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Mit Köpfchen radeln So kaufen Sie den richtigen Fahrradhelm

Wie sitzt ein Fahrradhelm richtig und worauf sollte man beim Kauf achten? Der Tüv-Verband gibt Tipps zu Modellen, Passform und Pflege.

Von dpa 16.02.2026, 08:39
Sitzt, passt, schützt: Der richtige Fahrradhelm macht den Unterschied.
Sitzt, passt, schützt: Der richtige Fahrradhelm macht den Unterschied. Christin Klose/dpa-tmn

Berlin - Er ist zwar nicht vorgeschrieben, aber ein Fahrradhelm kann bei Unfällen vor Verletzungen schützen oder diese abmildern. Worauf ist beim Kauf zu achten? Der Tüv-Verband hat ein paar Tipps zusammengefasst.

Nicht zu groß und nicht zu klein - er muss richtig passen

Optimal wirken kann ein Helm freilich nur, wenn er auch richtig passt. Da heißt es ausprobieren. Beim Onlinekauf hilft es, vorher Maß zu nehmen und die Größe dann entsprechend zu bestellen, so der Tüv-Verband. Aber auch hier: das Wunschmodell anprobieren und zurücksenden, wenn der Helm nicht passt. Wer im Winter fährt, sollte den Helm außerdem mit einer dünnen Mütze anprobieren.

Aber auch bei der Vorauswahl im Geschäft ist es sinnvoll, die eigene Grundgröße zu kennen. Oft wird diese ausgehend vom Kopfumfang in Größeneinheiten wie S (52 bis 56 Zentimeter), M (56 bis 58) oder L (58 bis 62) verkauft. Individuell einstellbare Drehrädchen und weiche Polster sorgen für einen perfekten Sitz.

So wird der Kopfumfang gemessen: Man misst einem Maßband über Stirn und Hinterkopf - etwa einen Zentimeter über den Ohren. Der Helm muss stets waagerecht auf dem Kopf sitzen. Die seitlichen Riemen sollten dabei ein Dreieck unter dem Ohr bilden, raten die Prüfexperten.

Und der Kinnriemen sollte zwar eng anliegen, aber nicht einschneiden. Dabei möglichst auch Helme verschiedener Hersteller ausprobieren - diese können trotz identischer Größenangaben durchaus unterschiedlich auf dem eigenen Kopf sitzen.

Als Nachweis für einen verlässlichen Helm nennt der Verband neben der verpflichtenden CE-Kennzeichnung vor allem weitere Prüfzeichen, etwa das GS-Zeichen sowie das Tüv-Prüfzeichen, die erweiterte Sturztests abdecken.
Details für mehr Sichtbarkeit auf der Straße können reflektierende Streifen oder eingebaute Rücklichter sein.

Welcher Helm wofür oder für wen?

Wer vorwiegend in der Stadt unterwegs ist oder auf entspannte Touren geht, kann zu City- und Trekkinghelmen greifen. Deren Gestaltung ist meist schlicht. Preislich sind gute Modelle ab etwa 40 Euro zu haben.

Wer viel abseits befestigter Wege unterwegs ist und dort gern auch sportlich fährt, greift besser zu einem speziellen Helm für Mountainbike-Fahrer. Diese verfügen über eine tiefere Nackenpartie, ein integriertes Visier und eine starke Belüftung. Sie starten den angaben zufolge bei etwa 60 Euro. Für den BMX-Sport gibt es Helme mit robusten Hartschalen.

Bei typischen Rennradhelmen geht es oft um ein möglichst geringes Gewicht sowie eine gute Aerodynamik. Sie liegen oft preislich zwischen 70 und 250 Euro. Es gibt auch sogenannte Hybrid-Helme. Diese kombinieren hohe Stabilität und geringes Gewicht.

Für Kinder und Jugendliche sind Helme mit zusätzlichen Einstellmöglichkeiten für den Kopfumfang die richtige Wahl - oft zu Preisen ab 20 Euro, so der Verband.

Preiswerter muss nicht immer schlechter heißen

Generell können auch günstigere Helme etwa bei Discountern oder anderen Anbietern im Angebot sein. Dabei ist ein günstigerer Preis dem Tüv-Verband zufolge nicht immer ein Zeichen von Minderwertigkeit.

Er rät aber speziell bei günstigen Angeboten, noch aufmerksamer auf die Verarbeitung zu achten, zum Beispiel:

  • Lösen sich die Innenpolster?
  • Dreht sich das Verstellrädchen zuverlässig
  • Ist der Verschluss unter dem Kinn stabil?

Auch bei günstigen Modellen auf die Einhaltung und Angabe der geltenden Normen achten, bzw. auf Prüfsiegel schauen. Insgesamt auch immer empfehlenswert: Testberichte über Helme zurate ziehen.

Ist der Helm noch okay?

Am besten behandelt man den Helm wie ein Profi: Die kontrollieren ihre Ausrüstung auch vor jedem Gebrauch. Daher vor dem Losfahren immer checken: „Sitzt der Helm fest? Gibt es sichtbare Risse?“. Wer stürzt, sollte den Helm ersetzen - auch wenn von außen keine Auffälligkeiten ersichtlich sind. Denn die innere Struktur des Kopfschutzes könnte Schaden genommen haben. 

Aber auch ohne einen Sturz sollte der Helm regelmäßig erneuert werden. Wie oft genau hängt auch von den individuellen Nutzungs- und Lagerungsbedingungen ab. Anzeichen für einen fälligen Austausch sind etwa ein ausgeleiertes Innenfutter, brüchige Riemen oder eine spröde Schale.

Schonend auf das Material wirkt es sich den Angaben zufolge aus, wenn der Helm beim Nichtgebrauch keiner intensiven UV-Strahlung ausgesetzt wird. Außerdem ratsam: das Innenpolster regelmäßig zu reinigen. Als Faustregel rät der Verband, den Helm nach spätestens fünf Jahren oder entsprechend der Herstellerangabe zu ersetzen.