Grüne Woche in BerlinGrüne Woche in Berlin: Riechende Regenwürmer

BERLIN/GATERSLEBEN - Gebannt schaut Vincent durch das Mikroskop. Auf dem Objektträger bewegt sich etwas: ein Pantoffeltierchen. Der Junge besucht die Carl-Orff-Grundschule in Berlin-Wilmersdorf und hat Sachkunde-Unterricht. Nicht in der Schule, nicht bei seiner Sachkundelehrerin, sondern im „Grünen Labor“ aus Gatersleben, das für die „Grüne Woche“ seine Gerätschaften in die Halle 3.2. auf dem Berliner Messegelände verlegt ...

Von UWE KRAUS 19.01.2015, 17:51

Gebannt schaut Vincent durch das Mikroskop. Auf dem Objektträger bewegt sich etwas: ein Pantoffeltierchen. Der Junge besucht die Carl-Orff-Grundschule in Berlin-Wilmersdorf und hat Sachkunde-Unterricht. Nicht in der Schule, nicht bei seiner Sachkundelehrerin, sondern im „Grünen Labor“ aus Gatersleben, das für die „Grüne Woche“ seine Gerätschaften in die Halle 3.2. auf dem Berliner Messegelände verlegt hat.

Laborleiterin Ute Linemann betreut bis zum kommenden Wochenende gemeinsam mit den künftigen Biolaborantinnen des IPK, Mandy Fabig und Manuela Wittig, hunderte Schüler, die aus Berlin und dem Umland in ihr Labor unmittelbar neben dem Erlebnisbauernhof kommen. „Wir sind zum wiederholten Male eingeladen worden. Dass wir in diesem Jahr hier wieder mit den Schülern experimentieren, verdanken wir der Unterstützung der Kleinwanzlebener Saatzucht AG. Ohne sie könnten wir uns diesen speziellen Messeauftritt nicht leisten“, erläutert Ute Linemann.

„Riechen und Fühlen“

„Das wäre ein riesiger Verlust“, urteilt Yasmina Schröder, die als betreuendes Elternteil mit einer Berliner Schulklasse ins „Grüne Labor“ gekommen ist. Ihrer Klasse folgen die Kinder der Carl-Orff-Grundschule, die sich gerade mit der Thematik „Riechen und Fühlen“ an drei Stationen des Erlebnisbauernhofes befassen und korrekt ihre Stempel ins Arbeitsheft bekommen, aber auch eine Tüte Kresse zum eigenen Experimentieren auf den Weg bekommen.

Bei den Gaterslebern betreut die messeerfahrene Manuela Wittig, die kurz vor ihrem Ausbildungsende steht, eine Minischülergruppe. „Bei uns gibt es ein kleines chemisches Experiment. Wir bestimmen Nährstoffe, also Zucker und Stärke.“ Das passt, so eine Sachkundelehrerin, bestens zur Unterrichtseinheit „Ernährung“.

Regenwurm reagiert

Bei Mandy Fabig suchen die Berliner Kinder nach der Antwort auf die Frage, ob Regenwürmer einen Geruchssinn haben. Die kleine Lara fingert das Tier aus der Petrischale, misst akribisch Länge und Gewicht des Wurmes, um ihn dann in verschiedene Röhrchen gleiten zu lassen. Sie stellt fest: Auf den Geruch von Honig reagiert der Regenwurm ziemlich gelassen. Als jedoch Senf und dann purer Essig das Laborglas durchströmen, versucht der Wurm eine Drehung und will nur fort von dem intensiven Luftstrom. (mz)