Heiße Reifen und viel Chrom

Rund 800 Autos, Motorräder und Trucks: „US-Cars und Motorcycles“-Treffen in Zörbig

Sie liefern Nostalgie und so manche Story.

Von Thomas Schmidt 24.05.2022, 15:52
Auf Hochglanz poliert haben die Bitterfelder Besitzer diesen Oldtimer für die staunenden Besucher in Zörbig.
Auf Hochglanz poliert haben die Bitterfelder Besitzer diesen Oldtimer für die staunenden Besucher in Zörbig. (Foto: Thomas Schmidt)

Zörbig/MZ - Motorengedröhn in allen Tonlagen hat am Wochenende die Herzen von Oldtimer-Fans höher schlagen lassen. Rund 2.500 Teilnehmer und Besucher kamen zum Salt-City-Custom Event in Zörbig mit US-Cars und Motorcycles. Die Organisatoren Ronny Böhme, Gerd Hoffmann, Sören Ulrich und Stefan „Ischdi“ Balogh sind hochzufrieden. Rund 800 Autos, Motorräder und Trucks waren dort zu erleben.

„Wir waren 2019 in Halle, aber der Standort entsprach nicht unseren Erwartungen. Hier in Zörbig auf dem Gelände der Agrargenossenschaft haben wir eine zukunftssichere Location gefunden. Es ist wie eine kleine Stadt“, freute sich Ronny Böhme. Man habe viel Unterstützung von Bürgermeister Matthias Egert (CDU) und Agrar-Chef Ulf Gehrmann erhalten. „Das haben wir so noch nicht erlebt“, sagte Stefan Balogh, den alle „Ischdi“ nennen, über die neuen Gastgeber.

„Für die Motorräder haben wir die Herkunft offen gelassen, für alles andere gelten nur die USA als Herkunftsland“

Zum Treffen in der Spörener Straße chauffierten Männer und Frauen ihre US-Cars und Bikes aus mehreren Epochen in großer Zahl. Darunter auch eine US-Stretch- und Chauffeurlimousine. „Unglaublich, was die Leute alles aus ihren Garagen hervorholen und in welch großer Zahl“, wunderte sich Thomas Meyer aus Zerbst, nachdem er den Motorradhelm auf dem Sitz seiner MZ platziert hatte.

Schönster Straßenkreuzer:  Ford Starliner von Nadine Priesterjahn und Jörg Welle
Schönster Straßenkreuzer: Ford Starliner von Nadine Priesterjahn und Jörg Welle
(Foto: Thomas Schmidt)

„Für die Motorräder haben wir die Herkunft offen gelassen, für alles andere gelten nur die USA als Herkunftsland“, sagte Balogh. Sonst würde es ein zu großer und unübersichtlicher Mix. „Dafür gibt es andere Treffen. Hier machen die US-Cars die Faszination aus“, erklärte der leidenschaftliche Motorradfahrer. Balogh fährt eine amerikanische Shopper Harley-Davidson, genauso wie Mitstreiter Sören Ullrich.

Den Veranstaltern sind zudem mit zwei Bands echte Volltreffer gelungen. Sowohl „Ski-King“ am Freitagabend als auch die „The Ray Cats“ mit feinstem Rockabilly am Samstag brachten beste musikalische Stimmung.

Mit einer echten Rarität reisten Nadine Priesterjahn und Jörg Weller aus Grimma an

Für Furore sorgte zudem der Wettbewerb im Dezibel-Messen. Gesucht wurde das Fahrzeug, dessen Auspuffsound am lautesten war. Mit über 128 Dezibel gewann ein US-Car, das seinesgleichen suchte. Weitere Höhepunkte waren eine Bike Stuntshow, Räderwechseln nach Zeit sowie „Show & Shine“, die Präsentation und Vorstellung der Fahrzeuge und ihrer Geschichte. Neben Stefan Balogh, der vorwiegend die Motorräder vorstellte, moderierte ein Star der Szene die US-Cars: Guido Böttcher aus Brandenburg.

Mit einer echten Rarität reisten Nadine Priesterjahn und Jörg Weller aus Grimma an. Mit ihrem Ford Galaxie Starliner Club Victoria, kurz Ford Starliner, sorgten sie für Begeisterung. „Der Galaxie wurde weltweit nur 100 Mal gebaut. Damals war er ein Flopp - heute ist er umso wertvoller“, so die 38-jährige Priesterjahn. „Der Ford hat das Baujahr 1960 und ist der Einzige mit dieser Lackierung“, ergänzte Jörg Weller. „Wir haben das Fahrzeug aus den USA 2014 von einem Freund abgekauft“, erinnerte sich die Grimmaerin zurück.

Auffallen ist Trumpf beim US-Cars-Treffen - auch mit der Lackfarbe.
Auffallen ist Trumpf beim US-Cars-Treffen - auch mit der Lackfarbe.
(Foto: Thomas Schmidt)

Nicht nur die Fahrzeuge waren in Zörbig herausgeputzt - sondern auch die Teilnehmer

Der Ford hat eine 5,8 Li Maschine und einen V8 FE Motor. Der bringt die alte Dame zuverlässig voran. Bei Ausfahrten sind seitdem rund 5.000 Kilometer zusammengekommen. Der Starliner von Nadine Priesterjahn und Jörg Weller hat am Samstag den Pokal für die Kategorie „Best American Steel“ als schönster Straßenkreuzer bekommen.

Doch nicht nur die Fahrzeuge waren in Zörbig herausgeputzt, sondern auch die Teilnehmer. Da schlenderten Menschen mit Cowboyhüten und Westernstiefel genauso wie im Rockabilly-Stil gekleidete Paare Hand in Hand entlang der Fahrzeuge. Die Atmosphäre war größtenteils familiär und entspannt. Für die Organisatoren steht fest, dass das Event in Zörbig keine „Eintagsfliege“ bleiben wird.