Landtagswahl 2021

Eltern aus Bernburg gratulieren Stefan Ruland zum Wahlsieg

CDU-Kandidat holt sehr gutes Ergebnis in Alsleben. In welchen Orten im Salzlandkreis die anderen Kandidaten gepunktet haben.

Von Torsten Adam
Angelika und Wolfgang Ruland gratulierten ihrem Sohn Stefan zum  Einzug in den Landtag.
Angelika und Wolfgang Ruland gratulierten ihrem Sohn Stefan zum Einzug in den Landtag. (Foto: Engelbert Pülicher)

Bernburg - Mit Ehefrau, Eltern und ein paar Parteifreunden hat Wahlsieger Stefan Ruland seinen Einzug in den Landtag am Sonntagabend auf dem Hof der CDU-Kreisgeschäftsstelle am Bernburger Karlsplatz gefeiert. Es dauerte aber ein Weilchen, bis sich der Erfolg für den 40-Jährigen herauskristallisierte.

Denn nach Auszählung eines Drittels der 66 Wahllokale betrug sein Vorsprung auf AfD-Kandidatin Claudia Weiss nur vier Prozentpunkte - kein sicheres Polster, um schon die Sektkorken knallen zu lassen. Doch der Vorsprung wuchs mit jeder neuen Meldung - am Ende waren es satte zehn Prozent.

Freistellung vom Arbeitgeber und Beginn eines neuen Lebensabschnittes

Für den Bernburger CDU-Stadtratsfraktionsvorsitzenden beginnt damit nach der Sommerpause ein neuer Lebensabschnitt. Der Sparkassen-Betriebswirt wird sich für seine neue Aufgabe von seinem Arbeitgeber freistellen lassen.

„Zunächst für die kommende fünfjährige Legislaturperiode. Was danach wird, müssen wir abwarten“, blickt Stefan Ruland im MZ-Gespräch voraus. Sollte er 2026 wiedergewählt werden, sei eine Rückkehr in den alten Job nach solch langjähriger Abstinenz sicher schwierig.

Er möchte sich bei Sparkassen-Vorstandschef Hans-Michael Strube in dieser Woche auf jeden Fall bedanken, kündigt der Bernburger an. „Denn die Sparkasse hat viel dafür getan, dass ich meine Persönlichkeit so entwickeln konnte wie ich heute bin.“

Die Erststimmen für die kandidaten
Die Erststimmen für die kandidaten
(Grafik: Schlaikier)

Den Grundstein für seinen Wahlsieg legte Stefan Ruland mit einem überdurchschnittlichen Ergebnis in seiner Heimatstadt (35,8 Prozent), einen Kantersieg landete er in Alsleben (42,8). Die einzige Kommune, die er nicht gewann, war die Gemeinde Plötzkau.

Dort siegte AfD-Frau Claudia Weiss (33,0) mit 4,3 Prozent Vorsprung recht deutlich, weil sie in Bründel (42,6) und Großwirschleben (38,8) sehr stark war. Die 46-jährige Baalbergerin registrierte in Nienburg (22,8) ihr schwächstes Ergebnis - ein Schicksal, das sie mit Stefan Ruland (28,7), Henriette Krebs (8,5) und Heike Voigt (3,2) teilte. Denn nicht ganz unerwartet zogen Sozialdemokrat Paul Engel (17,6) und seine liberale Cousine Johanna Engel (16,0) in ihrer Heimatstadt relativ viele Stimmen.

Die Zweitstimmen für die Parteien
Die Zweitstimmen für die Parteien
(Grafik: Schlaikier)

Die Nachwuchspolitiker mussten dafür ihrem geringen Bekanntheitsgrad in Plötzkau mit 5,4 (Paul Engel) und in Könnern mit 6,8 Prozent (Johanna Engel) Tribut zollen. Die Bernburger Linke Henriette Krebs durfte besonders mit ihren Resultaten in Plötzkau und Güsten (jeweils 14,8) und Bernburg (14,7) zufrieden sein.

Ihren Heimvorteil konnte auch Heike Voigt ausspielen. Die Kandidatin der Freien Wähler erreichte ihren Spitzenwert in Könnern (8,6) und punktete auch in Plötzkau (6,8) respektabel. Für Bernburgs Grünen-Chef Erich Buhmann endete die Wahl ernüchternd auf dem letzten Platz. Seinen Bestwert erzielte er in der Kreisstadt (4,9). In Könnern erreichte er nur 2,5 Prozent der Wähler, in Bründel, Gnölbzig, Strenznaundorf und Zickeritz ging er sogar gänzlich leer aus.

Zweitstimme im Wahlkreis 20
Zweitstimme im Wahlkreis 20
(Grafik: Schlaikier)

Bei den Zweitstimmen erwies sich der Wahlkreis als CDU-Hochburg: 37,9 Prozent sind etwas mehr als der Landesschnitt. Gleiches gelang aber ebenfalls AfD, Linke und FDP. Hingegen blieben SPD und Grüne hinter dem Sachsen-Anhalt-Ergebnis zurück.

Hohe Beteiligung in Nienburg

Die Wahlbeteiligung fiel mit 56,7 Prozent etwas schwächer als vor fünf Jahren (58,6) aus. In Nienburg gaben immerhin zwei Drittel (65,8) ihre Stimme ab, sicher befördert durch die parallele Bürgermeisterwahl. Auch Ilberstedt schaffte einen guten Wert (60,7). Die geringste Beteiligung wurde im Awo-Seniorenzentrum Bernburg verzeichnet (28,0). (mz)