Veränderung im Stadtpark

Stadtpark Dessau: Abbau des OdF-Mahnmals ab Ende März

Dessau - Das Mahnmal für die Opfer des Faschismus im Stadtpark soll ab Ende März abgebaut und eingelagert werden. Das ist Teil eines Beschlusses, der ab kommender Woche die politischen Gremien passiert.

Von Lisa Garn 02.03.2017, 16:11

Das Mahnmal für die Opfer des Faschismus im Stadtpark soll ab Ende März abgebaut und eingelagert werden. Das ist Teil eines Beschlusses, der ab kommender Woche die politischen Gremien passiert.

Bis Ende 2017 soll es an seinem neuen Standort am Eingang zum Park zwischen dem Springbrunnen und dem Wohnblock in der Kavalierstraße stehen. Es wird, wie die Stadt bereits mitgeteilt hatte, nur wenige Meter versetzt.

OdF-Mahnmal soll nicht im Schatten des Bauhausmuseums stehen

Hintergrund ist zum einen der Schutz während der Bauphase für das Bauhaus-Museum, zum anderen soll es nach Fertigstellung aber nicht im Schatten des Museums stehen.

Über den neuen Standort hatte es bei einem Treffen Ende Januar große Übereinstimmung zwischen Stadt, Stiftung Bauhaus, Stadträten, Opferverbänden, Bündnissen sowie Vereinen gegeben. Laut Beschlussvorschlag soll das Mahnmal „eine künstlerische Ergänzung“ erfahren, mit der neben der politischen Opfer weiterer Opfergruppen des Nazi-Terrors gedacht wird.

Geplant ist, dass ein Büro beauftragt wird, Gestaltungsideen zu erarbeiten. Dessen Vorschläge sollen in breiter Beteiligung mit Stadt, Stiftung, Verbänden und Vereinen sowie der Öffentlichkeit diskutiert und weiterentwickelt werden.

Die Stadt ist für die Versetzung des Mahnmals verwantwortlich

Rund 60.000 Euro sind für Versetzung und Beteiligung geplant. Dass die Stadt die Kosten trägt, erstaunte am Dienstag im Bauausschuss den Vorsitzenden Ralf Schönemann (Die Linke).

„Das haben wir so noch nicht diskutiert. Bis vor kurzem war noch nicht absehbar, dass das Mahnmal versetzt wird. Es hat sich ein Paradigmenwechsel vollzogen. Mir ist wichtig, dass ein Wiederaufbau nicht an den Kosten scheitert.“ Dass die Stadt zahlt, ist in der Kooperationsvereinbarung mit der Stiftung Bauhaus festgelegt. Dort ist im Rahmen der Baufeldfreimachung durch die Stadt auch das Thema bauliche Anlagen geregelt - als solche zählt das OdF-Mahnmal.

Die Finanzierung zur Versetzung des OdF-Mahnmals ist gesichert

Schönemann hatte im Januar verbindliche terminliche und finanzielle Planungen zur Demontage und zum Wiederaufbau gefordert. „Die Versetzung sorgt für Diskussionen und die Öffentlichkeit befürchtet bei solchen Veränderungen immer, am Ende auf etwas verzichten zu müssen. Woanders verschwinden solche Mahnmale“, sagte er im Ausschuss.

Das stehe aber gar nicht zur Debatte, sagte Christiane Jahn, Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung, Denkmalpflege und Geodienste: „Doch nicht bei einem solchen Objekt. Das kann sich doch keiner trauen.“ Die Finanzierung sei gesichert, die Mittel nach der Entscheidung im Stadtrat am 22. März freigegeben.

Ob auch eine Teilsanierung nötig ist, ist derzeit nicht klar. Das Mahnmal werde nach dem Abtransport überprüft, erklärte die Stadtverwaltung auf MZ-Nachfrage. (mz)