„Joko und Klaas gegen Pro Sieben“

Warum zwei Männer aus Bernburg mitmachen

Abbild des Moderators hat kein Herz. Auf einer Dienstreise nach Berlin wurde dann gehandelt.

Von Katharina Thormann
Zwei Bernburger hatten Mitleid mit der Klaas-Statue und schenkten ihr deshalb ein Herz. Foto: Steffen Hergesell

Berlin/Bernburg - Die Bundeshauptstadt Berlin hat nach einer Fernsehshow ein neues Denkmal. Und zumindest für einen kurzen Moment war es mit einem Gruß aus Bernburg bestückt. Aber der Reihe nach: Es ist Mittwoch vergangener Woche gewesen, als Steffen Hergesell von der Bernburger „Druckbude“ und sein Azubi Max Wilke aus Baalberge auf ihren heimischen Sofas saßen und die TV-Unterhaltungsshow „Klaas und Joko gegen Pro Sieben“ anschauten.

Dabei wurde für den TV-Star Klaas Heufer-Umlauf ein Denkmal mitten vor dem Berliner Hauptbahnhof enthüllt. Aber wer die beiden Moderatoren kennt, weiß, dass sie sich seit Jahren gegenseitig aufs Korn nehmen. Und so hatte auch die Aufstellung der Statue einen Haken: Das Abbild des 37-jährigen Moderators, der vor allem unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebt ist, hat kein Herz.

Stattdessen klafft an dieser Stelle ein handgroßes Loch. Diese bewusste „Fehlkonstruktion“ diente seinem Comedypartner dazu, öffentlich alle Fans dazu aufzurufen, das Loch zu schließen. Sei es durch ein Brötchen, Blumen oder andere Gegenstände. Und nicht nur das. Das Ergebnis sollte auch fotografiert und auf der Fotoplattform Instagram unter dem Hashtag #dankeklaas gepostet werden.

Das ließen sich Max Wilke und Steffen Hergesell nicht zweimal sagen. „Da ich Fan der beiden bin, war es einfach ein ,must have’, einmal dort gewesen zu sein“, sagt Max Wilke und musste auch gar nicht lange auf diesen Moment warten.

„Wir waren vergangenen Freitag sowieso beruflich in Berlin und haben uns vorgenommen, einen Abstecher zur Statue zu machen“, erzählt Steffen Hergesell. Aber sie kamen nicht unvorbereitet. Natürlich lag es für Bernburgs Druckexperten nahe, etwas Persönliches zu drucken.

„Wir haben die Tasse aus Plastik in die Öffnung gestellt, ein Foto gemacht und es hochgeladen.“

Steffen Hergesell, Druckbude in Bernburg

Und so entstand eine Tasse, auf der ein rotes Herz mit der Aufschrift „Ein Herz für Klaas“ zu sehen ist und auf der Rückseite ein Porträtbild vom bislang „herzlosen“ TV-Star Klaas Heufer-Umlauf.

„Wir haben die Tasse aus Plastik, damit sie beim Herunterfallen nicht in tausend Scherben zerspringt, dann in die Öffnung gestellt und natürlich ein Foto gemacht und es hochgeladen“, erzählt Hergesell. Eigentlich sei es nur Blödsinn gewesen, aber die „herzliche“ Geste sorgte auch auf dem Instagram-Account der „Druckbude“ für breite Zustimmung.

Steffen Hergesell ist Mitarbeiter der Druckbude in Bernburg.
Pülicher

„Das gepostete Foto war mit Abstand das mit den meisten Herzen, die wir bisher bekommen haben“, sagt Hergesell. Sogar einige Berliner hätten so virtuell zu den Druckern nach Bernburg gefunden. Inzwischen sind dem Aufruf bereist hunderte Fans gefolgt.

Sie haben das Loch unter anderem mit auf Papier gemalte Herzen und Quietscheentchen gefüllt. Sogar die Deutsche Bahn hat die neue Statue öffentlich begrüßt, schließlich bietet diese sogar einen an der Jackettasche befestigten Flaschenöffner.

Max Wilke ist Mitarbeiter der Druckbude und hat Klaas ein Herz geschenkt.
Pülicher

Lange steckte das Bernburger Herz aber nicht in der Statue, so Hergesell, denn: „Schon nach zehn Minuten kamen zwei junge Frauen und haben sich die Tasse einfach mitgenommen.“ Weitere Fotos von der gefüllten Klaas-Statue am Berliner Hauptbahnhof sind im Internet im sozialen Netzwerk Instagram zu finden unter: www.instagram.com unter dem Hashtag #dankeklaas. (mz)