Gründerpreis 2021 verliehen

Gründermut mit vielen Ideen - Dessau-Roßlau zeichnet drei junge Unternehmer aus

Von Sylke Kaufhold 28.06.2021, 13:04
Der Gründerpreis 2020/21 ging an: Nora-Eilin Reinicke, Christoph Schneeweiß und Tobias Jecht sowie Arvid Brinkmann (v.l.).
Der Gründerpreis 2020/21 ging an: Nora-Eilin Reinicke, Christoph Schneeweiß und Tobias Jecht sowie Arvid Brinkmann (v.l.). (Foto: Ruttke)

Dessau - Es war ein besonderer Ort für eine besondere Veranstaltung, den die Stadt ausgewählt hatte: In der Gartenträume Lounge auf dem Marktplatz wurde am Donnerstagnachmittag der Gründerpreis 2020/21 der Stadt Dessau-Roßlau verliehen.

Somit konnten interessierte Bürger hautnah miterleben, was sonst im weniger öffentlichen Rahmen passiert. Oberbürgermeister Peter Kuras verlieh die Preise mit sichtlicher Freude. Es dürfte eine seiner letzten öffentlichen Amtshandlungen gewesen sein. Kuras würdigte Unternehmensgründungen als „Motor der Wirtschaft“, die neue Geschäftsmodelle, neue Produkte, neue Netzwerke, kurzum eine veränderte Wirtschaft mit sich bringen. „Unsere Stadt braucht junge entschlossene Gründungen“, sagte er zu Beginn der Auszeichnungsveranstaltung.

Zehn Bewerbungen waren bei der Stadtverwaltung Dessau-Roßlau eingegangen

Obwohl das vergangene Jahr mit der alles bestimmenden Coronapandemie keines war, das wirtschaftliche Zuversicht verbreitete, hielt dies gründungswillige Dessau-Roßlauer nicht davon ab, ihr Vorhaben umzusetzen. Was sich letztlich in der Beteiligung um den Gründerpreis widerspiegelte. Zehn Jungunternehmer hatten ihre Bewerbung eingereicht. Wie Peter Kuras betonte, seien alle durchweg „interessante Konzepte gewesen, die Respekt und Anerkennung verdienen“.

Es war die dritte Verleihung des Gründerpreises, einer Gemeinschaftsinitiative der Stadt mit der Industrie- und Handelskammer, dem Wirtschafts- und Industrieclub Anhalt, den Wirtschaftsjunioren und der Hochschule Anhalt. Im vergangenen Jahr war der Preis coronabedingt ausgesetzt worden. „Wir wollen heute 2020 nachholen und herausragende Leistungen der Gründer in besonders schweren Zeiten würdigen“, sagte Kuras deshalb am Donnerstag.

Das Projekt „Care Table“ von der Senexis GmbH holt den 2021er Gründerpreis in Dessau-Roßlau

Erster Preisträger war 2018 der Gastronom Tobias Felger mit seinem Restaurant „Tobi or not ToBe“. Im Jahr 2019 überzeugte Falko Müller die Jury mit seiner Pension „Schlafgut“ in der Brauereistraße. Der dritte im Bunde ist seit Donnerstag die senexis GmbH um Gründer Christoph Schneeweiß, der für seinen „Care Table“ den ersten Platz erzielte.

Als technischer Dienstleister unterstützt das Unternehmen, das von Schneeweiß im August 2019 gegründet wurde, Pflegebetriebe auf dem Weg in die digitale Welt und bietet eigene Soft- und HardwareLösungen an, eine davon ist der digitale Aktionstisch für Senioren. „Innovative Gründungen bedeuten hohe Investitionen und häufig einen langen zeitlichen Vorlauf. Christoph Schneeweiß hat mit seinen jetzt 25 Jahren sehr frühzeitig angefangen, unternehmerische Projekte zu entwickeln. Dieses Engagement als junger Unternehmer verdient unseren höchsten Respekt“, so Oberbürgermeister Peter Kuras in seiner Laudatio.

Die Plätze zwei und drei gingen an Nora-Eilin Reinicke und Arvid Brinkmann (siehe auch „Innovativ und nachhaltig“). Mit ihrem Familienbett habe Nora-Eilin Reinicke die „Bettenbranche revolutioniert“ fand Kuras für deren Unternehmen „Liegewiese-Das Familienbett“ , das sie im März 2020 gründete, anerkennende Worte. Arvid Brinkmann, Inhaber der gleichnamigen Garten- und Landschaftsbaufirma, bescheinigte der OB „definitiv einen grünen Daumen“. Im April 2019 gegründet, beschäftigt der 38-jährige Firmenchef inzwischen bereits vier Mitarbeiter und plane, weitere vier einzustellen, wie Kuras in seiner Laudatio hervorhob. Brinkmann ist der Schöpfer der Gartenträume Lounge.