Handball-3. Liga

Handball-3. Liga : Fast 2.000 Fans - DRHV deklassiert Zweiten aus Vinnhorst

Dessau - Die ersten Worte von Nei Cruz Portela gingen bei allen, die geblieben waren und es mit dem Dessau-Roßlauer HV halten, runter wie Öl. „Das war wirklich traumhaft hier“, sagte der Brasilianer mit dem einnehmenden Wesen, der den hochambitionierten Handball-Drittligisten TuS Vinnhorst ...

Von Tobias Grosse 14.10.2019, 09:54

Die ersten Worte von Nei Cruz Portela gingen bei allen, die geblieben waren und es mit dem Dessau-Roßlauer HV halten, runter wie Öl. „Das war wirklich traumhaft hier“, sagte der Brasilianer mit dem einnehmenden Wesen, der den hochambitionierten Handball-Drittligisten TuS Vinnhorst trainiert.

Der Aufsteiger ist es gewohnt, vor 200 oder 300 Zuschauern zu spielen. „Das ist unsere Realität“, meinte Portela auf der Pressekonferenz nach dem Spitzenspiel beim DRHV, zu dem 1901 Zuschauer gekommen waren. „Wir hätten diese Stimmung gerne für uns gehabt“, sagte Portela. Er konnte angesichts des Erlebnisses in die Arena lächeln - obwohl er wenige Minuten zuvor die erste Saisonniederlage einstecken musste.

Zitternde Hände beim DRHV in der Anfangsphase

Dessau-Roßlau hat seinen bis dato ärgsten Verfolger am Sonntagabend mit 31:24 deutlich besiegt und - bis auf ein paar unentwegte Schlachtenbummler aus Hannovers nördlichem Stadtteil Vinnhorst - fast 2000 Menschen sehr glücklich nach Hause geschickt.

Dabei hat die Saisonrekordkulisse am Anfang auch für ein paar „zitternde Hände“ gesorgt, wie Uwe Jungandreas nach dem Spiel erklärte. „Uns sind aufgrund des Spitzenspiels und der Kulisse ein bisschen die Nerven gegangen“, sagte der Chefcoach vom Tabellenführer, denn: „Wir hatten den Druck auf unserer Seite.“

Die Abwehr des DRHV stand zwar von Beginn an gut und auch der starke Torwart Philip Ambrosius war gleich im Spiel, in der Offensive machte das Jungandreas-Team aber ungewohnt viele Fehler und ließ beste Möglichkeiten liegen. So kam es zum Halbzeitstand von 10:10, der Dessau-Roßlaus junge Mannschaft aber nicht beunruhigte. „Wir haben uns das in der zweiten Halbzeit nicht anmerken lassen“, sagte Timo Löser nach dem Spiel.

Timo Löser trumpfte im Spitzenspiel mit acht Toren auf

Der Rückraumspieler ist mit 19 Jahren der Jüngste im Team. Am Sonntagabend war er mit seinen acht Toren gegen Vinnhorst - sieben davon in der starken zweiten Hälfte - einer der Besten beim DRHV. „Wir wussten, wenn wir vorne die Dinger machen, läuft es wie immer“, sagte Löser.

Nach der Halbzeit begann Dessau-Roßlau dann auch, die Chancen zu nutzen. Nach 13 Minuten in der zweiten Hälfte hatte das Team schon so viele Tore erzielt, wie in der ganzen ersten Halbzeit und sich eine 20:16-Führung erspielt. „Als wir dann vorne lagen, waren die Bremsen gelöst“, sagte Coach Jungandreas, dessen Team dann auch von der „Riesenstimmung“ getragen wurde und sich nicht von den sehr vielen Unterbrechungen und großen Emotionen im Spiel aus Ruhe bringen ließ. „Wir haben den Kopf ausgemacht und weitergespielt“, sagte Top-Werfer Löser.

Dessau verpasste Vinnhorst so die erste Saisonniederlage - und der starke Aufsteiger sich selbst eine blutige Nase. Zehn Minuten vor Schluss rasselte Rechtsaußen Matheus Costa Dias in den bulligen Kreisläufer Milan Mazic und musste die Partie mit einer blutenden Nase vorzeitig beenden.

Spätestens jetzt ist der DRHV der Topfavorit der Staffel

Der DRHV hat nach den Siegen gegen Altenholz, in Hildesheim und vor einer Woche in Schwerin, nun also mit Vinnhorst auch den vierten Verein der aktuellen Top-Sechs besiegt. Und das jedes Mal in einer ziemlich souveränen Art und Weise. Dessau-Roßlau muss sich spätestens jetzt mit der Rolle des Topfavoriten in der Drittliga-Staffel Nord/Ost anfreunden.

„Damit müssen wir leben“, sagte Torwart Philip Ambrosius seelenruhig nach dem klaren Sieg gegen den bisherigen Verfolger. Die Partie hat ihm noch einmal gezeigt: „Vor so einer Rolle brauchen wir uns auch nicht verstecken.“

DRHV: Ambrosius, Landgraf; Pavlicek (4/3), Löser (8), Hrstka (6), Hanisch (1), Sohmann (6), Bielzer, Schmidt (1), Mlotek, Gliese (3), Milkow, Zahradnicek (1), Scheithauer (2)

(mz)