„Heim“-Premiere der neuen Saison

Spannung bei Amerian-Football-Fans - Leipzig Kings spielen in Dessau gegen RheinFire

Leipzig bestreitet das erste Heimspiel der neuen ELF-Saison im Paul-Greifzu-Stadion und macht aus der Not eine Tugend. Was die Kings sein wollen und wer der wichtigste Kopf ist.

Von Tobias Grosse 10.06.2022, 17:15
Die Leipzig Kings kommen.
Die Leipzig Kings kommen. (Foto: imago/Beautiful Sports)

Dessau/Leipzig/MZ - Ralph Hirsch ist zufrieden. „Nach vielen Treffen und Gesprächen sind wir sehr froh, dass die Sportart American Football in die Bauhausstadt kommt“, meint der Chef des Vereins Anhalt Sport, der vor kurzem wieder einen sportlichen Höhepunkt nach Dessau geholt hat. Infolge einer Kooperation werden am Sonntag die American Footballer der Leipzig Kings ihr erstes Heimspiel in der neuen Saison der europäischen Profiliga ELF gegen RheinFire Düsseldorf im Paul-Greifzu-Stadion absolvieren.

Nach Vorbild der US-Liga NFL wurde 2020 die European League of Football gegründet. Die Debütsaison fand 2021 statt, seit letzter Woche läuft die zweite Spielzeit. Und auch Dessau wird ein Teil davon sein, weil die Leipziger dank Anhalt Sport hier eine Ausweich-Heimat gefunden haben. Denn die Kings dürfen den Alfred-Kunze-Sportpark in Leipzig (Heimat von Fußball-Regionalligist BSG Chemie) auf Geheiß der Stadt Leipzig nicht mehr nutzen (Lärmschutz) und können erst zum dritten Heimspiel ins Bruno-Plache-Stadion (Heimat des FC Lok) umziehen. Das zweite Heimspiel tragen sie nächste Woche in Halle aus.

In der Premierensaison der ELF hatten die Kings, obwohl sie nur drei Monate Zeit hatten, eine komplett neue Mannschaft auf die Beine zu stellen, in der Nordstaffel am Ende eine ausgeglichene Bilanz (fünf Siege, fünf Niederlagen) und haben bis zur letzten Sekunde sogar um die Playoffs mitgespielt. Aus ganz Mitteldeutschland strömten im Schnitt über 2.000 Zuschauerinnen und Zuschauer zu den Heimspielen - am Sonntagnachmittag werden ähnlich viele in Dessau erwartet.

Leipzigs Chefcoach Fred Armstrong
Leipzigs Chefcoach Fred Armstrong
foto: imago/Picture Point LE

Einer der führenden Köpfe der Leipziger und vielleicht der wichtigste ist Chefcoach Frederick Armstrong III, der vor kurzem auch noch die Position des „Executive Vice President“ eingenommen hat, also die rechte Hand des Vorsitzenden Moritz Heisler ist. Der aus dem US-Bundesstaat New Jersey stammende Trainer ist seit knapp 30 Jahren im Geschäft und hat auch schon in der NFL gearbeitet. Nun will er in mehreren Funktionen helfen, die Leipzig Kings wachsen zu lassen.

„Ich freue mich, dass meine Familie und ich ein Teil der Kings sein können. Moritz und ich planen, kontinuierlich eine vielfältige Organisation in Mitteldeutschland aufzubauen, auf und neben dem Spielfeld“, so Armstrong, der seinen Trainervertrag auch schon bis 2025 verlängert hat.

„Die Leipzig Kings haben Coach Armstrong viel zu verdanken“, erklärte Heisler im Rahmen der Verlängerung, „daher war es für mich nur selbstverständlich, diesen nächsten Schritt gemeinsam mit ihm zu gehen. Wir werden weiter gemeinsam daran arbeiten, American Football in Leipzig und in der Region Mitteldeutschland nachhaltig zu etablieren und freuen uns auf eine erfolgreiche Saison.“ Langfristig will man das Level der Spitzenteams aus Breslau, Frankfurt und Hamburg erreichen. In Breslau verloren die Kings vorige Woche das Saisonauftaktspiel 27:34.

Kick-off zum Spiel ist Sonntag, 15 Uhr, im Dessauer Paul-Greifzu-Stadion.