Sauberkeit in Wilsleben

Sauberkeit in Wilsleben : Gemeindearbeiter rotieren

Wilsleben - Warum in Wilsleben ein Tag mehr für die Pflege von öffentlichen Flächen verwendet werden soll. Ortschef Steffen Amme will Antrag stellen.

Von Marion Lange 28.02.2017, 09:55

An einem Tag in der Woche sind zwei Gemeindearbeiter in Wilsleben tätig. Diese Mitarbeiter des Bauwirtschaftshofes sorgen unter anderem für den Grün- und Heckenschnitt auf den städtischen Flächen, arbeiten auf dem Friedhof und kontrollieren den Spielplatz in der Ortschaft.

„Das ist eine Menge Arbeit für nur einen Tag in der Woche. Und deshalb funktioniert es auch nicht so, wie es sich die Wilslebener vorstellen“, erklärt Wilslebens Ortsbürgermeister Steffen Amme.

Deshalb möchte er in der kommenden Sitzung des Betriebsausschusses einen Antrag stellen, der die „Neuausrichtung der Ortsteilbewirtschaftung vorsieht.“ Die Sitzung wird am 2. März stattfinden.

Planung vor einem Jahr ausgeklügelt

Im März des vergangenen Jahres erst hat der Bauwirtschaftshof die Planung für die Teams, die die Flächen in den Ortsteilen bewirtschaften beziehungsweise in Ordnung halten sollen, ausgeklügelt.

Diese sah vor, dass zwei Gemeindearbeiter für die Ortsteile in Neu Königsaue, Winningen und Wilsleben tätig sind. Während die beiden Arbeiter für Winningen und Neu Königsaue zwei Tage pro Woche verwenden sollen, blieb für Wilsleben nur noch ein Wochentag übrig.

Ein Tag pro Woche reicht doch nicht

„Das Jahr 2016 sollte als Erprobungsjahr angesehen werden“, so Steffen Amme und weiter: „Doch wegen der vielen Arbeiten, die im Jahresverlauf anfallen, sehe ich einen Tag pro Woche für unsere Ortschaft als nicht ausreichend an.

Zumal Wilsleben von der Fläche eigentlich größer ist als Neu Königsaue. Deshalb hatte der Wilslebener Ortschef in den vergangenen Jahren zusätzlich vier Arbeitsgelegenheitsmaßnahmen zur Grünflächenpflege und für allgemeine Reinigungsarbeiten im Ort beantragt. Aber nur zwei wurden besetzt.

Jetzt besteht wieder Handlungsbedarf

„Ich sehe nach dem Probejahr deshalb einen deutlichen Handlungsbedarf“, findet der Wilslebener und schlägt deshalb vor, dass in diesem Jahr eine wöchentliche Rotation mit den Ortschaften Neu Königsaue und Winningen erfolgt. Also jede Ortschaft mit zwei Tagen betreut wird. „Dieser Plan sollte mit den Ortschaftsräten abgestimmt werden“, findet er.

Eine weitere Möglichkeit sieht Steffen Amme darin, das Team personell zu verstärken. „Man sollte prüfen, ob ab dem Haushaltsjahr 2018 eine zusätzliche Personalstelle geschaffen werden kann,“ sagt er.

In Aschersleben gibt es mehr Prestigeflächen

„Insgesamt gibt es für die elf Ortsteile fünf Teams, die zum Teil auch noch in Aschersleben mitarbeiten, weil es in der Stadt einfach mehr Prestigeflächen gibt“, erklärt André Könnecke, Leiter des Bauwirtschaftshofes. Allerdings treffe das nicht für das Team Wilsleben, Winningen, Neu Königsaue zu.

Dort musste allerdings schon einmal die Teamstärke geändert werden. Als die Grundschule in Neu Königsaue geschlossen wurde, wurde auch ein Gemeindearbeiter, der gleichzeitig dort als Hausmeister arbeitete, abgezogen.

„Trotzdem haben wir die Teamgröße als ausreichend angesehen. Ich finde, Wilsleben jammert hier auf ganz hohem Niveau“, so André Könnecke weiter. Man könne den Ort nicht mit der Stadt vergleichen. Und selbst in Aschersleben schaffe man es, Randflächen nur alle sechs Wochen zu betreuen.

Hinweise sollen nicht ignoriert werden

Den Hinweis des Wilslebener Ortschefs will man aber trotzdem nicht ignorieren: „Wir werden noch im Frühjahr mit den betreffenden Ortsbürgermeistern die Bewirtschaftung der Ortsteile auswerten“, sagt er.

Schon deshalb, weil die zu bewirtschaftenden Flächen sehr unterschiedlich groß sind und weil eine starre Festlegung nach gleichmäßigen Pflegeintervallen zudem nicht zu einer auf Flächen und Aufgaben bezogenen gerechten Bewirtschaftung führen würde.

„In Wilsleben und in Neu Königsaue haben wir in etwa gleich große Flächen zu pflegen. Winningen hat eine wesentlich größere Gesamtfläche. Das muss bei der Beratung natürlich berücksichtigt werden“, gibt André Könnecke zu und findet, dass deshalb künftig die vorhandenen Ressourcen besser eingesetzt werden sollen. Dabei sollen auch die jeweiligen Pflegepläne der Ortsteile geprüft und gegebenenfalls ergänzt werden. (mz)