1. MZ.de
  2. >
  3. Leben
  4. >
  5. Finanzen
  6. >
  7. Turbulentes Gold und Silber: Edelmetalle im Depot: Was Anleger jetzt tun sollten

Turbulentes Gold und Silber Edelmetalle im Depot: Was Anleger jetzt tun sollten

Ist der Boom erst einmal vorbei? Zumindest haben die Kurse für Gold und Silber zuletzt kleinere Rücksetzer erlebt. Wie Anlegerinnen und Anleger damit umgehen sollten.

Von dpa 03.02.2026, 14:23
Gold und Silber bleiben trotz Kursschwankungen wichtige Bausteine für die Vermögenssicherung.
Gold und Silber bleiben trotz Kursschwankungen wichtige Bausteine für die Vermögenssicherung. Sven Hoppe/dpa/dpa-tmn

München - Schon seit Monaten klettern die Preise für Gold und Silber immer höher. Zuletzt gab es für die Edelmetalle aber kleine Dämpfer. Der Goldkurs gab innerhalb einer Woche um rund 10 Prozent nach, der Silberkurs um fast 30 Prozent. Inzwischen haben sich beide Werte wieder stabilisiert. 

Trotzdem bleibt bei einigen Menschen, die in die Edelmetalle investiert haben, eine gewisse Unsicherheit zurück: Was sollte man jetzt tun? Und ist jetzt vielleicht auch für all jene, die gerne investieren würden, ein guter Einstiegszeitpunkt?

Liegen bereits physische Edelmetalle im eigenen Tresor oder Bankschließfach oder befinden sich solche Wertpapiere (ETC) schon im Depot, müssen Anlegerinnen und Anleger nicht unbedingt aktiv werden, sagt Merten Larisch von der Verbraucherzentrale Bayern. Die jüngsten Verluste bei Gold etwa seien für eine Portfoliopflege kein Grund. 

„Allenfalls würde man Gold in dem Maße nachkaufen, bis die ursprüngliche prozentuale Gewichtung der Anlageklassen, die man sich einmal begründet ausgedacht hatte, wieder hergestellt ist“, so Larisch. 

Unter Umständen kann Rebalancing sinnvoll sein

Bedeutet konkret: Wer etwa seinen weltweit streuenden ETFs Edelmetalle als Sicherheitsbaustein zu einem bestimmten Prozentsatz beistellen wollte, könnte entweder Gold nach- oder verkaufen, bis der ursprüngliche Prozentsatz wieder hergestellt ist. Gleiches gilt für Silberinvestments. 

Merten Larisch empfiehlt Anlegerinnen und Anlegern grundsätzlich, gewisse Schwellen bei volatilen Anlegeklassen zu definieren, ab welcher ein sogenanntes Rebalancing vorgenommen werden soll - und zwar sowohl nach oben, als auch nach unten. Voraussetzung ist, dass der langfristige Gesamt-Vermögensmix passiv und prognosefrei geführt wird.

„Wer noch nicht so viel Erfahrungsjahre als Anleger kursschwankender Anlageklassen hat, für den könnten die Preisbewegungen ein Anlass sein, grundsätzlich noch einmal darüber nachzudenken, ob seine bisherige Aufteilung der Anlageklassen die richtige für seinen ruhigen Nachtschlaf ist“, sagt Verbraucherschützer Larisch. Ansonsten kann es sinnvoll sein, die eigene Anlagestrategie entsprechend nachzuschärfen. 

„Ausschüttungslose Rohstoffe und Edelmetalle sollten in einem Portfolio lediglich übersichtlichen Beimischungscharakter haben“, rät Larisch - also maximal bis zu zehn Prozent des Gesamtvermögens ausmachen. So könnten sie Schwankungen reduzieren, „weil Gold mit Aktienkursen und verzinsten Geldanlagen nur wenig korreliert“. Als Renditeverstärker taugten Edelmetalle nämlich eher bedingt.

Zukünftige Wertentwicklung unkalkulierbar

Wie sich die Kurse der Edelmetalle in Zukunft entwickeln werden? Absolut ungewiss. Unklar also auch, ob jetzt ein günstiger Einstiegszeitpunkt für all jene wäre, die in die Edelmetalle investieren wollen. „Die Frage kann nicht seriös beantwortet werden, da niemand die zukünftige Wertentwicklung von Edelmetallen kennt“, sagt Larisch. 

Darum rät er all jenen, die noch keine langfristige Vermögensstrategie aufgestellt haben, zunächst einmal ein spekulationsfreies Portfolio aufzubauen - zum Beispiel aus weltweiten Aktienindex-ETFs und fest verzinsten Sicherheitsbausteinen, womöglich geringfügig ergänzt um Gold oder andere Edelmetalle.

Goldrendite schwankt stark

Langfristig gesehen spielt der Kaufkurs Larisch zufolge ohnehin keine entscheidende Rolle beim Einstieg: „Man kann erst in 10 bis 40 Jahren wissen, ob der heutige Goldkurs eine historisch günstige Einstiegschance bedeutet hätte oder ein My zu hoch war.“ Wichtig ist eher, ob das Investment aus den richtigen taktischen Gründen auf lange Sicht ausgelegt ist. 

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Rendite etwa von Gold historisch stark variierte. 

  • Von 1786 an bis heute liegt der jahresdurchschnittliche Wertzuwachs bei Gold in US-Dollar laut Larisch bei rund 2,3 Prozent.
  • Wer erst 200 Jahre später investierte, hat bis heute eine durchschnittliche jährliche Rendite von rund 6,7 Prozent erzielt.
  • In den zehn Jahren zwischen August 2011 und August 2021 ist der Goldpreis hingegen pro Jahr im Schnitt um 0,3 Prozent gesunken.