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Sicherheit im Urlaub Das eigene Heim schützen

Türen und Fenster zu, Haupthahn schließen, Wertgegenstände sicher verwahren - was vor dem Urlaub erledigt werden sollte.

Von Simone Andrea Mayer und Christoph Jänsch 08.07.2024, 06:00
Wer sich in den Urlaub verabschiedet, sollte zuvor seine Wohnung oder sein Haus auf die Abwesenheit vorbereitet haben.
Wer sich in den Urlaub verabschiedet, sollte zuvor seine Wohnung oder sein Haus auf die Abwesenheit vorbereitet haben. Foto: DPA

Hab ich an alles gedacht? Eine Frage, die man sich vor der Abreise in den Urlaub häufig stellt. Doch meist geht es dabei ums Gepäck, nicht um die Wohnung. Dabei ist es doch besonders wichtig, das eigene Zuhause nach den Ferien wieder so vorzufinden, wie es vorher war. Mit dieser Checkliste gehen Urlauber auf Nummer sicher:Zeitungen abbestellen.Einbrecher können ganz leicht an einem überquellenden Briefkasten erkennen, dass ein Zuhause derzeit verwaist ist. Das muss aber nicht sein. Bei vielen Verlagen lässt sich die Zustellung von Zeitungen und Zeitschriften aussetzen – oder vorübergehend an den interessierten Nachbarn oder eine soziale Einrichtung umleiten. Bei der Mitteldeutschen Zeitung ist das ebenso möglich wie bei der Magdeburger Volksstimme. Das funktioniert genau für den Zeitraum des Urlaubs, sodass die Zeitung danach gleich wieder eintrifft.

Übrigens: Briefe und Postkarten kann man einlagern lassen. Bei der Deutschen Post zum Beispiel kostet das rund 14 Euro.Hauptwasserhahn zudrehen.„Sinnvoll ist es sicherlich, den Hauptwasserhahn zu schließen“, sagt Julia Alice Böhne vom Bund der Versicherten. So wird verhindert, dass das Wasser bei einem möglichen Rohrbruch unkontrolliert weiter fließen kann. Eine Pflicht dazu gibt es aber nicht. Ein Hausratversicherer darf die Leistung im Schadensfall nicht kürzen, weil diese Maßnahme versäumt wurde. Das zeigt ein Urteil des Oberlandesgerichts Celle (Aktenzeichen: 14 U 135/20).Ersatzschlüssel hinterlegen.Bei einem Rohrbruch oder einem anderen Notfall ist es wichtig, dass der Vermieter Zutritt zur Wohnung hat. Zwar kann er laut Jutta Hartmann vom Deutschen Mieterbund nicht verlangen, dass ihm ein Schlüssel ausgehändigt wird. Laut Rechtslage sollte der Mieter aber zumindest einen Schlüssel bei einem Vertrauten in der Nähe abgeben und den Vermieter darüber informieren.

Elektronik vom Netz nehmen.Elektrische Geräte sollten bei Abwesenheit vom Netz genommen werden, rät Julia Alice Böhne. Das hat verschiedene Gründe: Zum einen stellt der Bund der Versicherten derzeit vermehrt Brand- und Explosionsschäden fest, die von Powerbanks, Notebooks oder Smartphones verursacht wurden, die während eines Urlaubs an der Steckdose geblieben sind. Zum anderen können eingesteckte Geräte Schaden nehmen, wenn ein Blitz einschlägt.

Stromverbrauch im Ruhemodus

Übrigens: Viele Elektrogeräte verbrauchen Strom, obwohl sie gar nicht genutzt werden und im Ruhe- oder Stand-by-Modus sind. Oft – aber nicht immer – erkennt man das daran, dass Lämpchen weiterhin leuchten oder Displays an sind. Das geht ins Geld. Je nach Anzahl und Art der Geräte könne dieser Leerlauf in einem Drei-Personen-Haushalt bis zu 15 Prozent der Stromkosten ausmachen, erklärt die Verbraucherzentrale Bremen. Wichtig: Nicht einfach die Sicherung herausnehmen und damit das ganze Haus vom Stromnetz kappen. Sonst tauen Gefriertruhen ab und Alarmanlagen arbeiten nicht mehr.Lose Gegenstände sichern.Heftige Sommergewitter können schwere Schäden anrichten. Daher sollten Urlauber vor der Abreise ihr Haus so vorbereiten, dass Stürme, heftiger Regen und Blitzeinschläge möglichst wenig ausrichten können. Dazu gehört, alle lose Gegenstände am Haus und im Garten, die Windböen mitreißen können, sicher unterzustellen. Das schützt sie auch vor Diebstahl. „Wer ein Balkonkraftwerk besitzt, sollte auch dessen Befestigung vor der Abreise prüfen“, sagt Julia Alice Böhne. Außerdem empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Rückstauklappen auf ihre Funktion zu überprüfen. Sie halten Wasser ab, das bei Starkregen aus der Kanalisation ins Haus eindringen will.Türen und Fenster schließen.Auch wenn der Bund der Versicherten grundsätzlich dazu rät, nur solche Verträge zur Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung abzuschließen, die auch bei grober Fahrlässigkeit des Versicherten leisten, gilt: Türen und Fenster sollten beim Verlassen der Wohnung fest verschlossen sein, um etwa einen Einbruch zumindest zu erschweren. Ist kein Verzicht auf Leistungskürzung bei grober Fahrlässigkeit vereinbart, wird ein gekipptes Fenster unter Umständen zum Problem.Wertvolles sicher verwahren.Wer wertvolle Gegenstände wie Schmuck oder Bargeld zu Hause lagert, schließt diese besser im Safe ein. Wer keinen besitzt, hat zum Beispiel die Möglichkeit, für die Zeit des Urlaubs ein Schließfach mieten.

Anwesenheit vortäuschen

Zeitschaltuhren installieren.Wer längere Zeit nicht zu Hause ist, aber den Eindruck erwecken will, er wäre es doch, kann das Problem womöglich mit Zeitschaltuhren lösen. Sie schalten Leuchten im Haus und am Gebäude zu bestimmten Zeiten ein und aus. Die Geräte gibt es schon für weniger als zehn Euro.

Rollläden nachrüsten

Programmierbare elektrische Rollläden sind eine Nachrüstoption, wenn jemand längere Vorlaufzeit hat. Sonst am besten die Nachbarn bitten, regelmäßig die Rollläden hoch- und herunterzulassen. „Ist das nicht möglich, sollten sie nicht ständig geschlossen sein. Im Zweifelsfall bleiben die Rollläden lieber offen“, sagt Polizeidirektor Joachim Schneider, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes.Alarmanlage anschalten.Wer eine Alarmanlage installiert hat, sollte beim Verlassen der Wohnung daran denken, diese zur Sicherheit zu aktivieren. Dringt ein Einbrecher ein, kann eine lautstarke Signalanlage ihn in die Flucht schlagen sowie Nachbarn und Polizei alarmieren.Pflanzen versorgen.Es gibt eine günstige Lösung, um Balkonpflanzen gut über die Urlaubszeit zu bringen. Pelargonium for Europe, eine Initiative mehrerer Geranienzüchter, rät zum Vergraben von PET-Flaschen im Topf. Je nach Größe der Pflanzen werden diese darüber bis zu eine Woche lang mit Wasser versorgt. So funktioniert es: Ein paar Löcher in den unteren Teil der leeren Flasche stechen. Diese Seite kommt in die Topferde. Die Öffnung der Flasche bleibt an der Oberfläche, damit man immer wieder Wasser nachfüllen kann. Das Substrat saugt sich dann kontinuierlich etwas Nachschub aus der Flasche, sobald es trockener wird. Der dabei entstehende Unterdruck verhindert, dass alle Flüssigkeit auf einmal herausfließt. Tipp: Mehrwegflaschen nutzen. Diese fallen weniger leicht um als dünnere Einwegflaschen. Alternativ gibt es diverse Selbstversorgungssysteme für Zimmer- und Balkonpflanzen zu kaufen.

Ratsam bei langen Reisen

Versicherer informieren.„Wer längere Zeit verreist und die Wohnung oder das Haus unbeaufsichtigt lässt, muss das seinem Hausrat- beziehungsweise Wohngebäudeversicherer mitteilen“, sagt Böhne. Wer das nicht tut, läuft Gefahr, dass der Versicherer im Schadensfall die Leistung kürzt. In den Versicherungsunterlagen steht, ab welcher Abwesenheitslänge diese Information erfolgen muss. Häufig sind es zwischen 60 und 90 Tage.