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IKK GESUND PLUS: Abschlussbericht gibt Aufschluss über Potenzial in der Gesundheitsversorgung

05.11.2021, 11:31
Privatdozent Dr. Enno Swart, Studienleiter des Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung
Privatdozent Dr. Enno Swart, Studienleiter des Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung (FOTO: IKK GESUND PLUS)

Die vergangenen zwei Jahre der Corona-Pandemie haben dem Gesundheitswesen viel abverlangt, aber auch dynamische Prozesse in Gang gesetzt. Aus der Not heraus kam Bewegung in zahlreiche Abläufe. Damit vergleichbar ist, was vor rund drei Jahren passierte, als das Projekt „Innovation, Versorgungspartner, Patient“ – kurz IVP – der IKK gesund plus ins Leben gerufen wurde. Hintergrund war der Gedanke, die umfassenden Versorgungsstrukturen im Gesundheitssystem besser miteinander zu vernetzen. So besteht zwar ein breites Spektrum an Krankenhäusern, Rehakliniken, Ärzten und Therapeuten – die Übergänge von einem zum anderen gestalten sich für Patienten und deren Angehörige bisher jedoch holprig.

Hier setzte IVP an und versuchte, Bewegung in den gelebten Alltag der Patientenversorgung zu bringen. Ziel war es, Ärzte, Kliniken und andere Leistungserbringer Hand in Hand arbeiten zu lassen. Dafür brauchte es ein Bindeglied, welches die Patientenkoordinatoren des IVP-Teams sein sollten. Gefördert wurde das Vorhaben durch den Innovationsausschuss des gemeinsamen Bundesausschusses, welcher sektorenübergreifende Versorgungsformen wie IVP unterstützt.

Im Jahr 2018 konnte das Projekt, welches für drei Jahre angelegt war und sich an Patienten mit kardiologischer oder neurologischer Erkrankung wie beispielsweise einem Herzinfarkt, Schlaganfall sowie Herzinsuffizienz richtete, starten. Begleitet wurde es dabei vom Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung (ISMG) der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Durch eine unabhängige wissenschaftliche Bewertung des Modellvorhabens sollte die Wirksamkeit der neuen Leistungen unter die Lupe genommen werden.

„In diese sogenannte Evaluation eingeschlossen waren alle Versicherten der IKK gesund plus, die zwischen dem 1. April 2018 und dem 31. Dezember 2020 mit einer der genannten Erkrankungen stationär behandelt wurden. Zum Vergleich wurde eine IKK-Kontrollgruppe mit den gleichen Zielerkrankungen gewählt“, erläutert der Studienleiter des ISMG, PD Dr. Enno Swart, die Vorgehensweise.

Anhand von Abrechnungsdaten wurde für die Teilnehmer des Programms und der Kontrollgruppe bis zu einem Jahr nach dem Krankheitsereignis die Zeit der stationären Versorgung und Rehabilitation bis zum Beginn der ambulanten Nachsorge betrachtet. Auch die Häufigkeit von erneuten Ereignissen und Pflegebedürftigkeit war Teil der Untersuchung. Eine Befragung der Versicherten nach zehn Wochen und nochmals nach sechs Monaten ergänzte die Einschätzung.

Hans-Jürgen Müller und Uwe Runge, Verwaltungsratsvorsitzende der IKK gesund plus
Hans-Jürgen Müller und Uwe Runge, Verwaltungsratsvorsitzende der IKK gesund plus
(FOTO: IKK GESUND PLUS)

„Diese Auswertung des IVP-Projektes macht es uns möglich, die damit verbundenen Erfolge in der Patientenversorgung messbar zu machen“, erklären die Verwaltungsratsvorsitzenden der IKK gesund plus, Hans-Jürgen Müller und Uwe Runge. Bereits im Frühjahr 2021 konnten erste Ergebnisse in einem Zwischenbericht vorgelegt werden. Die Tendenz zeigt: Bei den Teilnehmern treten weniger stationäre Wiedereinweisungen auf, die Zeit bis zum Erhalt angemessener Heilmittel nach der Rehabilitation verkürzt sich. IVP-Patienten profitieren von einer Steigerung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und sind weniger auf Hilfe in der Gestaltung ihres Alltags angewiesen. „Das Projekt knüpft da an, wo es bisher keine Schnittstellen im Gesundheitswesen gab und stellt das Patientenwohl in den Mittelpunkt. Gehen die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten nahtlos und schnell ineinander über, unterstützt dies den Genesungsprozess optimal. Die Ergebnisse verdeutlichen einmal mehr, dass ein solches Vorhaben unbedingt in die Regelversorgung übernommen werden muss“, lautet das Fazit von Müller und Runge.

Zum 31. Dezember 2021 wird der abschließende Endbericht des ISMG erwartet. Dieser geht zudem auf die Problematik der Corona-Pandemie ein, welche die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen auch jenseits des aktuellen Infektionsgeschehens maßgeblich beeinflusst hat. Auf die Ergebnisse können die Beteiligten im Gesundheitswesen gespannt sein. Eins steht nach zahlreichen Gesprächen mit Teilnehmern des Projektes jedoch fest: Für die Patienten und ihre Angehörigen war IVP nicht nur eine Entlastung in einer Akutsituation, sondern auch gesundheitlich ein voller Erfolg.

Kassenintern gehören dem Projektteam Patientenkoordinatoren, Case Manager, Netzwerkmanager, ein Pharmakologe, ein Pflegeberater, ein Projektkoordinator und ein Projektleiter an. Die Mitarbeiter des Projektteams sind strukturell klar von den regulären Unternehmensbereichen der IKK gesund plus getrennt und arbeiten eigenverantwortlich, aber in enger Zusammenarbeit mit den bestehenden kasseninternen Strukturen.

Die Aufgaben im Rahmen des Netzes sind für alle Versorgungspartner und die IKK gesund plus im Vertrag gemäß § 140 a SBG V geregelt. Als Ansprechpartner stehen sogenannte Patientenkoordinatoren zur Verfügung:

Patientenkoordinatoren
Jana Keindorf
Tel.: 03 91 - 28 06 - 15 05
jana.keindorf@ikk-gesundplus.de

Jessica Stach-Prüfer
Tel.: 03 91 - 28 06 - 15 04
jessica.stach-pruefer@ikk-gesundplus.de