Obstbäume schneiden Winterschnitt für Apfel & Co. – Tipps für kräftige Bäume
Mit dem richtigen Schnitt im Februar starten Obstbäume kräftig in die Saison. Welche Tools und Tricks für stabile Kronen und süße Früchte wirklich zählen.

Frankfurt am Main - Der Garten ruht noch - doch für Obstbäume beginnt jetzt eine wichtige Zeit. Wer in den kommenden Wochen zur Schere greift, legt den Grundstein für gesunde, kräftige Bäume und eine ertragreiche Ernte im kommenden Jahr.
Ein gezielter Schnitt im Spätwinter stärkt den Baum, und gesundes Fruchtholz kann sich bilden. „Obstbaumschnitt ist auch Pflanzenschutz“, so Regina Fischer vom Industrieverband Agrar (IVA). Dadurch lassen sich auch Krankheiten vorbeugen, Früchte entwickeln mehr Geschmack.
Welche Bäume sollten jetzt unbedingt geschnitten werden? Vor allem Kernobst wie Apfel, Quitte und Birne profitieren von einem Rückschnitt. Anders sieht es beim Steinobst aus, das erst im Sommer an der Reihe ist - Kirsche, Pflaume und Pfirsich sind zu empfindlich für einen Winterschnitt.
Übrigens: Auch einige Sträucher wie Stachelbeeren oder Herbsthimbeeren kann man noch bis Ende Februar schneiden.
Rückschnitt bis Anfang März
Der Februar ist als Schnittmonat ideal, da die Bäume noch nicht ausgetrieben haben und starke Fröste meist im Laufe des Monats nachlassen. Steigen die Temperaturen, heilen Schnittwunden besser. Im März beginnt zudem die Brutzeit der Vögel und damit auch das Schnittverbot.
Es kann helfen, den Wetterbericht im Auge zu behalten: Geschnitten wird jetzt idealerweise an einem frostfreien Tag - also etwa bei Temperaturen um fünf Grad Celsius. Andernfalls kann das Holz darunter leiden. Auch wenn es regnet oder schneit, sollte man lieber nicht schneiden.
So wird richtig geschnitten
Laut Nabu sollten Obstbäume grundsätzlich luftig geschnitten sein, damit Licht und Luft an jede Stelle des Baumes kommen. So trocknet das Laub nach einem Regenschauer schneller, Früchte reifen besser. Eine gut aufgebaute Krone kann zudem das Obst sicher tragen.
Ein sauberer Schnitt ist wichtig, denn Infektionen sind dann weniger wahrscheinlich. Dafür braucht man ein scharfes Werkzeug. Für Zweige, die etwa daumendick sind, eignen sich gewöhnliche Baumscheren. Für dickere Äste greift man besser zur Astschere.
- Junge Bäume: Die Krone sollte aus drei bis vier Leitästen bestehen. Bei einem Rückschnitt werden sie leicht eingekürzt - der Mitteltrieb allerdings nicht so sehr, um den Stamm klar zu verlängern.
- Ältere Bäume: Äste, die nach innen wachsen, sich kreuzen oder nach unten hängen, werden abgeschnitten - ebenso wie schnellwüchsige, steil nach oben gerichtete Triebe. Dabei Ast oder Astpartie lieber ganz abschneiden, anstatt viele kleine Schnitte zu machen, das schont den Baum. Angesetzt wird an der verdickten Ansatzstelle des Astes.
Wachsen ältere Bäume nicht mehr so gut oder tragen kleinere Früchte, kann man die Leitäste um etwa ein Drittel einkürzen. So können neue Triebe wachsen und sich gesundes Fruchtholz bilden.
Kleinere Schnittwunden verheilen übrigens von selbst. Für größere gibt es spezielle Wundverschlussmittel, die verhindern, dass Krankheitserreger eindringen.