Hereinspaziert

Bitterfelds Kulturpalast: Besucher bekommen beim „Tag im Palast“ Einblicke in dessen Zukunft

Von Sylvia Czajka
Bitterfelds Kulturpalast öffnet am 25. September  die Tür.
Bitterfelds Kulturpalast öffnet am 25. September die Tür. (Foto: Kehrer)

Bitterfeld/MZ - Mancher hat’s nicht so mit Zahlen. Matthias Goßler schon. Einfach mal den Kalender „splittern“. Fertig. Der „Tag im Palast“ kann kommen. Eigentlich wäre er längst Geschichte, sollte bereits am 29. 5. über die Kulturbühne gehen. Doch Corona übernahm wieder mal den Terminplaner. Nun schließt der Inhaber des Bitterfelder Kulturpalastes um 10 Uhr am 25. 9. die Tür auf und verspricht allen, die sich erinnern wollen, bis 14 Uhr einen „Tag im Palast“. Es wird keinen wundern: Es herrscht Maskenpflicht innerhalb des Gebäudes.

Gegen 11 Uhr gibt es alles Wissenswerte über die Zukunft des ehrwürdigen Hauses. Vor allem darüber: Wann es wie weitergehen wird. Goßler blickt schon mal in die nahe Zukunft: Mit dem Start zum Umbau rechnet er im Sommer 2022. Vorher laufen Planungs- und Genehmigungsphasen. Die Ausschreibung für das künftige Planungsbüro wird europaweit geführt und läuft derzeit. Bis es losgehen kann, werden die Kellerbereiche für die Bauarbeiten vorbereitet, alle Zeitzeugen gesichert. „Es darf nichts verloren gehen“, betont Goßler.

Drei Berliner Theaterschaffende wollen Initiativen und Partner anziehen und vernetzen

Doch der „Tag im Palast“ werde auch genutzt, um auf ein Ereignis im kommenden Jahr hinzuweisen. „Das Festival Osten 2022“. Federführend ist der Verein Kulturpark. Drei Berliner Theaterschaffende wollen Initiativen und Partner anziehen und vernetzen. Ein Partner ist die Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle, erzählt Ludwig Haugk vom Verein. Studenten haben sich mit der Geschichte der Region vertraut gemacht. Es geht um den Bitterfelder Weg, aber auch um Zwangsarbeit. Sie wollen vor Ort ins Gespräch kommen, vielleicht Filme drehen, Fotos machen, aber auch eine eigens entwickelte Postkarte auf die Reise schicken, um die Aufmerksamkeit auf Bitterfeld-Wolfen zu lenken, deren Kulturpalast aus der Stadtgeschichte nicht mehr wegzudenken ist.

Und es wird auch musikalisch. Vielleicht noch nicht hörbar, verrät Haugk. Ein Laien-Orchester soll entstehen und Musikschüler werden zu Lehrern. Instrumente aus dem Fundus des Palastes bekommen unerfahrene Partner. Man darf also gespannt sein auf einen „Tag im Palast“!