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  7. Was ist die Wirkung von Cannabis? THC und CBD - Wirkung auf menschlichen Körper

THC und CBD Wie wirkt sich Cannabis auf den menschlichen Körper aus?

Der Besitz von Cannabis soll ab April 2024 teilweise legal werden. Wie wirkt Gras auf den menschlichen Körper?

Von DUR/acs/dpa Aktualisiert: 13.03.2024, 14:17
Nicht nur der Konsum, auch der Besitz von Cannabis soll im Laufe des Jahres 2023 in Deutschland legalisiert werden.
Nicht nur der Konsum, auch der Besitz von Cannabis soll im Laufe des Jahres 2023 in Deutschland legalisiert werden. Foto: dpa | Christoph Soeder

Magdeburg. - Der Bundestag hat entschieden: Ab April 2024 sind der Anbau und Besitz von Cannabis für Erwachsene erlaubt. Zum 1. Juli sollen Clubs zum nicht kommerziellen Anbau möglich werden. 

Mit der Legalisierung wird ein zentrales Wahlversprechen der derzeitigen Ampel-Koalition umgesetzt. Vor allem die Entkriminalisierung und die Eindämmung des illegalen Cannabis-Handels soll mit der geplanten Legalisierung erreicht werden.

Bereits im Oktober 2022 wurde von der Bundesregierung ein Papier zur Cannabis-Legalisierung vorgelegt. Doch das Papier scheiterte am Widerstand der EU - vor allem aufgrund der Pläne zum Verkauf von Cannabis in Fachgeschäften.

Am 22. März kommt das beschlossene Gesetz abschließend in den Bundesrat. Derzeit droht aufgrund massiver Kritik von Gesundheitspolitikern und Juristen mit der entscheidenden Bundesratssitzung Ende März jedoch eine mögliche Verschiebung und sogar eine Abwandlung des Hanf-Gesetzes.

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Es geht dabei um die Eckpunkte des neuen Cannabis-Gesetzes und auch immer wieder um gesundheitliche Folgen des Konsums. Wie wirkt Cannabis tatsächlich auf den menschlichen Körper?

Eckpunkte für die Cannabis-Legalisierung in Deutschland

Die Legalisierung von Anbau, Besitz und Konsum von Cannabis wird für Erwachsene über 18 Jahre im privaten Bereich ab April erlaubt. Grundsätzlich wird der Besitz von bis zu 25 Gramm Cannabis gestattet. In der eigenen Wohnung dürfen drei Pflanzen angebaut werden, bis zu 50 Gramm Cannabis zum Eigenkonsum ist erlaubt.

Cannabis anbauen dürfen Volljährige auch gemeinschaftlich in sogenannten "Cannabis-Clubs". Bis zu 500 Mitglieder mit Wohnsitz im Inland dürfen solche Clubs haben. Das Gras kann unter den Mitgliedern zum Eigenkonsum abgegeben werden - im Monat höchstens 50 Gramm je Mitglied.

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Der öffentliche Konsum von Cannabis soll unter anderem in Schulen, Sportstätten und in Sichtweite davon verboten werden - konkret in 100 Metern Luftlinie um den Eingangsbereich. Unter 18 Jahren bleibt der Konsum von Gras weiter verboten.

Dass der Konsum von Cannabis unter 18 Jahren verboten ist, hat berechtigte Gründe. Denn die Pflanze wirkt auf einen jungen, heranwachsenden Körper ganz anders, als auf den Körper von Erwachsenen. 

Wirkstoff THC - Wie wirkt Cannabis?

Der bekanntesten Wirkstoff im Cannabis sind THC und CBD. Die Wirkstoffe sind ausschließlich in der weiblichen Cannabis-Pflanze vorhanden und werden als Cannabinoide bezeichnet.

THC kann im menschlichen Körper Unterschiedliches auslösen. Der Wirkstoff wird erst aktiv, wenn er erhitzt wird. Cannabis wird deshalb meistens geraucht oder in Lebensmitteln konsumiert, beispielsweise in Schokolade oder Kuchen.

THC kann zu Entspannung, einem Rausch positiver Emotionen oder ungewohnten Gedankensprüngen führen. Doch auch negative Auswirkungen wie Panikgefühle, ein Filmriss oder Halluzinationen sind möglich. Es ist kaum möglich, vor dem Konsum zu wissen, wie Cannabis auf den eigenen Körper wirkt.

Wie wirkt CBD?

Ein weiterer Wirkstoff in der weiblichen Cannabis-Pflanze ist das CBD. Es wirkt unter anderem krampflösend und hat schmerzstillende und entzündungshemmende Eigenschaften.

Cannabis in der Medizin

Cannabis darf seit 2017 in Deutschland als Arzneimittel angewandt werden. Dazu bedarf es einer ärztlichen Verordnung gemäß Betäubungsmittelgesetz. Als Medikament kann Cannabis bei chronischen Schmerzen, Angst- und Schlafstörungen, Tourette und Epilepsie, Multipler Sklerose oder Übelkeit und Erbrechen nach einer Chemotherapie helfen.

Der Wirkstoff CBD wird in der Medizin und Heilkunst zur Schmerztherapie angewandt. Öle, Salben und Cremes mit CBD-Gehalt sind in Apotheken, speziellen Shops oder im Internet frei verkäuflich.

Wie wirkt sich Cannabis auf das Gehirn aus?

Bei Dauerkonsum kann Cannabis die Gehirnleistung beeinträchtigen. Wird der Gebrauch eingestellt, gehen diese Effekte aber meist wieder zurück. 

Bei Jugendlichen sieht das anders aus: Bei ihnen ist das Gehirn noch in einer wichtigen Um- und Aufbauphase. Bei dauerhaftem Konsum von Cannabis kann es bei Jugendlichen daher zu Entwicklungsstörungen kommen.

Risiken bei Cannabis-Konsum

Nicht nur das Gehirn wird bei Cannabis-Konsum beeinträchtigt. Regelmäßiges Kiffen kann sich auch bei bestehenden Problemen negativ auf die Gesundheit auswirken.

Bestehende Herzprobleme können sich im Einzelfall verschlechtern, bestehende psychische Erkrankungen können sich verschlimmern und das Risiko für Lungen-Funktionsstörungen erhöht sich, wenn Gras zusammen mit Tabak geraucht wird.

Cannabisvergiftung - Kann Gras überdosiert werden?

Der Konsum von Cannbis ist bei gesunden Menschen in der Regel nicht lebensbedrohlich. Sollte das zugeführte Gras überdosiert werden, ist auch das nicht tödlich.

Doch Achtung bei synthetischen Cannabinoiden! Bei einem Konsum von diesen Wirkstoffen sind Todesfälle nicht ausgeschlossen.

Was tun bei Cannabisvergiftung?

Im Normalfall sind bei einer Überdosierung von Cannabis keine bestimmten Maßnahmen notwendig. Wenn jedoch eine besonders schwere und symptomreiche Überdosierung vorliegt, sollte gegebenenfalls der Notarzt gerufen werden.

Was passiert wenn man in der Schwangerschaft Cannabis konsumiert?

Aufgrund des möglichen Einflusses von Cannabis auf das ungeborene Kind, sollte während der Schwangerschaft unbedingt auf den Konsum von Cannabis verzichtet werden. Mütter, die in der Schangerschaft Gras konsumieren, können möglicherweise gesundheitliche Schäden bei ihrem Kind auslösen.

Neben Stressanfälligkeit, Ängstlichkeit, Aggressivität, Hyperaktivität oder Veränderungen der Herzratenvariabilität ist auch Autismus eine der möglichen Folgen eines Cannabis-Missbrauchs in der Schwangerschaft.