Sauberkeit in Aschersleben

Kameras gegen Vandalismus im Bestehornpark

Ordnungsamt Stadträte machen die Sauberkeit in den Parks und Gärten zum Thema. Auch das Radfahren auf der Herrenbreite kommt erneut zur Sprache.

Von Kerstin Beier
Ob die Parks der Stadt kameraüberwacht werden sollen, wird immer wieder diskutiert. Fotomontage: Frank Gehrmann

Aschersleben - Die Überwachungskameras im Bestehornpark in Aschersleben sind installiert und eingerichtet. Nachdem die Kletterorange auf dem Gelände vor zwei Jahren von Unbekannten in Brand gesetzt und vollständig zerstört wurde, hat der Ruf nach einer zumindest zeitweisen Kameraüberwachung neue Nahrung erhalten.

Nach intensiven Diskussionen hatte der Stadtrat schließlich zugestimmt, solche Kameras anzuschaffen und Vandalismus damit zumindest zu erschweren. Ordnung und Sicherheit in der Stadt, besonders aber in den Parks und Gärten, war Thema im jüngsten Ordnungsausschuss. Dazu war Matthias Poeschel, Vorstand der Aschersleber Kulturanstalt (Aka) eingeladen worden.

Seit 2011 ist die Aka für die ehemaligen Gartenschauflächen Herrenbreite, Bestehornpark, Stadtpark und Eine-Terrassen zuständig. „Wir haben ein offensichtliches Müllproblem und haben es uns zur Aufgabe gemacht, das anzugehen“, sagte er.

Mit zahlreichen öffentlichkeitswirksamen Aktionen vor allem mit Schulen versuchen er und seine Mitarbeiter, den Blick der Ascherslebener für das menschengemachte Problem zu schärfen. Nach Corona sollen die in letzter Zeit pandemiebedingt zurückgefahrenen Aktionen wieder aufleben.

Massive Schwierigkeiten habe die Aka, die Parkordnung durchzusetzen, beschreibt Poeschel und nennt unter anderem das Radfahrverbot auf der Herrenbreite und im Stadtpark. Die eigens dafür eingestellten Parkwächter sind keine Vollstreckungsbeamten und können daher nur ermahnen.

„Wir haben ein offensichtliches Müllproblem und haben es uns zur Aufgabe gemacht, das anzugehen.“

Matthias Poeschel, Vorstand der Aschersleber Kulturanstalt (Aka)

Stadtrat Lars-Gernot Otto (SPD) warb für die Fahrradfahrer. Auch er würde nur ungern die Straße benutzen, wenn es sich anderswo gefahrloser fährt. „Wenn sich jeder an den Paragrafen 1 der Straßenverkehrsordnung halten würde, hätten wir kein Problem“, sagte Poeschel.

Doch zwei schwere Unfälle 2020, verursacht von rücksichtslosen Radfahrern, hätten ihn darin bestärkt, keine Ausnahmen zuzulassen. Außerdem: „Wenn es Ausnahmen für eine Gruppe gibt, kommt sofort die Hundebesitzerfraktion“, denkt er an die nicht abreißen wollenden Diskussionen auch derer, die nicht einsehen können, warum sie die Flächen mit ihren vierbeinigen Lieblingen nicht benutzen dürfen.

Die Idee, die „Runde“ am Rand der Herrenbreite für Fahrradfahrer freizugeben, sei wieder verworfen worden. „Das ist einfach schwer umzusetzen“, befürchtet Poeschel.

Christine Klimt (Die Linke) spricht die vielen illegalen Müllablagerungen in Aschersleben selbst, aber auch in der Feldflur an. Ordnungsamtsleiter Christian Grossy bestätigt, dass beinahe täglich Meldungen dazu im Rathaus eingehen.

„Wir werden versuchen, den diesjährigen Frühjahrsputz auf die Feldwege zu verlegen, der Landkreis kommt einfach nicht hinterher.“ Dies sei eine „bedauerliche Situation“ vor allem deshalb, weil es in den meisten Fällen nicht gelingt, die Verursacher zu finden.

In diesem Zusammenhang fragte Stadtrat Andreas Rossa (CDU), was aus dem Beschluss des Stadtrates geworden ist, einen kommunalen Ordnungsdienst einzustellen. „Die Ausschreibungen dazu laufen“, so Grossy. Stadträtin Rita Reisky regt an, die Ausschussmitglieder sollten sich in einem Ordnungsrundgang selbst ein Bild machen und sich die Brennpunkte ansehen. (mz)