Pauschalen reichen nicht aus

Zörbig will Vereine finanziell stärker an der Nutzung von Turnhallen beteiligen - Lösung ist schwierig

Von Andrea Dittmar
Vereine sollen künftig auch  für die Nutzung derSporthalle an der Schlosswiese  in Zörbig zahlen.
Vereine sollen künftig auch für die Nutzung derSporthalle an der Schlosswiese in Zörbig zahlen. (Foto: Michael Maul)

Zörbig/MZ - Die Vereine in der Einheitsgemeinde Zörbig sollen sich künftig stärker an den Betriebsausgaben der Sporthallen und -plätze beteiligen. Dazu will die Verwaltung bis Ende des Jahres einen Rahmenplan schaffen und die Beteiligten an einen Tisch holen. „Wir beteiligen uns als Stadt mit 45 Euro Zuzahlung pro Quadratmeter, während andere Gemeinden 23 Euro leisten“, erklärte Bürgermeister Matthias Egert (CDU) auf der vergangenen Sitzung des Finanzausschusses. Die jetzigen Pauschalen würden nicht ausreichen.

Aktuell steht die Stadt im Austausch mit den Vereinen, bis Ende Juli wolle man mit allen Parteien gesprochen haben. „Wir haben bereits Vertragsentwürfe versendet und Gegenvorschläge erhalten“, sagte Egert weiter. Im Raum steht, ob die Beteiligung an den Betriebsausgaben per Pauschale erfolgen oder stetig neu berechnet werden soll.

In den neuen Verträgen soll auch geregelt werden, welche Instandhaltungs- und Reparaturmaßnahmen die Stadt übernimmt und welche in die Zuständigkeit der Vereine fallen. Genauso steht die Abrechnung für die Nutzung etwa von Mobiliar zur Debatte. Das betrifft etwa die Mehrzweckhalle in Stumsdorf, dort wurden Tische und Stühle durch den Feuerwehrverein gesponsort.

Der Vorstoß der Verwaltung ist derweil nicht neu. Wie Stadträtin Jutta Mädchen (FDP) im Ausschuss sagte, stehe das Thema schon länger an. „Wir waren da schon einmal weiter in der Verwaltung.“ Kläglich gescheitert sei das allerdings, weil die seiner-zeit selbstständigen Gemeinden unterschiedliche Regelungen getroffen hatten. „Je mehr man in das Thema einsteigt, desto schwieriger wird es“, sagte Mädchen unumwunden.

Doch sie hat auch den Haushalt der Stadt im Blick - und dabei ist es eine generelle Forderung der Kommunalaufsicht, Vereine stärker an den Ausgaben für Sportstätten zu beteiligen. Eine pauschale Lösung - die Vereine nach der Anzahl der Mitglieder in die Pflicht zu nehmen - befürwortet sie, um kleine Gruppen nicht übermäßig zu belasten.

Stadtrat Frank Vogel (Freie Wähler) sagte, die Zustimmung sei generell vorhanden, auch bei den Sportlern. „Es ist keine Frage, dass die Vereine beteiligt werden müssen.“ Doch bisher habe der Sportverein keine Zahlen vorgelegt bekommen, wie sich die Beteiligung entwickeln könne oder wie sich die Betriebsausgaben entwickelt hätten. Gleichzeitig dürfe die finanzielle Belastung nicht derart hoch sein, dass die Vereine die Räume nicht mehr nutzen. „Uns bringen leere Sportstätten nichts.“ Kritik kam auch von Matthias Schlegel (Freie Wähler). In Schrenz müssen Sportler für das Bürgerhaus am Sportplatz bereits 80 Euro pro Monat zahlen - während andere erst ab Januar zur Kasse gebeten werden sollen. Dies werde auf den Schultern der 50 Vereinsmitglieder verteilt.

Der Stadt liegen derweil nur Übersichten bei den Kosten aus den Jahren 2015 bis 2017 vor. Auch diese sollen als Grundlage für die Beteiligung neu erhoben werden.