Ein gemeinsames Fest

Dessau: Flugplatzfest und Biker mit Herz geben sich am Wochenende die Klinke in die Hand

Das bevorstehende Wochenende ist geprägt vom kleinen Flugplatzfest am Sonnabend und der großen Ausfahrt der Initiative „Biker zeigen ein Herz für Kinder“ am Sonntag.

Von Annette Gens
Die Akteure von Flugplatzfest und  Biker mit Herz. Am Samstag wird auf dem Flugplatz gefeiert, am Sonntag geht es um die Benefizausfahrt der Biker.
Die Akteure von Flugplatzfest und Biker mit Herz. Am Samstag wird auf dem Flugplatz gefeiert, am Sonntag geht es um die Benefizausfahrt der Biker. Foto: Th. Ruttke

Dessau/MZ - Das Flugplatzfest wurde in Dessau traditionell um Pfingsten gefeiert. Die Biker mit Herz dagegen starteten immer im April eines jeden Jahres mit Hunderten Motorradfahrern zur großen Ausfahrt. Der Lockdown hat beide im Dessauer Veranstaltungskalender zur Tradition gewordenen Termine durcheinandergewirbelt. Beide Aktionen haben nun eine Klammer gefunden - und ein gemeinsames Fest.

Auf dem Flugplatz zwischen Kleinkühnau und Alten heißt es am kommenden Wochenende, 11. und 12. September: „Anhalt hebt ab“. Am Samstag, 11. September, will der Flugsplatz-Stammtisch an die Tradition der vielen Dessauer Flugplatzfeste anknüpfen und feiert das nunmehr 15. Flugplatzfest. Am Sonntag, 12. September, starten dann die Motorradfahrer der Initiative „Biker zeigen ein Herz für Kinder“ ihre Gefährte durch. Es geht - vom Dessauer Flugplatz aus - auf die große Ausfahrt: Zerbst, Garitz, Roßlau stehen als Ziele an. 55 Kilometer ist die Ausfahrt lang. Zurück auf dem Flugplatz soll dann mit allen, die dabei sein möchten, gefeiert werden.

Absprung als Tandem?

Doch was erwartet die Gäste am Samstag beim 15. Flugplatzfest? Ab 10 Uhr sind Rundflüge und Mitfluggelegenheiten auf Segel- und Motorflugzeugen geplant. Durchstarten kann man laut den Organisatoren auch mit einem Doppeldecker AN-2, der dafür extra angeflogen kommt, sowie mit einem Tragschrauber. Außerdem fallen Fallschirmspringer vom Himmel. Auch Tandemsprünge mit den Gästen vom Platz sollen ermöglicht werden.

Ab 14 Uhr läuft das Fest überwiegend in Regie des Kultur- und Heimatvereins Kleinkühnau und von Wiesers Vergnügungspark. „Serviert wird Kuchen von der Kleinkühnauer Kaffeetafel“, zählt Vereinsvorsitzender Ralf Schönemann auf. Die Freiwilligen Feuerwehren Alten und Kleinkühnau geben Einblicke in ihre Arbeit. Angekündigt sind Vorführungen auf einer von den Dessauer Stadtwerken für beide Tage aufgebauten Bühne. Dort zeigen die Revuetanzgruppe Showtime ihr neues Programm und der Deutsch-Chinesische Kulturbund einige Kampfkunst-Darbietungen.

15 Uhr spielt die Kleinkühnauer Band „Traumtänzer“. Am Abend des Flugplatzfestes soll die AN 2 mit mehreren Personen an Bord zum Flug in den Sonnenuntergang durchstarten.

Wer diese Personen sind, steht erst am Samstagnachmittag fest. Das Eintrittsticket hat gleich mehrere Funktionen, erklärt Schönemann: Erstens berechtigt es am Samstag zum kostenfreien Besuch im Technikmuseum „Hugo Junkers“, das sich am Flugplatzfest beteiligt, und zweitens soll mit Hilfe des Tickets und dessen Nummer am Samstag, 15.30 Uhr, auf offener Bühne ausgelost werden, wer in den Sonnenuntergang durchstarten darf.

Am Samstagabend wartet das Fest mit einer Premiere auf: Die Band „Just Older“ spielt auf. Dahinter stehen überwiegend Dessauer Musiker um Heike und Axel Huth, die die erste Junkers-Fete anstimmen.

Alle können mitfeiern

Der Sonntag steht im Zeichen eines Spielplatzes für die Dessauer Regenbogenschule. „Denn dort ist im Frühjahr nun auch noch das allerletzte Spielgerät kaputt gegangen“, weiß Biker Karl-Heinz Richter. Jetzt haben die Schüler zwar eine Grünfläche vor der Schultür - mit nichts zum Toben drauf. Das wollen die Biker mit Herz ändern. Dafür werden am Sonntag gegen 8.30 Uhr die Tore zum Dessauer Flugplatz erneut geöffnet. Dann gehört der Start- und Landeplatz ausschließlich den Zweiradfahrern für eine Benefizausfahrt.

Gegen 10 Uhr setzt sich die Oldtimergruppe samt den Mopedfahrern als erste in Startposition. Schrittweise alle andern, erklärt Biker Karl-Heinz Richter den Abmarsch der Ausfahrt, die die Polizei zum inzwischen sechsten Mal absichern hilft. Es werden - je nach Wetter - mehrere Hundert Biker erwartet, die mit ihrer Spende den Bau eines neuen Spielplatzes für die Kinder der Regenbogenschule unterstützen.

Um 13 Uhr beginnt auf dem Flugplatz das Bühnenprogramm samt Scheckübergabe. Die Schüler wollen mit „Hardy und Heroes“ ein eigens eingeübtes Lied anstimmen. Apropos Hardy: Als der Künstler am 20. August auf der Wasserburg ein Konzert gab, wurde für die Biker mit Herz mächtig gespendet. 1.000 Euro gaben die Konzertbesucher. Private Spender legten weitere 3.000 Euro drauf. „Das war eine tolle Sache“, staunte Biker Karl-Heinz Richter über so viel Großzügigkeit. Die Hoffnung der Initiative ist es, den Regenbogenschülern bald helfen zu können.

Besucher sollten Abstandsregeln beachten und sich mit der Luca-App registrieren, sofern kein Nachweis als geimpft, genesen oder getestet („3G-Regel“) vorliegt. Alternativ gibt es Bögen zur Kontaktnachverfolgung.