Verteidigung nach Kritik

Anzügliche Mathe-Aufgabe: Schulamt weist Mobbing-Vorwürfe gegen Lehrer aus Dessau als falsch zurück

Von Daniel Salpius 01.10.2021, 15:55 • Aktualisiert: 01.10.2021, 16:43
Das Walter-Gropius-Gymnasium in Dessau
Das Walter-Gropius-Gymnasium in Dessau (Foto: Thomas Ruttke)

Dessau/MZ - Der Bericht über eine anzügliche Aufgabenstellung eines Mathelehrers am Dessauer Gropius-Gymnasium hat am Freitag für viel Wirbel gesorgt. Auch das Landesschulamt hielt es daher für notwendig, sich erneut zu dem Vorfall, der sich bereits im vergangenen Schuljahr in einer 10. Klasse ereignet hatte, zu äußern. Konkret nahm die Schulbehörde Stellung zu den Vorwürfen, die Hagen Göricke, dessen Tochter in die Klasse ging, öffentlich vor dem Dessau-Roßlauer Stadtrat erhob.

Göricke berichtete, der Pädagoge habe, nachdem sich ein anderer Vater bei der Schulleitung über die Aufgabe beschwert hatte, die Stimmung gegen dessen Tochter in der Klasse gedreht. Der Lehrer soll erklärt haben, dass lockerer Unterricht in dieser Klasse nicht mehr möglich sei.

„Ich weise diesen Vorwurf gegen die Lehrkraft darum in aller Deutlichkeit als falsch zurück“

Der geäußerte Vorwurf, die Lehrkraft hätte Stimmung gegen die Schülerin gemacht, sei mit der Schule geprüft worden. Es habe keinerlei Anhaltspunkte gegeben, die das bestätigen würden, so der Sprecher des Landesschulamtes, Tobias Kühne, gegenüber der MZ. „Ich weise diesen Vorwurf gegen die Lehrkraft darum in aller Deutlichkeit als falsch zurück.“

Das Landesschulamt lobte weiterhin den Umgang der Schulleitung mit dem Vorfall. „Es ist ein Fehler passiert, der sofort als solcher erkannt, eingesehen und behandelt wurde“, unterstrich Kühne. Für die Zukunft sei eine Wiederholung bestmöglich ausgeschlossen. Der Sachverhalt werde darum als erledigt bewertet.

Stein des Anstoßes war eine Hausaufgabe mit dem Titel „Die Schlampe in der City“

Stein des Anstoßes war eine Hausaufgabe mit dem Titel „Die Schlampe in der City“. In jedem siebten Überraschungsei verberge sich demnach eine „Schlampenfigur“. Die Schüler sollten nun ausrechnen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, beim Kauf von drei Eiern eine oder mehrere „Schlampenfiguren“ zu erhalten. Das Landesschulamt bewertete die Aufgabe auf MZ-Nachfrage als „in ihrer Formulierung unangemessen und ungeeignet.“ Sie entspreche zudem nicht dem Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schulen in Sachsen-Anhalt.