regisseur Moritz betont - schließlich kämpfe Gerda dafür, diese nicht an die Kälte zu verlieren. „Dass sie dafür Kopf und Kragen riskiert, ist ein großer Wert.“

Gespannt sei man nun natürlich, wie das Stück bei der ersten Aufführung vor Zuschauern ankommt. „Kinder sind ein sehr ehrliches Publikum“, sagt Moritz. Durch das Feedback der Zuschauer verändere und komplettiere sich das Stück. „Erst dadurch ist es Theater“, sagt der Regisseur.

Viele Aufführungstermine der „Schneekönigin“ bereites ausverkauft

Für Ausstatter Michael Ottopal ist es nicht zuletzt die Komik, etwa bei den Begegnungen von Gerda, die das Stück so besonders machen. „Es wird sehr lustig umgesetzt, mit viel Klamauk“, verspricht er. Und diese Stimmung soll sich natürlich auch auf das Publikum übertragen.

Für Ottopal ist die Aufführung am Donnerstag gerade wegen des zurückliegenden langen Corona-Lockdowns etwas Besonderes. „Für mich ist es tatsächlich die erste Premiere in diesem Jahr“, erzählt er. Bei der Inszenierung, für die ein Stück des Grips-Theaters in Berlin die Grundlage ist, gehe es darum, „eine Fantasiewelt zu erschaffen, die alle Träume möglich macht“.

In den nächsten vier Monaten gibt es am Theater Eisleben etliche Aufführungstermine der „Schneekönigin“, viele davon sind allerdings bereits ausverkauft. Für Regisseur Michael Moritz ist der Premierentag am Donnerstag nach den Lockdowns in jedem Fall ein Schritt in die richtige Richtung. „Normalität ist es noch nicht“, sagt er. „Aber es ist einfach schön, wieder zu arbeiten und Theater zu machen.“