Bus mit Geschichte

Bus mit Geschichte: Dessauer Nahverkehrsfreunde retten „Hochwasserbus“

Dessau - Bei einer Fahrt durch Dessau an einem Novemberabend im vorigen Jahr stotterte plötzlich der Motor des MAN NL 283 und dann versagte er komplett den Dienst. In das Depot der Dessauer Verkehrsgesellschaft (DVG) in Dessau-Süd wurde er gebracht. Die Fachleute vor Ort bescheinigten einen Motorschaden. Monatelang stand der Bus in der ...

Von Danny Gitter

Bei einer Fahrt durch Dessau an einem Novemberabend im vorigen Jahr stotterte plötzlich der Motor des MAN NL 283 und dann versagte er komplett den Dienst. In das Depot der Dessauer Verkehrsgesellschaft (DVG) in Dessau-Süd wurde er gebracht. Die Fachleute vor Ort bescheinigten einen Motorschaden. Monatelang stand der Bus in der Ecke.

Das Schicksal war ungewiss. Selbst eine Verschrottung konnte nicht ausgeschlossen werden. Da fassten sich die Dessauer Nahverkehrsfreunde ein Herz und schleppten ihn Anfang des Monats vom DVG-Gelände in die Nähe von Oranienbaum ab.

Da soll der MAN NL 283 wieder fit für die Straße gemacht werden und dann für die Nahverkehrsfreunde zum Einsatz kommen. „Wann das sein wird, ist derzeit noch offen“, erklärt Dirk Edelmann, der Vorsitzende der Dessauer Nahverkehrsfreunde, im Gespräch mit der MZ.

„Dieser Bus hat innerhalb der Flotte der DVG schon eine besondere Geschichte“

Warum dieser Bus vom Verein gerettet wurde, das kann Edelmann ganz genau sagen. „Dieser Bus hat innerhalb der Flotte der DVG schon eine besondere Geschichte.“ „Hochwasserbus“ wird der MAN NL 283, Baujahr 2002, auch genannt. „Der Hersteller MAN schenkte damals seinen kommunalen Kunden, deren Städte besonders stark vom Jahrhunderthochwasser bedroht waren, einen Bus“, erklärt der Vereinsvorsitzende.

Der gebürtige Dessauer arbeitet heute als Straßenbahnfahrer in Leipzig. In seiner Erinnerung wurde der „Hochwasserbus“ damals im September 2002 vor der Inbetriebnahme durch die DVG feierlich vor dem Dessauer Rathaus übergeben und präsentiert. Hauptsächlich im Schüler- und im Schienenersatzverkehr kam der „Hochwasserbus“ mit Diesel-Motor zum Einsatz.

Eben jenen Motor wollen die Nahverkehrsfreunde wieder zum Laufen bringen. „Auch ein paar Roststellen unter den Fensterrahmen und ein paar Sitzpolster müssen ausgebessert werden. Ansonsten befindet er sich aber in einem guten Zustand“, attestiert Edelmann.

„Hochwasserbus“ ist das dritte Fahrzeug in der Flotte der Dessauer Nahverkehrsfreunde

Der „Hochwasserbus“ ist das dritte Fahrzeug in der Flotte der Dessauer Nahverkehrsfreunde. Ein alter Berliner Mercedes-Linienbus dreht für den Verein, der in den warmen Monaten regelmäßig diverse Themenfahrten anbietet, schon seine Runden. In diesem Jahr soll sich noch ein MAN NM 222 dazu gesellen. Unter dem Spitznamen „Würfelzucker“, verrichtete der kompakte weiße Bus, Baujahr 1996, einst seinen Dienst für die Dessauer Verkehrsgesellschaft.

Alle Busse der Vereinsflotte können auch für feierliche Anlässe gemietet werden. (mz)