Vortrag unter der Tante JuVortrag im Technikmuseum Hugo Junkers unter der Tante Ju: Oldtimerfreunde Dessau hoffen auf viele Wartburg-Fans

Dessau - Das sonore Brummen dieses Wartburgmotors lässt Uwe Regler strahlen. Auch die anderen Mitglieder des Oldtimerstammtischs lauschen begeistert dem Geräusch des Viertaktmotors mit drei Zylindern.

Von Sylke Kaufhold 09.10.2019, 12:59

Das sonore Brummen dieses Wartburgmotors lässt Uwe Regler strahlen. Auch die anderen Mitglieder des Oldtimerstammtischs lauschen begeistert dem Geräusch des Viertaktmotors mit drei Zylindern.

Fahrgestell des 353er-Wartburg kann ab Freitag besichtigt werden

Ein Fahrgestell des 353er-Wartburg mit eben diesem besonderen Motor kann ab dem 11. Oktober für einige Tage im Technikmuseum „Hugo Junkers“ besichtigt werden. Die Leihgabe des Vereins Automobile Welten Eisenach ist außerdem das „Sahnehäubchen“ für einen ganz besonderen Vortrag, der an diesem Freitag um 18 Uhr gehalten wird, so Uwe Regler.

Konrad von Freyberg, der ehemalige Leiter der Motorenkonstruktion der Automobilwerke Eisenach, ist zu Gast und nimmt die Besucher mit auf eine Zeitreise der Eisenacher Fahrzeugentwicklung von 1945 bis 1991. Freyberg bekam Anfang der 1980er Jahre den Auftrag, aus dem klassischen Zweitakter einen Viertakt-Motor zu entwickeln. Das ist ihm gelungen. Warum es dennoch keine Erfolgsgeschichte wurde, wird der heute 86-Jährige den Dessauern erzählen.

Einstiger Chefentwickler kommt für einen Vortrag nach Dessau

Der einstige Chefentwickler im Eisenacher Wartburgwerk hat eine besondere Bindung zu Dessau. Als junger Mann war er ein erfolgreicher Motorbootsportler und wurde 1970 Weltmeister beim Rennen auf der Elbe in seiner Bootsklasse. Das Handwerk als Kfz-Schlosser lernte er übrigens als Lehrling bei Paul Greifzu. Unter den Gästen am 11. Oktober wird auch Egon Culmbacher sein, der in den 1960er/70er Jahren als Rallye-Pilot der Automobilwerke Eisenach an der Rallye Monte Carlo teilnahm.

Die Veranstaltung reiht sich ein in das Programm des Oldtimerstammtischs in seinem 20. Jubiläumsjahr. „Wir wollten es krachen lassen“, erzählt Vorstandsmitglied Andreas Legler. „Und das ist uns gelungen.“ Drei Ausstellungen zum Thema Automobil-Geschichte holten sie nach Dessau. Um innovative Fahrzeugtechnik der 1920er Jahre ging es im März im Museum für Stadtgeschichte.

Eine Wartburg-Sonderausstellung im Technikmuseum folgte im Mai und zuletzt eröffneten sie am 14. September eine Sonderausstellung zum Thema „Automobiles aus Dessau der 1920er Jahre“ mit Friedrich Lutzmann. Jede Ausstellung wurde mit einem Vortrag zum Thema ergänzt. Mit dem Vortrag am 11. Oktober soll auch die letzte Ausstellung 2019 ihren krönenden Abschluss finden, sagen die Organisatoren.

Zwei Oldtimer-Ausfahrten runden das Jahresprogramm ab. Wobei die Herbsttour am 7. September voll und ganz im Zeichen des Bauhausjubiläums stand und die Feierlichkeiten zur Museumseröffnung bereicherte. 90 Fahrzeuge waren auf den Marktplatz gekommen, 70 machten sich auf den Weg zur Bauhaustour.

Oldtimerfreunde haben sich auch für 2020 einiges vorgenommen

Auch im nächsten Jahr haben die Mitglieder des Oldtimerstammtischs viel vor. So könnten Motorräder und Mopeds Thema einer Ausstellung im Technikmuseum werden. „Wir arbeiten ja sehr eng zusammen“, betont Christian Böhm, Vorsitzender des Oldtimerstammtischs. Die Planungen seien aber abhängig von der Sanierung des Museums.

Die Automobilgeschichte Dessaus soll auch 2020 Thema sein. „Vielleicht hat noch jemand Prospekte, Bilder oder anderes Material zu Hause“, würde sich Andreas Legler über Unterstützung sehr freuen.

Und wie in jedem Verein fehlt auch beim Oldtimerstammtisch die Jugend. „Bei uns kann jeder mitmachen, der eine technische Macke hat“, lädt Legler ein, bei den monatlichen Treffen am letzten Freitag im Monat, 18 Uhr, in Paschis Bierstuben in Waldersee einfach mal vorbeizuschauen.

››Der Einlass am 11. Oktober erfolgt ab 17 Uhr. Der Eintritt zum Vortrag ist frei, es wird um eine Spende für den Verein Oldtimerstammtisch gebeten. (mz)