High-Tech-GeräteHigh-Tech-Geräte: Die Vollautomatischen Haushaltshelfer kommen

Winnenden/München/dpa. - Ein Haushalt ohne Waschmaschine ist heutzutage selten: Auch Geschirrspüler und Wäschetrockner sind für viele selbstverständlich. Weiter vereinfacht werden soll die lästige Hausarbeit durch neue High-Tech-Geräte. Die Palette dieses Angebots reicht von Robotern, die Staub saugen, über Bügelpuppen, die Hemden bügeln, bis hin zu vollautomatischen ...

Von Stephanie Hoenig 18.02.2004, 12:22
Staubsaug-Roboter bewegen sich selbstständig. (Foto: dpa)
Staubsaug-Roboter bewegen sich selbstständig. (Foto: dpa) Kärcher

Ein Haushalt ohne Waschmaschine ist heutzutage selten: Auch Geschirrspüler und Wäschetrockner sind für viele selbstverständlich. Weiter vereinfacht werden soll die lästige Hausarbeit durch neue High-Tech-Geräte. Die Palette dieses Angebots reicht von Robotern, die Staub saugen, über Bügelpuppen, die Hemden bügeln, bis hin zu vollautomatischen Pastakochern.

Staub saugen soll in Zukunft von eigenständig arbeitenden Robotern erledigt werden. Angeboten werden zu diesem Zweck gleich drei Staubsauger: der «Roomba» des US-amerikanischen Herstellers iRobot, der «Trilobite» von Electrolux aus Nürnberg und der «Robocleaner» von Kärcher aus Winnenden (Baden-Württemberg). «Der Robocleaner saugt nach dem Einschalten ohne Hilfe den Boden ab», beschreibt Ute Heinrich vom Hersteller Alfred Kärcher die Vorzüge der neuen Technik. Zum Aufladen der Akkus, aber auch zum Entleeren der Staubkammer fährt das Gerät selbst zur Ladestation zurück. Den Verschmutzungsgrad des Bodens, den er nach dem Zufallsprinzip abfährt, erkennt er mit Hilfe eines Sensors. Pro Stunde schafft der Roboter etwa 15 Quadratmeter.

Soviel Bequemlichkeit hat ihren Preis: Zwischen 400 und 1500 Euro kosten die selbstständigen Sauger. Dafür können sie auch nachts arbeiten oder wenn alle aus dem Haus sind: Aufgrund einer eingebauten Absturzsicherung könne «Robi» keine Treppen runterfallen, so Heinrich. Im Störfall stelle er sich ab. Da das Gerät wegen seiner runden Bauweise besonders Ecken und Wandränder nicht ordentlich absauge, müssten diese ab und an mit einen herkömmlichen Staubsauger gereinigt werden.

Das Bügeln eines Oberhemdes dauert durchschnittlich acht Minuten. Als Erleichtertung für diese Tätigkeit hat der Hausgerätehersteller Siemens aus München eine aufblasbare Bügelpuppe mit dem Namen «Dressman» auf den Markt gebracht. Haushaltsexpertin Silvia Frank vom Deutschen Hausfrauenbund in Bonn, die den Hemdenbügler getestet hat, ist von dem Gerät angetan. «Schleuderfeuchte Hemden und Blusen lassen sich relativ einfach auf die Bügelpuppe ziehen, einspannen und glattziehen», urteilt die Expertin. Anschließend werde dann das passende Bügelprogramm eingestellt und warme Luft ströme durch die Bügelpuppe, die sich dabei aufbläst. Baumwollhemden seien nach sieben bis acht Minuten fertig. Kalte Luft fixiert die Arbeit am Ende.

«Damit die Hemden ordentlich glatt werden, müssen die Handgriffe für das Einspannen am besten bei einer Vorführung geübt werden», sagt Frank. Nachteilig sei, dass man während des Bügelvorgangs in der Nähe bleiben müsse. Diese Zeit könne jedoch für Arbeiten wie das Bügeln anderer Wäsche genutzt werden. Die Anschaffungskosten für den Hemdenbügler betragen zirka 1000 Euro. Zum Vergleich: In einer Wäscherei kostet es etwa zwei Euro, ein Hemd waschen und bügeln zu lassen.

Auch beim Kochen setzen Hersteller auf Automation. Neu auf dem Markt ist beispielsweise der Pastakocher «Pastamore» des italienischen Herstellers De'Longhi. Zu Beginn des Kochvorgangs wird das etwa 200 Euro teure Gerät mit Wasser, Salz und bis zu 500 Gramm Pasta gefüllt, erläutert der Hersteller. Danach werde das Salzwasser erhitzt. Sobald der Siedepunkt erreicht ist, senke sich das gefüllte Sieb mit Nudeln und separatem Soßenfach in das kochende Wasser ab. Dort halte ein Rührmechanismus die Pasta ständig in Bewegung. Parallel werde die Soße schonend erwärmt.

«Ob ein Haushaltsgerät die im Haushalt anfallende Arbeit tatsächlich erleichtert, muss jeder für sich selbst entscheiden», sagt Claudia Oberascher vom Fachverband für Energie-Marketing und -Anwendung in Frankfurt/Main. Zwar brächten die bisherigen Hemdenbügler und selbsttätigen Staubsauger auf den ersten Blick noch relativ wenig Zeit- und Arbeitsersparnis, sie seien aber auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Die Kontroverse hierüber erinnere sie ein wenig an die Diskussion über den Nutzen der Waschmaschine zu Beginn der sechziger Jahre. Auch damals seien viele überzeugt gewesen, dass Waschmaschinen die Hausarbeit nicht vereinfachen.