Verwehren die Auflagen den Zugang zu Lebensmitteln?

Welche Corona-Regeln gelten für die Tafel in Dessau-Roßlau?

Die soziale Einrichtung wendet die 3G-Regel in ihren Ausgabestellen in Dessau und Roßlau nicht an.

Von Sylke Kaufhold 22.09.2021, 13:00 • Aktualisiert: 22.09.2021, 13:57
Das Logo der Tafeln
Das Logo der Tafeln (Foto: imago images/Steinach)

Dessau/MZ - Eine Impf- oder Testkontrolle gibt es für die Kunden der Dessau-Roßlauer Tafel nicht. Und soll es auch künftig nicht geben, wie Tafelchef Andreas Lohpens auf MZ-Nachfrage erklärt. „Wir haben eine andere Lösung gefunden, so dass die 3G-Regel für uns nicht relevant ist.“

Bereits im ersten Lockdown hat die Tafel ihre Arbeitsweise umgestellt. Die Kunden kommen nicht mehr in die Räumlichkeiten herein, sondern erhalten ihre Lebensmittelkisten über ein Fenster. „Das heißt, sie stehen draußen und halten auch Abstand“, so Lohpens. Wer in der Kleiderkammer in der Wasserstadt etwas kaufen möchte, der muss warten, bis er alleine in dem Kundenraum ist.

Die Ausgabe durch das Fenster habe sich bewährt, sagt der Tafelchef. „Wir konnten dadurch alle unsere Kunden ohne Unterbrechung versorgen und sie gleichzeitig, wie auch unsere Mitarbeiter schützen.“ Der Ausschluss Nichtgeimpfter oder Nichtgetesteter ist für ihn nicht akzeptabel, denn die Menschen, die zu ihnen kommen, seien auf diese Hilfe angewiesen. Der Bedarf ist laut Lohpens nach wie vor sehr hoch, „wir haben eine Warteliste“.

Deshalb soll die Arbeitsweise „nach draußen“ weiterhin beibehalten werden. Auch in der jetzt vor der Tür stehenden kalten Jahreszeit. „Das hat im vorigen Jahr gut funktioniert“, so der Tafelchef. Die Ausgabe gehe durch das Fenster schneller, so dass lange Wartezeiten vermieden würden. Die Öffnungszeiten wurden in der Wasserstadt und in Roßlau auf eine beziehungsweise eine halbe Stunde pro Tag beschränkt.

Wie in so vielen Bereichen fehlt es auch bei der Dessauer Tafel an Personal. Drei Mitarbeiter sind über eine Maßnahme des zweiten Arbeitsmarktes tätig und vier Bundesfreiwillige verstärken das Team der Ehrenamtlichen. „Uns fehlen Fahrer und helfende Hände beim Sortieren und Packen“, sagt Andreas Lohpens.