Höhere Preise für Verbraucher

Höhe der Gasumlage berechnen: Diese Mehrkosten kommen auf Sie zu

Die Bundesregierung hat am Montag eine Gasumlage beschlossen, um Energieversorgern finanziell unter die Arme zu greifen. Wie Sie die zu erwartenden Mehrkosten für Ihren Haushalt berechnen können, erfahren Sie hier.

Aktualisiert: 18.08.2022, 15:29
Die Gasumlage beschert Verbrauchern höhere Preise.
Die Gasumlage beschert Verbrauchern höhere Preise. Foto: IMAGO/STAR-MEDIA /Michael Schöne

Magdeburg/Halle (Saale)/DUR/dpa - Um Gasimporteure zu stützen, müssen Kunden in Deutschland ab dem Herbst deutlich mehr für ihr Gas bezahlen. Am Montag wurde die sogenannte Gasumlage beschlossen. Wir haben die wichtigsten Fakten für Verbraucher zusammengefasst.

Was ist die Gasumlage und wie lange gilt die Gasumlage?

Die sogenannte Gas-Sicherungsumlage wird befristet vom 1. Oktober 2022 bis zum 1. April 2024 erhoben. Grundlage dafür ist Paragraph 26 des Energiesicherungsgesetzes.

Damit sollen Gasverbraucher demnächst wichtigen Importeuren unter die Arme greifen, damit diese nicht in die Insolvenz gehen. Mit der Umlage werden erhöhte Beschaffungskosten von Importeuren an die Kunden weitergegeben.

Wie hoch ist die Gasumlage?

Die von der Bundesregierung beschlossene Umlage wird pro verbrauchter Kilowattstunde für Firmen und Haushalte gleichermaßen erhoben. Ab dem 1. Oktober werden 2,419 Cent pro Kilowattstunde als Aufschlag berechnet.

Höhe der Gasumlage berechnen: Diese Mehrkosten kommen auf Verbraucher zu

Um die Mehrkosten durch die Gasumlage zu berechnen, lohnt sich ein Blick auf den Gasverbrauch im Vorjahr. Multiplizieren Sie die verbrauchten Kilowattstunden mit der Höhe der Gasumlage und teilen Sie das Ergebnis im Anschluss durch Hundert. So erhalten Sie einen Betrag in Euro, der zumindest als Ansatzpunkt für etwaige Nachzahlungen dienen kann.

Preiserhöhung durch Gasumlage: Beispiele für verschiedene Wohnungstypen

Je nach Wohnungsgröße fällt die Preissteigerung durch die Gasumlage für Verbraucher unterschiedlich hoch aus. Ein durchschnittlicher Single-Haushalt (6.000 Kilowattstunden) muss mit Mehrkosten von rund 145 Euro pro Jahr rechnen, bei einem Zwei-Personen-Haushalt (10.000 Kilowattstunden) werden rund 242 Euro fällig.

Für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt (15.000 Kilowattstunden) bedeutet die Gasumlage eine Preiserhöhung von rund 363 Euro im Jahr, bei einem Einfamilienhaus (20.000 Kilowattstunden) sind Mehrkosten von bis zu 484 Euro zu erwarten

Lesen Sie hier: Fragen und Antworten rund ums Thema Gas

Wird auf die Gasumlage Mehrwertsteuer fällig?

Grundsätzlich müsste auf die Gasumlage zusätzlich noch die Mehrwertsteuer von 19 Prozent gezahlt werden. Die Bundesregierung will jedoch verhindern, dass diese fällig wird. Finanzminister Christian Lindner (FDP) hat auf EU-Ebene um eine Ausnahme gebeten, damit Deutschland auf die geplante staatliche Gasumlage keine Mehrwertsteuer erheben muss

Generell müssen sich Verbraucher ab Herbst jedoch auf höhere Kosten einstellen, da mit steigenden Gaspreisen zu rechnen ist.