Gedenken am 7. März

Gedenken am 7. März: Polizei: Friedlicher Verlauf - zwei Anzeigen nach Hitlergruß

Dessau - Die Aufzüge im Rahmen des Aktionstages zum Gedenken an die Zerstörung Dessaus am Ende des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren sind beendet. An den drei Demonstrationszügen haben laut Polizei insgesamt rund 300 Menschen teilgenommen. Polizeisprecher Ralf Moritz sprach am späten Nachmittag von einem friedlichen und störungsfreien ...

Die Aufzüge im Rahmen des Aktionstages zum Gedenken an die Zerstörung Dessaus am Ende des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren sind beendet. An den drei Demonstrationszügen haben laut Polizei insgesamt rund 300 Menschen teilgenommen. Polizeisprecher Ralf Moritz sprach am späten Nachmittag von einem friedlichen und störungsfreien Verlauf.

Das Bündnis „Gelebte Demokratie“ hatte zu einem Gedenkrundgang durch die Dessauer Innenstadt aufgerufen, dem sich rund 200 Personen anschlossen. Station machte der Zug unter anderem in der Marienkirche, wo die Ausstellung „Dessau in Trümmern“ eröffnet wurde. Die Schau zeigt auch, dass Dessau als Rüstungsstandort der Nazionalsozialisten kein willkürliches Ziel alliierter Bomber gewesen ist.

Die beiden anderen Demonstrationen hatte das Netzwerk „Dessau nazifrei“ organisiert. Eine startete mit circa 50 Teilnehmern am Dessauer Hauptbahnhof. Die andere mit ebenso vielen Demonstranten bewegte sich von Süd Richtung Stadtzentrum. Gegen 15 Uhr trafen sie sich am Friedhof III zu einer Kundgebung und bewegten sich dann gemeinsam zurück in die Innenstadt. Gegen 16.15 Uhr löste sich die Demonstration am Hauptbahnhof wieder auf.

Parallel veranstaltete die Stiftung Bauhaus bei einem Nachbarschaftsfest rund um das Bauhaus Museum und das Bauhausgebäude in der Gropiusallee zahlreiche Aktionen. Die Polizei zählte hier rund 350 Teilnehmer.

Erklärtes Ziel aller Veranstaltungen am heutigen Tag war es, rechten Kameradschaften das Gedenken an die Zerstörung der Stadt nicht zu überlassen.

Kundgebungen von rechter Seite gab es nicht. Die Polizei bestätigte allerdings kleinere Gruppen von Personen aus dem rechten Spektrum im Stadtgebiet. Größere Störungen habe es nicht gegeben, so Ralf Moritz. Lediglich zwei Strafanzeigen wegen Zeigens verfassungsfeindlicher Symbole habe es gegeben. An der Museumskreuzung hätten am Rande der linken Demonstration zwei Peronen im Beisein von Polizeibeamten den Hitlergruß gezeigt.

Derzeit klingen die meisten Aktionen im Stadtgebiet aus. In Dessau Nord findet zur Stunde unter anderem noch eine Mahnwache statt. Zudem sind am Abend mehrere Gottesdienste geplant.

Um 20 Uhr findet in der Petruskirche Dessau-Nord im Rahmen des Kurt-Weill-Festes ein Konzert mit dem Leipziger Synagogalchor statt. Um 21 Uhr folgt in der Dessauer Pauluskirche der traditionelle Gottesdienst zum Gedenken an die Bombardierung Dessaus. Ab 21.45 Uhr, der Uhrzeit der ersten Bombenabwürfe, werden die Kirchenglocken in ganz Dessau läuten. (mz/sal)