1. MZ.de
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Aschersleben
  6. >
  7. Schäferhundeverein ist in Sorge um Ausbildungsplatz

Schäferhundeverein ist in Sorge um Ausbildungsplatz

Von HAJO MANN 12.03.2009, 16:20

COCHSTEDT/MZ. - Die Vereinsmitglieder hatten es sich auf die Fahne geschrieben, ihre Vierbeiner als Fährten- und Schutzhunde auszubilden. Kein leichtes Unterfangen.

Ein geeignetes Gelände, das der LPG gehörte, war schnell gefunden und ein Kompromiss geschlossen. Die LPG überließ dem Verein das etwa 600 Quadratmeter große Objekt. Dafür verpflichteten sich die Vereinsmitglieder, in der Landwirtschaft zu helfen. Nachdem der Hundeplatz für die Ausbildung hergerichtet war, ging es an den Bau des Vereinsheimes. "Das Vereinsheim haben wir alles in Eigenleistungen aus Abrisssteinen gebaut", erinnert sich der Vereinsvorsitzende noch sehr gut. Am 7. Oktober 1972 konnte Einweihung gefeiert werden. Das Heim verfügt über einen Wasser- und Stromanschluss.

In seiner Blütezeit hatte der Verein 24 bis 26 Mitglieder. Gegenwärtig zählt der Verein 16 Mitglieder. "Unser Verein ist nicht nur für Besitzer mit Schäferhunden offen", erklärte Schramer. Im Verein gebe es auch einen Setter und zwei Boxer. Für die Ausbildung seines Hundes ist der Besitzer verantwortlich. Die Ausbildung erfolgt in drei Etappen. Als Erstes ist die Begleithundeprüfung abzulegen. "Diese Prüfung ist Voraussetzung für die weitere Ausbildung zum Fährten- und Schutzhund", klärt Schramer auf. Mit der Ausbildung kann bereits mit acht Wochen begonnen werden. Hier wird der Spieltrieb der jungen Hunde für die Ausbildung genutzt. "Nach 15 Monaten kann die erste Prüfung abgelegt werden", so Schramer. Die Ausbildung zum Fährtenhund wird während der Ausbildung zum Begleithund und Schutzhund mit erledigt. Wer will, der kann mit seinem Hund die Fährtenhundeprüfung eins und zwei ablegen.

Die Ausbildung zum Schutzhund erfolgt in drei Stufen. Die Schutzhundprüfung drei kann frühestens nach 24 Monaten abgelegt werden. Die Hunde sind dann so ausgebildet, dass sie den Täter beim Auffinden nur verbellen. Erst, wenn er die Flucht ergreift, wird zugebissen. "Unsere Hunde sind so ausgebildet, dass sie sich den Beißarm vornehmen", erklärt Schramer. Im Eifer des Gefechtes komme es schon einmal vor, dass der Hund woanders hinbeißt. Deshalb seien die Helfer (Scheintäter) mit einer dicken Lederhose und Weste geschützt. "Blaue Flecken kann es aber trotzdem geben", weiß Stellvertreter Ingo Adolph aus Erfahrung. Zwei Mal in der Woche wird trainiert. Ausbildungswart ist Detlef Ahrendt. Er hat die erforderliche Übungsleiterlizenz. Bei Vergleichswettkämpfen haben die Cochstedter Vereinsmitglieder schon viele Pokale und Urkunden gewonnen, die das Vereinsheim zieren. Beide Vorsitzenden bedauern sehr, dass es sehr schwer ist, die Jugend für den Hundesport zu begeistern. Die Vereinsmitglieder sind auch bereit, anlässlich von Volksfesten und Jubiläen zu zeigen, was ihre Vierbeiner können.

Den Verein plagen aber auch Sorgen. Seit 2007 will der neue Eigentümer, die Landesgesellschaft Sachsen-Anhalt, das Gelände verkaufen. Die Landesgesellschaft hat den Verein vor die Alternative gestellt - entweder kaufen oder den ursprünglichen Zustand wieder herstellen. "Ich rechne mit einem fünfstelligen Kaufpreis", sagt Schramer. Der Abriss werde auch nicht billiger, glaubt er. Demnächst wird erneut verhandelt. "Es muss ein Weg gefunden werden", hoffen beide Vorsitzenden.