Trotz steigender Fallzahlen

Hacker-Angriff auf Anhalt-Bitterfeld sorgt für dauerhafte Corona-Inzidenz von 0

Aktualisiert: 23.07.2021, 09:49
Das Corona-Dashboard des Robert-Koch-Instituts
Das Corona-Dashboard des Robert-Koch-Instituts (Foto: imago images/Rüdiger Wölk)

Anhalt-Bitterfeld/MZ - Der Hacker-Angriff auf Anhalt-Bitterfeld wirft auch im Zusammenhang mit den Corona-Maßnahmen einige Fragen auf: Zwar steigt die Zahl der Neu-Infektionen in den vergangenen Tagen langsam aber beständig, trotzdem weist das Robert-Koch-Institut (RKI) die Sieben-Tage-Inzidenz weiter mit 0 aus. Dabei ist in den Gesetzen und Verordnungen von Bund und Ländern genau dieser Wert der maßgebender Faktor für Lockerungen oder Verschärfungen der Corona-Maßnahmen.

Grund dafür ist, dass der Landkreis neue Infektionen zwar zählen, durch den Hacker-Angriff aber nicht an das Robert-Koch-Institut weiterleiten kann. Was passiert also, wenn die Zahlen weiter steigen, die Inzidenz aber unverändert bei 0 bleibt?

Intern hat die Verwaltung weiterhin einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen

„Der Landkreis ABI befindet sich aber im Katastrophenfall“, sagt Kreis-Pressesprecher Udo Pawelczyk auf Anfrage der Mitteldeutschen Zeitung. „Für den Fall, dass der Inzidenzwert in Anhalt-Bitterfeld einen Wert überschreitet, der zum Handeln zwingt, wird der selbst errechnete Inzidenzwert herangezogen.“

Soll heißen: Intern hat die Verwaltung weiterhin einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen und würde proaktiv reagieren - zumindest so lang es die Landesregierung zulässt: „In diesem Falle wird es natürlich noch eine vorherige Kommunikation mit dem Land geben.“

Am Donnerstag lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 8,8

Derzeit sei man aber noch weit von einer solchen Schwelle entfernt. Am Donnerstag lag die Sieben-Tage-Inzidenz gerade einmal bei 8,8.

Ab wann die Technik wieder funktioniert und die Infektionen vom Landkreis an das RKI gemeldet werden können, vermögen weder Pawlczyk noch RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher zu sagen. „Zurzeit können wir noch keine Zeitprognose für eine elektronische Übermittlung an das RKI geben“, sagt Pawelczyk. Glasmacher sieht die Verantwortung auch bei der Kreisverwaltung, überlegt aber Nutzer besser auf den Umstand hinzuweisen: „Wir prüfen einen Disclaimer auf dem Dashboard.“