Landtagswahlkreis 21

CDU erobert den Altkreis Bernburg zurück von AfD

Die CDU holt mit Stefan Ruland den vor fünf Jahren an die AfD verlorenen Landtagssitz zurück. Der Sieger liefert sich lange einen Zweikampf mit Claudia Weiss.

Von Torsten Adam
Die Wähler in Könnern durften nach Neueinteilung der Wahlkreise über die gleichen Kandidaten abstimmen wie  Bernburger. Sabine Siersleben, Horst Zimmermann (Mitte) und Heinrich Lehnert entleerten um 18 Uhr die Wahlurne.
Die Wähler in Könnern durften nach Neueinteilung der Wahlkreise über die gleichen Kandidaten abstimmen wie Bernburger. Sabine Siersleben, Horst Zimmermann (Mitte) und Heinrich Lehnert entleerten um 18 Uhr die Wahlurne. (Foto: E. Pülicher)

Bernburg - Der Altkreis Bernburg hat wieder eine christdemokratische Stimme im Landtag. Stefan Ruland eroberte das Direktmandat, das Jürgen Weigelt vor fünf Jahren an die AfD-Kandidatin Sarah Sauermann verloren hatte, für die CDU zurück. Der 40-jährige Vater zweier Mädchen aus Bernburg tauscht damit seinen bisherigen Job als Vermögensberater bei der Salzlandsparkasse mit der Berufspolitik.

Im Vorfeld der Stimmabgabe am Sonntag galten der Finanzexperte und Claudia Weiss von der AfD, die beide im Bernburger Stadtrat sitzen, als Favoriten im siebenköpfigen Bewerberfeld. Und dieser Rolle wurden sie gerecht - mit dem besseren Ende für den CDU-Fraktionsvorsitzenden.

Seines Sieges konnte sich Stefan Ruland nach Schließung der Wahllokale aber lange nicht gewiss sein - zu knapp waren die Abstände bei den ersten Ergebnissen, die aus den insgesamt 66 Wahllokalen zwischen Wedlitz und Zickeritz gemeldet wurden. Am Ende konnte er sich aber mit einem Vorsprung von 9,7 Prozent sehr deutlich behaupten. Weil die AfD in Sachsen-Anhalt insgesamt nicht zulegen konnte, verpasste die 46 Jahre alte Baalbergerin den Einzug über die Landesliste ihrer Partei.

Wie 2016 blieb der Linken die „Bronzemedaille“. Henriette Krebs verlor ein Drittel der Prozentpunkte, die ihre ehemalige Landesvorsitzende Birke Bull damals geholt hatte. Diese war über die Landesliste ihrer Partei dennoch ins Parlament eingezogen, ehe sie ein Jahr später in den Bundestag wechselte.

Johanna Engel holte 9,5 Prozent für die FDP, ihr Cousin Paul Engel 8,9 Prozent für SPD

Da parallel auch Direktmandatsträgerin Sarah Sauermann erst die AfD verließ und dann öffentlich nicht mehr in Erscheinung trat, war die Region vier Jahre lang ohne politische Stimme in der Landeshauptstadt.

Respektabel schlug sich der Politiknachwuchs aus Nienburg. Die 23-jährige Johanna Engel holte für die FDP 9,5 Prozent, ihr ein Jahr jüngerer Cousin Paul Engel für die SPD 8,9 Prozent. Für die Freien Wähler konnte die Könneranerin Heike Voigt 4,8 Prozent einfahren. Grünen-Stadtratsfraktionschef Erich Buhmann landete mit 3,9 Prozent abgeschlagen auf dem letzten Platz im Kandidatenfeld.

Bei den Zweitstimmen lag die CDU noch deutlicher vor der AfD. Die ehemalige Volkspartei SPD fiel sogar noch hinter die FDP zurück. Ginge es nach den Bernburgern, hätten die Grünen den Einzug ins Parlament klar verfehlt. Die größten Verluste indes verzeichneten die kleinen Parteien, die ihr Ergebnis von 2016 halbierten. (mz)