Planung realistisch?

Stadtplanung bis 2020 in Aschersleben: 25.000 Einwohner, 30 neue Firmen, zehn Millionen Euro aus Gewerbesteuern

Aschersleben - 2011 hat die Stadt Ziele formuliert, die bis 2020 erreicht werden sollen. Einmal im Jahr stellt Klaus Schaffhauser vom Stadtplanungsamt den aktuellen Stand dem Stadtrat vor.

Von Harald Vopel 28.03.2018, 10:10

2011 hat die Stadt Ziele formuliert, die bis 2020 erreicht werden sollen. Einmal im Jahr stellt Klaus Schaffhauser vom Stadtplanungsamt den aktuellen Stand dem Stadtrat vor.

Bevölkerung

Die Einwohnerzahl der Stadt - inklusive aller Ortsteile - soll bei 25.000 stabilisiert werden. Von 2010 bis Ende 2017 sank sie weiter von 28.987 auf 28.110. Nach derzeitiger Prognose werden im Jahr 2020 zum ersten Mal weniger als 25.000 Menschen - nämlich rund 24.880 - in Aschersleben leben.

Um dieser Entwicklung etwas entgegen zu setzen, soll das sogenannte Wanderungssaldo - die Differenz zwischen Weg- und Zuzügen - erhöht werden. Das gelang in den vergangenen drei Jahren überraschend gut. Bisher am besten 2015, als 398 (Plan 131) mehr Menschen nach Aschersleben zogen als die Stadt verließen. Auch 2017 wurden mehr Neu-Ascherslebener (272) begrüßt als erwartet (181). Mit dem positiven Wanderungssaldo kann die negative Differenz zwischen Sterbefällen und Geburten allerdings längst noch nicht ausgeglichen werden.

Wirtschaft

Schwerpunkte im Bereich ist die Ansiedlung von 30 Unternehmen - davon mindestens die Hälfte mit „Entscheidersitz“ in Aschersleben - , die Senkung der Arbeitslosigkeit auf unter zehn Prozent und die Erhöhung der Gewerbesteuereinnahmen auf zehn Millionen Euro im Jahr 2020.

Dazu kommen die Entwicklung der Innenstadt zu dem Einzelhandelszentrum der Region, die Verdoppelung der jährlichen Übernachtungszahlen im Hotelgewerbe gegenüber dem Jahr 2009 (17.867) und eine ärztliche Vollversorgung.

Vor allem bei der Firmenansiedlung hinkt der Ist-Zustand hinter dem Plan hinterher. So sollten bis 2017 bereits 21 Unternehmen neu angesiedelt sein. Tatsächlich waren es gerade einmal sieben Firmen. Besser als geplant lief es zuletzt bei der Erhöhung der Zahl der sozialversicherungspflichtigen neuen Arbeitsplätze.

Da wurde die Zahl von 800 bereits im Jahr 2016 mit 1016 neuen Jobs weit überschritten. Mitte des vergangenen Jahres waren es sogar 1.102 neue Arbeitsplätze im Vergleich zum Jahr 2010. Die Arbeitslosenquote sank. Trotzdem blieb Aschersleben in der Arbeitslosenstatistik bis heute Schlusslicht in der Region.

Bildung

In diesem Bereich werden regelmäßig Befragungen zur Akzeptanz der Bildungsangebote durchgeführt. Befragt werden Nutzer der städtischen oder privaten Bildungseinrichtungen. Ziel ist es, dass im Jahr 2020 mindestens 80 Prozent der Befragten die Angebote als gut bis sehr gut einschätzen. Bereits 2014 lag die Quote bei 86 Prozent.

Als weiteres wichtiges Kriterium betrachtet die Stadt die sogenannte Bildungszentralität. Die spiegelt das Verhältnis zwischen ein- und auspendelnden Schülern aus beziehungsweise in benachbarte Kommunen wider. 2017 lag sie bei plus 130,5. Die Zielvorgabe für 2020 beträgt 130 und ist derzeit bereits knapp übertroffen.

Stadtentwicklung

In zwei Jahren sollen 80 Prozent der öffentlichen Infrastruktur im Sanierungsgebiet saniert sein. Mit 75,5 Prozent Ende 2017 lag die Stadt voll im Plan. Außerdem sollen in jedem Jahr vier Kilometer Straße gebaut werden.

Auch hier ist man dem Plan voraus. In der Kernstadt wurden 53 Prozent, in den Ortsteilen 163 Prozent mehr Straßenkilometer gebaut als die Teilziele vorgaben.

Mittelzentrum

Der Status eines Mittelzentrums mit der dafür notwendigen Infrastruktur soll unbedingt erhalten bleiben. Dazu gehört auch die Erfüllung der Verpflichtungen aus den Verträgen mit den Ortsteilen zu deren Eingemeindung.

Ziel ist es, bis Ende 2020 mindestens 85 Prozent der vertraglich geregelten Verpflichtungen einzulösen. Dabei handelt es sich vor allem um Bau- und Sanierungsprojekte in den elf eingemeindeten Ortschaften. Derzeit hinkt man den jährlichen Zielvorgaben etwas hinterher. So waren bis 2017 erst rund 73 Prozent statt der geplanten 84 Prozent abgearbeitet. (mz)