Umwelt

Jägerschaft sagt: Wildbestand in der Region Bernburg ist gesund

Population der Tiere wächst. Waidmänner haben jedoch Sorgen wegen Schweinepest und steigender Wolfszahl.

Von Carsten Roloff
Michael Warthemann, der seit 1977 den Jagdschein besitzt, mit seinem Münsterländer Hanno (3) und seinem Dackel Fitte (4).
Michael Warthemann, der seit 1977 den Jagdschein besitzt, mit seinem Münsterländer Hanno (3) und seinem Dackel Fitte (4). Foto: Carsten Roloff

Baalberge/Poley/MZ - Die Jägerschaft Bernburg hat Bilanz gezogen über die vergangene Jagdsaison, die den Zeitraum 1. April 2020 bis 31. März 2021 umfasste.

Die Mitgliederversammlung, die für April geplant war, aber wegen Corona nicht über die Bühne gehen konnte, fand kürzlich im Baalberger Schützenhaus statt. Dabei konnten die Jäger aus dem Altkreis endlich wieder gemeinsam an einem Tisch sitzen und die Saison Revue passieren lassen.

„Hinsichtlich des Bestandes können wir ein positives Fazit ziehen“

„Hinsichtlich des Bestandes können wir ein positives Fazit ziehen. Die Streckenzahlen sind gestiegen, ein Indikator für einen gesunden Wildbestand in unserer Region“, meinte der Vorsitzende der Jägerschaft, Michael Warthemann. Im Rahmen der Versammlung wurden Margitta Beutler, Sven Altzschner, Marko Knauft und Fritz Littmann mit der Ehrennadel des Landesjagdverbandes in Bronze ausgezeichnet.

Schon seit mehreren Jahren beteiligt sich der Verein am „Wild-Monitoring“. Hierbei werden entweder bei Wildtieren entnommene Proben oder ganze Tiere, wie zum Beispiel Füchse oder Waschbären, dem Veterinäramt übergeben. „Damit können die Veterinäre gefährliche Krankheiten wie Tollwut feststellen. In unserem Gebiet sind wir in den vergangenen Jahren davon verschont geblieben, jedoch wurden Staupe und auch der Befall mit Kleinem Fuchsbandwurm festgestellt“, so Michael Warthemann. Er weiß jedoch, dass die Ausbreitung von Seuchen wie der Afrikanischen Schweinepest bei den Wildschweinen trotz regelmäßiger und vom Gesetzgeber vorgeschriebener Kontrollen schwer zu verhindern ist.

„Der Bestand der Wölfe wächst in Deutschland jährlich um ein Drittel“

Eine weitere besorgniserregende Entwicklung aus Sicht des Vorsitzenden ist die unregulierte Entwicklung des Wolfsbestandes in Deutschland. In der Region um Bernburg sind bisher nur Einzeltiere gesichtet worden. Aber im Lödderitzer Forst bei Aken sind ein Dutzend Isegrims auf der Jagd nach Fleischnahrung. „Der Bestand der Wölfe wächst in Deutschland jährlich um ein Drittel“, so Michael Warthemann, der seit 1977 den Jagdschein besitzt und täglich mit Münsterländer Hanno und Dackel Fitte seinen Revieren einen Besuch abstattet.

Während die Jagd in der Pandemiezeit wegen der Systemrelevanz nicht vom Gesetzgeber verboten wurde, litt das Vereinsleben. Regelmäßige Treffen und die Pflege des Brauchtums blieben auf der Strecke. Der dringend benötigte Nachwuchs konnte unter den Pandemiebedingungen auch nicht für die Jägerei begeistert werden. „Ich hoffe, dass alles bald wieder in normalen Bahnen verläuft. Wir möchten nächstes Jahr auch wieder eine Trophäenbewertung vornehmen“, sagt der 63-jährige Poleyer. Momentan hat die Jägerschaft Bernburg 206 Mitglieder. Sie vereint die Waidmänner des Altkreises Bernburg.