Genießbar oder nicht?

Mindesthaltbarkeitsdatum - Wie wird es bestimmt? Und ab wann sind Lebensmittel wirklich schlecht?

Viele Menschen orientieren sich am Mindesthaltbarkeitsdatum, wenn es darum geht, Lebensmittel zu entsorgen. Warum das nicht immer sinnvoll ist und wie das MHD festgesetzt wird.

09.05.2022, 11:18
Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt nicht zwangsläufig an, ob die Lebensmittel anschließend noch genießbar sind.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt nicht zwangsläufig an, ob die Lebensmittel anschließend noch genießbar sind. (Foto: dpa)

Halle (Saale)/DUR/acs - Wer wissen möchte, wie lange Lebensmittel noch haltbar sind, orientiert sich oft am Mindesthaltbarkeitsdatum. Damit kennzeichnet der Hersteller, wie lange das Produkt mindestens haltbar ist. Viele Lebensmittel sind jedoch auch über das angegebene Datum hinaus noch genießbar.

Was bedeutet das Mindesthaltbarkeitsdatum?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt den Zeitpunkt an, bis zu dem der Hersteller garantiert, dass das ungeöffnete Lebensmittel bei durchgehend richtiger Lagerung seine spezifischen Eigenschaften wie Geruch, Geschmack und Nährwert behält.

Für manche Lebensmittel hängt die Haltbarkeit darüber hinaus von bestimmten Bedingungen ab, wie zum Beispiel der Lagertemperatur. Solche Bedingungen müssen ebenfalls auf dem Etikett angegeben sein.

Wie ist das Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben?

Bei Lebensmitteln, deren Haltbarkeit weniger als drei Monate beträgt, müssen der Tag und der Monat angegeben werden, bei einer Haltbarkeit von 3 bis 18 Monaten, der Monat und das Jahr. Bei Lebensmitteln, die mehr als 18 Monate haltbar sind, reicht die Angabe des Jahres.

Für bestimmte Lebensmittel ist aber auch gar kein MHD vorgeschrieben. Dazu zählen zum Beispiel frisches Obst und Gemüse, Wein, Getränke mit einem Alkoholgehalt von 10 oder mehr Volumenprozent, Kaugummi, Zucker, Speisesalz oder Essig.

Verbrauchsdatum – Was bedeutet das?

Einige Lebensmittel werden jedoch auch mit dem Verbrauchsdatum gekennzeichnet. Das gilt vor allem für sehr leicht verderbliche Lebensmittel, die nach kurzer Zeit eine unmittelbare Gesundheitsgefahr darstellen können.

Das Verbrauchsdatum nennt dabei den letzten Tag, an dem das Lebensmittel noch verkauft und verzehrt werden darf.

Sind Lebensmittel auch nach Ablauf des  Mindesthaltbarkeitsdatums genießbar?

Viele Lebensmittel sind aber auch nach dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatum noch genießbar. Salz und Zucker halten verschlossen und bei einer richtigen Lagerung beispielsweise ewig.

Doch auch verderbliche Lebensmittel, wie Milch oder Joghurt, müssen nicht zwangsläufig verdorben sein, sobald das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Viele Produkte sind darüber hinaus noch genießbar.

Ob Produkte noch genießbar sind oder nicht, lässt sich mit den eigenen Sinnen überprüfen: Sehen, Riechen und Schmecken.

Wenn Schimmel zu erkennen, oder ein unangenehmer Geruch oder säuerlicher Geschmack festzustellen ist, sollte man die Finger von den Produkten lassen. Spätestens dann gehören sie tatsächlich in die Tonne!

Wie lange sind geöffnete Lebensmittel haltbar?

Übrigens: Ist eine Lebensmittelpackung bereits geöffnet und wird weiter gelagert, gilt das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht mehr. Das Datum bezieht sich nur auf die ungeöffnete Verpackung.

Nach dem Öffnen der Verpackung können Sauerstoff, Feuchtigkeit und Mikroorganismen dafür sorgen, dass das Lebensmittel schneller verdirbt. Vor dem Verzehr sollte deshalb auch hier mit den Sinnen getestet werden, ob die Produkte noch genießbar sind.