Kino zum Hinhören

Dessauer Musikerin Binegra hat ihr zweites Musikalbum „Elancholie“ herausgebracht

Singer-Songwriterin Sabine Graichen, alias Binegra, mit ihrem neuen Album. Foto: Thomas Ruttke

Dessau - „Ich nenne es Hörkino“, sagt Sängerin und Songschreiberin Sabine Graichen zu ihrem neuesten Projekt. Das ist eine CD, ihr zweites Album, die sie unter ihrem Künstlernamen Binegra herausgebracht hat. „Elancholie“ hat sie das Album genannt, das schon kurz vor Weihnachten als CD herausgegeben wurde. Doch nun sind die zwölf Songs der Dessauerin offiziell auch weltweit online digital auf allen üblichen Plattformen verfügbar und können gestreamt werden.

„Elancholie“ spielt zwischen Elan und Melancholie und lädt ein zu einer Reise in geheimnisvolle Welten zum Selbst, sagt Sabine Graichen. Das ist kein Mainstream-Pop, sondern Cinematic-Pop, denn beim Hören entstehen viele Bilder im Kopf, beschreibt sie. Das hat sie auch aus Rückmeldungen erfahren - nicht aus dem deutschsprachigen Raum. Aus Italien etwa schrieb ein Fan, er könne ihre Sprache zwar nicht verstehen, aber er genieße es, ihrer Musik und ihrer Stimme zuzuhören.

Möglich war die Albumproduktion durch das Kulturstipendium „Kultur ans Netz“ des Landes Sachsen-Anhalt

Entstanden ist das Album im vergangenen Jahr. Möglich war das durch das Kulturstipendium „Kultur ans Netz“ des Landes Sachsen-Anhalt. „Es war ein großes Projekt für einen kleinen Zeitraum von nur drei Monaten“, gibt die freiberufliche Musikerin zu, die unter anderem als Bloggerin, Studiosängerin, Gitarrenlehrerin sowie als künstlerische Produzentin aktiv ist und ihre Energie in viele Herzensprojekte steckt.

Ihr Glück: In der Vergangenheit hatte sie für das Album schon den Grundstock gelegt. „Alle Songs waren schon geschrieben“, erzählt sie. Sie aber in die endgültige Version zu bringen, war die Herausforderung. Vom Titel „Urlaub auf Balkonien“ habe sie bestimmt 20 Versionen ausprobiert, erzählt sie schmunzelnd.

Von „Urlaub auf Balkonien“ fühlen sich auch die meisten Zuhörer angesprochen - was wohl nicht zuletzt mit der Coronazeit zu tun hat, vermutet sie. Auch „Was wäre wenn“ und „Ice Queen“ gehören zu den Songs, zu denen sie die meisten Rückmeldungen erhalten hat.

Warum hat die 37-Jährige das Album eigentlich nicht gleich bei Streamingdiensten, sondern erst jetzt dort veröffentlicht?

Alle zwölf Titel hat sie selbst produziert, unterstützt wurde sie dabei von Sebastian Pilch. Einen Titel hat sie zusammen mit Gastkünstlerin Mely. Sora, einer ihrer ehemaligen Schülerinnen, geschrieben und aufgenommen.

„Lass Dich fallen“ heißt das Duett, zu dem es später noch ein Musikvideo geben soll. Besonders ist auch der zwölfte Song „Last breath“, der ein Instrumentaltitel ist und entstand, als ihr Vater und ihr Großvater gleichzeitig im Krankenhaus waren. „Ich hatte mir große Sorgen gemacht“ - und diese in Musik gegossen. Wie überhaupt alle Titel einen persönlichen Bezug zu ihr haben.

Doch warum hat die 37-Jährige das Album eigentlich nicht gleich bei Streamingdiensten, sondern erst jetzt dort veröffentlicht? „Damit will ich auch ein Statement setzen, auf die geringe Vergütung von Künstlern bei Streamingdiensten aufmerksam machen“, erklärt sie.

Auch dieses Jahr hat sich die Sängerin, Songschreiberin und Musikproduzentin bei „Kultur ans Netz“ um ein Stipendium beworben

Gerade in Corona-Zeiten merken Menschen, die im künstlerischen Bereich tätig sind, wie Einnahmen immer spärlicher werden. Für kleine Künstler seien die Erlöse bei Streamingdiensten nur ein Taschengeld, mehr nicht. „Man muss immer irgendwie zusehen, wie man da klar kommt“, erzählt Sabine Graichen. „Aber ich gebe nicht auf, auch wenn ich dabei war, den Boden unter den Füßen zu verlieren.“ Die letzten Monate habe sie viel zu knabbern gehabt. Texte zu schreiben, Musik zu komponieren, alles aufzunehmen im eigenen Studio - das sei eine für sie motivierende Seite, um sich selbst immer wieder aufzubauen. „Der kreative Output ist heilsam“, hat sie für sich herausgefunden.

Kreativ geht es auch in diesem Jahr weiter. Wieder hat sich die Sängerin, Songschreiberin und Musikproduzentin bei „Kultur ans Netz“ um ein Stipendium beworben. Zu ausgewählten Songs von „Elancholie“ will sie Videos machen. „Ich hoffe, dass das klappt!“ (mz/Heidi Thiemann)

Mehr zu Binegra und ihrem Album „Elancholie“ gibt es auf der Seite www.binegra.de. Dort auch gibt es eine Kurzdokumentation zur Entstehung des Albums.