Die Hobbymalerin

Brigitte Struckl liebt Öl-Schichtenmalerei und Grafiken

In der Kreisvolkshochschule lernte es die heute 74-Jährige. Illustriert sie noch ein zweites Buch?

Von Detlef Anders
Brigitte Struckl   ist gern kreativ tätig. Viele Jahre besuchte sie die Kreisvolkshochschule, um besser zu werden.
Brigitte Struckl ist gern kreativ tätig. Viele Jahre besuchte sie die Kreisvolkshochschule, um besser zu werden. Foto: Frank Gehrmann

Aschersleben/Sandersleben/MZ - Die Malerei entdeckte Brigitte Struckl schon als ganz junge Frau. Während des Studiums frönte sie der Kunst in einer Arbeitsgemeinschaft am Pädagogischen Institut.

Kreative Dinge wie Strohbilder waren vorher schon ihr Ding. Die Malerei in der Arbeitsgemeinschaft gefiel ihr aber so gut, dass sie sich sagte, dass sie das nach dem Berufsleben irgendwann mal noch einmal in Angriff nehmen möchte. Und tatsächlich meldete sich die damals 62-Jährige aus Sandersleben an der Kreisvolkshochschule in Aschersleben für einen Kurs an. Jahrelang war sie anschließend Teilnehmerin an einem der Malerei- und Grafikkurse für Fortgeschrittene bei Horst Thiele. Er brachte ihr viel bei. Und einige ihrer Arbeiten waren anschließend auch schon mal in einer Ausstellung im Hettstedter Kunstzuckerhut zu sehen.

In den Wintermonaten hat sie mehr Zeit

Heute ist die Hobbymalerin 74 Jahre alt und setzt sich nur selten vor ein leeres Blatt Papier. Oder vielleicht doch noch mal? Ihre alte Schulfreundin Gisela Ewe aus Aschersleben hatte vor ein paar Jahren ein Kinderbuch zum Thema Tomaten geschrieben. Brigitte Struckl sorgte bei „Max und Lisa und das Tomatenwunder“ für die Illustrationen. Jetzt habe die Freundin die Idee zu einer Fortsetzung, sagt Brigitte Struckl. „Vielleicht in den Wintermonaten, da hat man mehr Zeit“, überlegt sie.

Dass sie nicht mehr so viel malt, liegt am Mangel an freien Wänden. „Ich habe oben so viele Bilder“, sagt sie mit Blick zur Zimmerdecke des Elternhauses in Sandersleben und dem Gedanken an die Kisten. „Um alle Bilder aufzuhängen fehlt mir der Platz.“

In ihrer Wohnung hängen fast in jedem Zimmer eigene Bilder. Das Motiv einer Artischocke oder ein detailgetreuer Maiskolben in Öl-Schichtenmalerei. Diese zählt zu ihren Lieblingstechniken. Auch von Aschersleben finden sich Motive: die Ansicht des Johannisturms etwa oder die des Optima-Uhrenturmes. Am liebsten zeichnet sie ganz feine grafische Strukturen, erklärt sie. Eine Zeit lang habe sie sich auch schon mit Textilmalerei beschäftigt. „Ich bin für vielerlei kreative Sachen offen“, berichtet sie.

Kleingarten und klassische Musik, die inspiriert

Als sie in den 60er Jahren in Aschersleben die damals übliche Oberschule mit Facharbeiterbrief absolvierte, entschied sie sich für einen baulichen Berufszweig. Nach dem Abitur begann sie in Halle ein Studium an der Pädagogischen Institut. Doch nach zwei Jahren stellte sie fest, dass Lehrerin nicht ihr Beruf ist und hörte auf. Sie arbeitete einige Zeit als Hortnerin und machte ein Fernstudium in Betriebswirtschaft. Anschließend arbeitete sie in der Datenverarbeitung in Sandersleben und Halle. Dann arbeitete sie im Kreisbetrieb für Landtechnik in Sandersleben und bis zum Ruhestand beim Landesrechnungshof.

Nach ihren Hobbys gefragt, nennt Brigitte Struckl neben dem geerbten Kleingarten klassische Musik. Bei der Malerei ließ sie sich immer von guter Musik inspirieren. Das schönste Geburtstagsgeschenk ihrer Familie zum 70. Geburtstag sei ein Besuch mit Tochter und Enkelin an der Mailänder Scala gewesen - in der Stadt, in der Verdi einst lebte und komponierte. Er gehört zu ihren Lieblingskomponisten. Vielleicht inspiriert sie die Musik ja doch, noch einmal mit dem Malen anzufangen. Farben hat sie jedenfalls noch genug.