Krebskranker Junge aus Dessau

Krebskranker Junge aus Dessau: Viele Menschen wollen Bruno und seiner Familie helfen

Dessau - Viele Menschen wollen Bruno helfen: Familie an Ostsee eingeladen. Fußballerinnen planen Benefizspiel.

Von Tina Schwarz 20.05.2017, 07:00

Hunderte Menschen hat das Schicksal des an Krebs erkrankten Bruno aus Dessau berührt. Viele haben gespendet, damit Marcel und Juliane Reimann Zeit mit ihrem Sohn verbringen können. 27.000 Euro brauchen sie, um den Dreijährigen bis zum Ende des Jahres betreuen zu können. Rund 22.000 Euro sind seit Anfang April schon zusammengekommen.

Wer zuletzt den Spendenstand auf der Internetplattform betterplace.org regelmäßig verfolgt hat, der war vor kurzem sicherlich verwundert: Die benötigte Spendensumme hatte sich plötzlich von 27.000 Euro auf 37.000 Euro erhöht. Doch haben Brunos Eltern diese Summe nicht ganz freiwillig angehoben. „Es gab auf der Spendenseite einen Kreditkartenbetrug von 19.999 Euro. Dadurch konnte man kein Geld mehr spenden“, erklärt Juliane Reimann.

Um den technischen Defekt zu beheben, musste die benötigte Spendensumme erhöht werden. „Wir sammeln trotzdem erstmal nur die angekündigten 27.000 Euro für die Zeit mit Bruno bis Ende des Jahres. Sollte mehr Geld zusammenkommen, wollen wir es nach der Genesung von unserem Sohn an Kinderplanet und das Jugendhospiz in Halle spenden“, erzählt Reimann weiter.

Spenden und Versteigerungen für Bruno

Einen großen Anteil daran, dass bisher eine so hohe Summe für Bruno zusammengekommen ist, haben so genannte Geocacher aus Dessau. Die Gruppe „LostPlaces4theKingz“ hat Zubehör für das Geocaching, eine Art Schnitzeljagd anhand geografischer Koordinaten, für 1.250 Euro versteigert. Auch das Geocaching-Magazin „Gocacher“ ist auf Brunos Geschichte aufmerksam geworden.

Sie versteigerten zehn lebenslange Abos ihres Magazins für 2.250 Euro. Beide Beträge kamen Bruno zugute. Auch zwei Zahnarztpraxen aus Dessau und Günthersdorf wollten Brunos Familie unterstützen. Sie veranstalteten Benefiztage, bei denen der Erlös von professionellen Zahnreinigungen an den Dreijährigen ging. 650 Euro kamen dabei zusammen.

Benefizfußballturnier für Bruno

Auch in Merseburg hat man von Brunos Schicksal gehört. Die Krebshilfe Bad Dürrenberg und die Spielerinnen des SV Merseburg-Meuschau wollen deswegen am 5. August ein Benefizfußballturnier für Bruno veranstalten. Dabei wollen sie Spenden sammeln, um die junge Dessauer Familie zu unterstützen.

Neben dem Fußball-Turnier mit zwölf Mannschaften ist eine Tombola und ein buntes Programm für Kinder geplant. „Wir wollen uns zusammen mit Bruno auf jeden Fall das Turnier anschauen“, erzählt Juliane Reimann, die mit einer Spielerin des SV Merseburg-Meuschau zusammenarbeitet.

Brunos Eltern bekommen viel Unterstützung aus der eigenen Familie

Auch ein Mann aus dem weit entfernten Wustrow (Rügen) hat von dem Schicksalsschlag der Dessauer Familie erfahren und Bruno und seine Eltern auf einen spontanen Urlaub an die Ostsee eingeladen. „Das Angebot nehmen wir gerne an“, sagt Juliane Reimann. „Doch wann wir den Urlaub machen, steht noch nicht fest. Wir müssen schauen, wie es Bruno geht.“

Die Reimanns bekommen aber auch viel Unterstützung aus der eigenen Familie. „Wir sind dankbar, dass uns Brunos Großeltern jederzeit helfen, egal ob es um die Betreuung von Bruno oder den Haushalt geht“, erzählt Juliane Reimann. Auch der Patenonkel von Bruno hat sich seine Gedanken gemacht. Er wollte Bruno einen Wunsch erfüllen und entschied sich zwei Konzertkarten auf der Auktionsplattform Ebay zu versteigern. „Bruno möchte nämlich unbedingt mal wieder in einem Hotel übernachten“, erzählt Juliane Reimann.

Brunos Erkrankung ist eine seelische und finanzielle Belastung für die kleine Familie

Vor ein paar Monaten bekam der dreijährige Bruno die Diagnose Wilmstumor (Nierentumor) im Stadium 4. Von einem Tag auf den anderen war der Alltag der kleinen Familie aus Dessau ein anderer.

Brunos Erkrankung und die Chemotherapie sind nicht nur eine seelische Belastung für die Eltern, sondern auch eine finanzielle. Mehrmals die Woche müssen sie zwischen Dessau und Halle pendeln, um Arzttermine wahrzunehmen. (mz)

Unterstützen kann man Bruno und seine Eltern online über: www.betterplace.org/de/projects/53555 oder über ein Spendenkonto (Empfänger: Kinderhospiz Halle, IBAN: DE09 8005 3762 1894 0627 16, Verwendungszweck: Bruno der Kämpfer).