Neu-rechte Aktion in der Stadt

Neu-rechte Aktion in Dessau: „Der Schild“ hängt Plakat an Denkmal

Dessau-Rosslau - In Dessau versucht sich offenbar eine neue rechtspopulistische Organisation zu etablieren: In der Nacht zum Donnerstag hat die Initiative „Der Schild - Verteidiger des Eigenen“ am Friedensdenkmal an der Museumskreuzung ein etwa zwei mal zwei Meter großes Plakat aufgehängt, auf dem „Islamisierung tötet! Verteidigt das Eigene!“ stand. Es war am Morgen verschwunden. Wer es abgenommen hat, ist unklar. Die Polizei war es nach eigenen Angaben ...

28.01.2017, 11:00

In Dessau versucht sich offenbar eine neue rechtspopulistische Organisation zu etablieren: In der Nacht zum Donnerstag hat die Initiative „Der Schild - Verteidiger des Eigenen“ am Friedensdenkmal an der Museumskreuzung ein etwa zwei mal zwei Meter großes Plakat aufgehängt, auf dem „Islamisierung tötet! Verteidigt das Eigene!“ stand. Es war am Morgen verschwunden. Wer es abgenommen hat, ist unklar. Die Polizei war es nach eigenen Angaben nicht.

Auf Facebook erst seit Dezember

„Der Schild“ sieht sich als patriotische Gemeinschaft und hat seinen Ursprung in Bayern. Die Facebook-Seite ist erst Mitte Dezember 2016 online gegangen und hat inzwischen 2.200 Follower. Nach eigener Auskunft existiert in Bayern eine Regionalgruppe mit fünf Ortsgruppen, dazu soll es Ortsgruppen in Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz geben. Ob mit Sachsen-Anhalt Dessau gemeint ist, ist offen. Die Plakataktion wird jedenfalls auf der Facebook-Seite dokumentiert - und ist die erste Aktion außerhalb von Bayern.

Aufgefallen ist „Der Schild“ bislang mit mehreren Aktionen: Anfang Januar wurde direkt an der CSU-Zentrale in München das Plakat „Die CSU ist keine Alternative“ aufhängt. Zwei Wochen später wurden am Münchner Stachus Kreuze als mobiles Mahnmal aufgestellt.

Kontakte zu „Ein-Prozent“

„Der Schild“ hat - das zeigt die Facebook-Seite auch - enge Kontakte zur neu-rechten flüchtlingsfeindlichen „Ein-Prozent-Bewegung“, die von dem neu-rechten Verleger Götz Kubitschek mitgegründet wurde. Auf der Seite werden Fotos von Flyern gezeigt, die von der „Ein-Prozent-Bewegung“ geschickt wurden.

Im Dessau-Roßlauer Stadtgebiet ist das nicht die erste neu-rechte Protestaktion. Im Juni 2016 hatten Unbekannte dem Vater-Franz-Denkmal an der Marienkirche die Augen verbunden. Die Initiatoren sprachen bei der Aktion „Blind in den Untergang“ von einem „politischen Kunstprojekt“, von dem auf der Facebook-Seite „Wirklichkeit Anhalt“ berichtet wurde. Dort ist aber Ruhe eingekehrt. Der letzte Eintrag stammt vom 15. Oktober 2016. Auch damals gab es Verbindungen zur „Ein-Prozent-Bewegung“. Zuletzt waren in Dessau auch schon mal neu-rechte Initiativen wie „Phalanx 1683 “ und „Gruppe 3“ aktiv. (mz/sb)