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Rechte Parolen Kreisliga-Partie im Salzlandkreis bei 7:0 abgebrochen: Staatsschutz ermittelt

Die Partie TSV Blau-Weiß Eggersdorf und Union 1861 Schönebeck wurde Freitagabend abgebrochen. Der Staatsschutz ermittelt, weil "L’amour toujours" von Gigi D'Agostino zum Skandieren rechter Parolen genutzt wurde.

Von dpa Aktualisiert: 08.06.2024, 11:38
Ein Blaulicht auf einem Einsatzfahrzeug der Polizei.
Ein Blaulicht auf einem Einsatzfahrzeug der Polizei. Daniel Vogl/dpa/Symbolbild

Bördeland - Weil rassistische Parolen skandiert worden sein sollen, ist ein Kreisliga-Fußballspiel in Sachsen-Anhalt abgebrochen worden.

Es sei Strafanzeige wegen des Verdachts der Volksverhetzung gestellt worden, sagte ein Polizeisprecher am frühen Samstagmorgen. Demnach hatte der Schiedsrichter am Freitagabend die südlich von Magdeburg in Bördeland-Eggersdorf ausgetragene Partie zwischen dem TSV Blau-Weiß Eggersdorf und Union 1861 Schönebeck beim Stand von 7:0 für die Gastgeber abgebrochen.

Strafanzeige wegen Volksverhetzung

Nach Polizeiangaben soll aus einer kleinen Gruppe von ca. zehn Personen, bestehend aus Heim-Fans, Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden, unter „musikalischer Untermalung“ - gemeint ist die Melodie des alten Party-Hits „L’amour toujours“ von Gigi D'Agostino - die Parole gerufen worden sein.

Auch in einem Lokal auf der Insel Sylt hatten junge Menschen vor Kurzem zu diesem Lied „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ gegrölt und damit deutschlandweit für Aufsehen gesorgt.

Nach Angaben des Sprechers meldete die Spielleitung den Abbruch der Polizei, woraufhin die Beamten die Ermittlungen, Identitäten aufnahmen und Ermittlungsverfahren einleiteten. Der polizeiliche Staatsschutz übernimmt, danach entscheidet die Staatsanwaltschaft, wie es weitergeht.

Weil das Lied zuletzt zunehmend für rassistische Parolen genutzt wurde, wird es bei der Fußball-Heim-EM sowie auf Volksfesten wie dem Münchner Oktoberfest und den Cannstatter Wasen nicht mehr gespielt. Die UEFA strich das Lied in Absprache mit dem österreichischen Fußball-Bund, der den Hit als sogenannten „celebration song“ vorgeschlagen hatte.