Badespaß in Jonitzer Mulde

„Gut Nass! Ab ins Wasser!“ Rehsumpf-Verein weiht in Dessau neue Steganlage ein

Von Sylke Kaufhold
Der ehemalige Wasserballer Günter Becker und Elisabeth Kremer eröffnen die neue Steganlage im Rehsumpf.
Der ehemalige Wasserballer Günter Becker und Elisabeth Kremer eröffnen die neue Steganlage im Rehsumpf. Fotos: Kaufhold

Dessau/MZ - Seit Sonntag hat Dessau ein historisches Flussbad, in dem gebadet werden kann. Anlässlich des Tages des offenen Denkmals hat der Rehsumpf-Verein an die Jonitzer Mulde geladen, um die neue Steganlage einzuweihen. Ein fünf Meter langer Steg an historischer Stelle ermöglicht nun den Zugang zum Wasser. Wie Elisabeth Kremer, Vorsitzende des Rehsumpf-Vereins erzählt, war die historische Steganlage einst etwa 50 Meter lang. „Vom Wasser aus sieht man noch die Reste der historischen Anlage.“

Den Steg wieder aufzubauen, sei ein „echtes Langzeitprojekt“ gewesen, so Kremer. Viele Genehmigungen seien einzuholen gewesen, der Vogelschutz, der Denkmalschutz, der Ort im Gartenreich und nicht zuletzt der Hochwasserschutz zu berücksichtigen. Die Steganlage wurde mit Fördermitteln des EU-Programms Leader finanziert. Die Antragstellung sei ebenfalls nicht ganz einfach gewesen, so Kremer. Zwei Jahre hat es gedauert. „Nun ist das Flussbad, das seit 1907 besteht, ein lebendiger Ort des Flussbadens“, freut sich die Vorsitzende.

Die ersten Badegäste  im historischen Flussbad waren zeitgemäß gekleidet.
Die ersten Badegäste im historischen Flussbad waren zeitgemäß gekleidet.
Foto: Kaufhold

Und mit ihr zahlreiche Gäste, die am Vormittag zur Eröffnung der Steganlage gekommen waren. Unter ihnen war Dieter Junkers, Großneffe des Technikpioniers und Baderbauers Hugo Junkers. Er sei zur Einweihung des Junkers’ Badehäuschens das erste Mal im Rehsumpf gewesen, erzählt der 80-Jährige. „Was hier vom Verein geschaffen wurde, ist beeindruckend und eine ganz tolle Sache“, lobt er das Engagement. Das Flussbad sei ein lebendiges Denkmal, das von den Menschen lebt. „Und das ist für mich etwas ganz Besonderes.“

Wie auch die Geschichte des Bades eine besondere sei: Halb Dessau habe im Rehsumpf schwimmen gelernt, viele sportliche Rekorde wurden hier aufgestellt. Sportler begannen hier ihre Karriere. Wie der einstige Wasserballer Günter Becker, Spieler und Trainer bei Abus und später Nationaltorwart im Wasserball der DDR. Der heute 90-Jährige war am Sonntag an die Stätte seiner Kindheit und Jugend gekommen, um die neue Steganlage zu eröffnen. Mit den Worten „Gut Nass! Gut Nass! Gut Nass! Ab ins Wasser!“ durchschnitt er das Band. „Ich freue mich sehr und es ist auch eine Ehre für mich, das heute tun zu dürfen“, sagte er.

DieterJunkers, Großneffe von Hugo Junkers, im Rehsumpf.
DieterJunkers, Großneffe von Hugo Junkers, im Rehsumpf.
Foto: Kaufhold

Für die Vereinsmitglieder ist mit dem Sonntag eine wichtige Etappe beendet worden. Nicht nur der für einen Badebetrieb unabdingbare Steg wurde übergeben, auch das Vereinsheim konnte gedämmt und hergerichtet werden. „Die Dessauer haben uns tatkräftig mit Spenden unterstützt, dafür danken wir sehr“, hebt Elisabeth Kremer hervor.

Im kommenden Jahr sollen Bade- und Freizeitvergnügen im Rehsumpf vervollkommnet werden. Mit einer Liegewiese nebst Liegestuhlverleih, auch Stehpaddel und Paddelboote soll es auszuleihen geben. Ebenso sei ein Biergarten geplant, für den es sogar schon eine Pächterin gibt. Wer all dies ausprobieren möchte, kann neben der Jahres- auch eine Tagesmitgliedschaft für 3,50 Euro erwerben. Dieter Junkers sieht in dem Areal auch einen optimalen ort, um Entspannungsseminare in der Natur anzubieten.