Freude über Verstärkung
ASCHERSLEBEN/MZ. - In einem der "wohl schönsten Veranstaltungsräume des Salzlandkreises", so Rektor Rainer Nitsche, dem Bestehornhaus, wurde am Dienstag die Diplomierung der Absolventen des Studienjahrgangs 28 / II / 05 und die Zeugnisausgabe der Absolventen des Studienjahrgangs 30 / II / 06 der Fachhochschule Polizei gefeiert. "Sie haben allen Grund, stolz auf sich zu sein", sagte Nitsche zu den Absolventen. Erstmals beendeten zwei Studienjahrgänge an der FH ihr Studium zeitgleich.
Insgesamt 56 Absolventen, von denen sechs mit der Note "gut", 40 mit der Note "befriedigend" und zehn mit einer "genügenden" Bewertung ihre Ausbildung abschlossen, erhielten ihre Zeugnisse. Als Studienjahrgangsbester des Studienjahres 28 / II / 05 wurden Polizeimeister Robert Schmidt aus Merseburg und als Studienjahrgangsbeste des Studienjahres 30 / I / 2006 Polizeiobermeisterin Pamela Friedrich aus Genthin geehrt. Die besten Diplomarbeiten, die mit jeweils 14 Rangpunkten bewertet wurden, schrieben Polizeikommissaranwärterin Cora Hoffmann (aus Halle), Polizeikommissaranwärter Tobias Landmann und Polizeimeister Uwe Scholze (beide aus Magdeburg). Über die Verstärkung der Polizei "durch hoch qualifiziertes Personal" freute sich Polizeipräsident Karl-Heinz Willberg von der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost. Die Absolventen hätten nun ein gutes theoretisches Wissen, das er mit einem "Rohdiamanten" verglich. Nun gelte es, diesen "mit einem Feinschliff zu versehen". In der Praxis würde die Beamten ein breites Aufgabengebiet erwarten: Dazu gehören nicht nur das Ahnden von Verkehrsdelikten und das Aufklären von Straftaten. Manchmal werden sie auch als eine Art Sozialarbeiter gefragt sein. Ihnen bliebe oft nicht viel Zeit, Situationen richtig einzuschätzen. Dabei können sie sich nicht auf externen Sachverstand beziehen. "Sie sind dann auf sich allein und ihr Team gestellt."
Willberg weiß aber auch aus seiner 28-jährigen Berufserfahrung, dass es Fehlentscheidungen geben kann. "Absolute Sicherheit für fehlerfreies Arbeiten wird es nicht geben", sagte er. Sollten die Beamten doch einmal eine falsche Entscheidung treffen, sollten sie offen damit umgehen. "Wir können uns den Blicken der Öffentlichkeit nicht entziehen", so Willberg. Die Absolventen sollten sich der besonderen Verantwortung bewusst sein, die in sie gesetzt wird, denn die innere Sicherheit sei der "Garant für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft", so Landrat Ulrich Gerstner in seinen Grußworten. Doch am Dienstag hatten die Absolventen erst einmal Gelegenheit, ihren erfolgreichen Abschluss mit der Familie und Freunden zu feiern. "Genießen Sie den Augenblick", lautete die Ansage des Polizeipräsidenten.