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Digitalpakt für Schulen wird zweigeteilt - Landkreis macht zwei Millionen locker

Die Umsetzung der Digitalisierung der Schulen schafft Anhalt-Bitterfeld nicht bis Jahresende. Wie die Fördermittel dennoch gerettet weren sollen und warum der Landkreis selber Geld drauflegen muss.

Von Frank CZERWONN 13.06.2024, 12:10
Die Sekundarschule Raguhn ist die erste Bildungseinrichtung im Landkreis, deren Digitalisierung abgeschlossen ist.
Die Sekundarschule Raguhn ist die erste Bildungseinrichtung im Landkreis, deren Digitalisierung abgeschlossen ist. (Foto: Ulf Rostalsky)

Bitterfeld/MZ. - Der Digitalpakt Schulen kann im Landkreis Anhalt-Bitterfeld voraussichtlich nicht komplett bis zum Jahresende 2024 umgesetzt werden. Das hat Landrat Andy Grabner (CDU) jetzt noch einmal bestätigt.

Mit diesem Pakt fördert der Bund die digitale Ausstattung aller Schulen. Doch zum Jahresende läuft die Frist für die Verwendung der Bundesförderung ab. In Gesprächen mit den Schulleitern hat man deshalb entschieden, die Schulen in zwei Prioritätengruppen einzuteilen. Priorität eins umfasst alle Schulen, in denen die Digitalisierung bis Jahresende vollständig umgesetzt sein kann. Die restlichen landen in der Gruppe zwei und kommen 2025 dran.

Keine Fristverlängerung

„Noch sind wir aber guter Hoffnung, bis zum Jahresende alle Fördermittel ausgegeben zu haben“, betonte Grabner. Ein Antrag auf die Verlängerung der Frist sei abgelehnt worden, da es sich um Bundesmittel handelt. Klar sei aber, dass dieses Geld nicht ausreicht, um alle 23 Schulstandorte zu digitalisieren. „Wir müssen 1,5 bis zwei Millionen Euro aus eigenen Mitteln nehmen, um alle Schulen auszustatten.“ Für die Arbeiten in diesem Jahr werden die Fördermittel eingesetzt, für jene in 2025 dann das eigene Geld.

Voraussichtlich werden folgende fünf Schulen erst im kommenden Jahr digital voll ausgestattet sein: die Förderschule Hahnemann in Köthen, die Sekundarschule „Am Burgtor“ in Aken sowie in Zerbst der Hauptstandort der Sekundarschule „Ciervisti“, die Förderschule Heidetor und die Förderschule Güterglück.

Die Umsetzung des Digitalpakts erfolgt in mehreren Schritten. Dazu gehören die Auskundungen vor Ort, die Mengenermittlung der aktiven Technik, die passive Erschließung – also die Verkabelung – und der Einbau der aktiven Technik wie Wlan-Router.

Raguhn ist digitalisiert

Bereits abgeschlossen ist die Digitalisierung in der Sekundarschule Raguhn. Auch am Ludwigsgymnasium Köthen haben schon viele Räume Wlan. „Hier fehlen nur noch einige Netzwerkkomponenten“, so Grabner. In den Sekundarschulen Roitzsch, Wolfen-Nord, Zörbig, Raguhn und der Völkerfreundschaft in Köthen sowie in der Ciervisti-Außenstelle seien die Netze kabeltechnisch komplett ausgebaut. An fünf weiteren Schulen werden derzeit Baumaßnahmen durchgeführt. Dabei handelt es sich um die Förderschulen „An der Kastanie“ und „Erich Kästner“ in Bitterfeld-Wolfen, die Sekundarschule Rüsternbreite, die Gemeinschaftsschule Gröbzig und die Berufsbildende Schule Köthen.