Gift

Blaualgen: Die Gefahr im Badesee

Im Sommer lockt eine Abkühlung. Schnell ist der Dämpfer da: Blaualgen im Badesee. Wie die Bakterien entstehen, wie gefährlich sie für Mensch und Tier sind und was bei einer Vergiftung getan werden sollte.

Aktualisiert: 11.08.2022, 09:25
Im Sommer vermiesen Blaualgen oft die Abkühlung im Badesee. Das Gift kann für  Menschen und Tieren schädlich sein.. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/
Im Sommer vermiesen Blaualgen oft die Abkühlung im Badesee. Das Gift kann für  Menschen und Tieren schädlich sein.. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/ dpa

Magdeburg/DUR/esu - Kaum ist es warm, lädt der Badesee zu einer Abkühlung ein. Doch die Freude ist schnell verdorben, wenn eine Meldung wegen Cyanobakterien, sogenannte Blaualgen vorliegt. Die Bakterien können für Menschen und Tiere gefährlich werden.

Was sind Blaualgen?

Blaualgen sind, obwohl der Name es vermuten lässt, keine Algen, sondern Bakterien - ihre wissenschaftliche Bezeichnung lautet Cyanobakterien. Diese haben ihren Namen dank ihrer bläulich-grünen Farbe. Das Gesundheitsamt Bremen schreibt dazu auf seiner Webseite, dass es mehr als 1000 verschiedene Arten Blaualgen gibt - davon sind etwa 40 Arten giftig, schreibt das Leibnitz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde auf ihrem Faktenblatt zum Thema "Blaualgen". "Sie besitzen Gasbläschen in ihren Zellen, die ihnen Auftrieb verleihen, sodass sie bei ruhiger See zur Oberfläche aufschwimmen", so das Leibnitz-Institut weiter. Sie sind in fast allen Gewässern natürlich nachzuweisen und in geringer Konzentration ungefährlich.

Wie entstehen Blaualgen?

Blaualgen brauchen Kohlendioxid zum Wachsen. Dazu benötigen sie Sonne und Wasser, um den Kohlendioxid zu Sauerstoff umzuwandeln. Sind die Bedingungen günstig, wie durch hohe Temperaturen, können sich Blaualgen explosionsartig vermehren und dabei Gift ins Wasser abgeben. Treibt der Wind sie dann nah an den Badestrand, gelangt das Gift in die Bereiche, in denen gebadet wird.

Wie gefährlich sind Blaualgen für Menschen?

Blaualgen werden gefährlich, wenn sich die giftigen Arten an windstillen Tagen an der Oberfläche des Wassers konzentrieren. Dann bildet sich ein Teppich, der eine erhöhte Giftkonzentration mit sich bringt. Schwangere, Kranke und immunschwache Menschen sollten bei den blau-grünen Bakterien vorsichtig sein. Aber auch Kinder gelten als besonders gefährdet: „Eine besondere Risikogruppe sind im Uferbereich der Badestelle spielende Kleinkinder im Krabbelalter. Aufgrund ihres Spielverhaltens und durch häufigen Hand-Mund-Kontakt können sie unbeabsichtigt größere Mengen Sand und Wasser aufnehmen. Aber auch ältere Kinder können beim Toben im Flachwasserbereich größere Wassermengen verschlucken“, schreibt das Gesundheitsamt Bremen.

Bei Kontakt mit den Bakterien mehrere Tage hintereinander, kann sich das Risiko auf eine Vergiftung verstärken.

Wie gefährlich sind Blaualgen für Hunde?

Besonders häufig von Vergiftungen durch Blaualgen sind Hunde betroffen sind, die gerne schwimmen und dabei Wasser verschlucken. Die ersten Symptome treten innerhalb der ersten 30 Minuten nach den Wasserkontakt auf, schreibt das Gesundheitszentrum für Kleintiere Lüdinghausen auf ihrer Website.

Hunde weisen als Symptome oft Durchfall, Schwäche, helle, bläuliche oder violette Schleimhäute, Gelbsucht, Schock, Muskelzittern und -krämpfe oder Lähmungen auf. Bei Hunden sind die Symptome und Folgen oft schwerwiegender als bei Menschen. „Der Fortschritt der Symptome ist sehr schnell, so dass mit einem Tod innerhalb von Minuten bis zu einigen Stunden zu rechnen ist.“, so das Gesundheitszentrum für Kleintiere.

Bei Tieren sollte eine sofortige Therapie gegen die Vergiftung angefangen werden. Sollte nur ein Hautkontakt bestehen, ist die Prognose für eine schnelle Heilung allerdings gut.

Wie kann man eine Vergiftung durch Blaualgen erkennen?

Wurde doch in einem betroffenen Wasser gebadet, können schnell eindeutige Vergiftungssymptome auftreten: Dazu gehören Haut- und Schleimhautreizungen, allergische Reaktionen, Bindehautentzündungen und Ohrenschmerzen. Wurde Wasser verschluckt, drohen außerdem Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Fieber und Atemwegserkrankungen.

Was sollte man bei einer Vergiftung mit Blaualgen machen?

Wer nach dem Baden Beschwerden hat, sollte einen Arzt aufsuchen und das zuständige Gesundheitsamt informieren. Grundsätzlich ist die Gefahr überschaubar: Laut den verfügbaren Untersuchungen sei nur gelegentlich mit leichten, vorübergehenden Krankheitserscheinungen zu rechnen, heißt es im Bundesgesundheitsblatt.

Wie kann man Blaualgen erkennen?

Haben sich die Blaualgen stark vermehrt, lassen sie sich oft problemlos erkennen. Beginnt die sogenannte „Algenblüte“ wird das Wasser immer trüber. Oft erscheint das Wasser als hätte es einen Ölfilm oder ist grünlich bis bräunlich gefärbt und riecht muffig. Auch Flockenbildung ist möglich, so das Gesundheitsamt.

Finden sich in Ufernähe verendete Tiere (vor allem Säugetiere und Vögel), kann davon ausgegangen werden, dass mit dem Wasser etwas nicht stimmt und es sollte Abstand gehalten werden.

Da Blaualgen direkt an der Wasseroberfläche liegen, sind sie abhängig vom Wind. So können sie in bestimmten Gewässerbereichen gehäuft vorkommen. Sobald der Wind die Richtung ändert, wandern die Bakterien mit. Daher kann ein Blaualgenteppich an Badestränden schnell erscheinen und sich ebenso schnell wieder auflösen.

Blaualgen färben das Wasser oft blau-grün und riechen muffig. Manchmal wirken sie wie ein Ölfilm auf dem Wasser.
Blaualgen färben das Wasser oft blau-grün und riechen muffig. Manchmal wirken sie wie ein Ölfilm auf dem Wasser.
Foto: Ralf Hirschberger/ dpa

Was kann ich tun, um mich vor Blaualgen zu schützen?

An betroffenen Badestellen sind meistens Warnschilder angebracht. Bereiche, die eine ungewöhnliche Wasserverfärbung aufweisen, sollten außerdem gemieden werden. 

Der unmittelbare Kontakt mit den Blaualgen sollte vermieden werden. Das Gesundheitsamt empfiehlt, wenn die Füße bei knietiefem Wasser nicht mehr zu sehen sind, ist die Algendichte hoch. Da es sich dabei um eine Blaualgenblüte handeln könnte, sollten dort nicht gebadet werden.