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Test Kias Sorento lässt sich als Hybrid sparsam fahren

Das 4,82 Meter lange SUV bietet sehr viel Platz. Der Kofferraum fasst 700 Liter. Auf Wunsch sind sieben Sitze möglich. Die Hybrid-Version kostet ab 54.690 Euro.

Von Hans-Ulrich Köhler 07.02.2026, 12:37
Der Kia Sorento als Hybrid
Der Kia Sorento als Hybrid Foto: Köhler

Halle / Saale - Wenn man vor dem Kia Sorento steht, baut sich das SUV mächtig vor einen auf. Der Zweitonner streckt sich auf 4,81 Meter, reckt sich 1,70 Meter hoch und ist 1,90 Meter breit. Markant, sehr groß sind die Lichtspender hinten wie vorn. Die Front mit den unverwechselbaren Scheinwerferdesign hebt sich ab aus der SUV-Menge. Alles ist wuchtig und kantig und dennoch elegant, ein gelungenes Design für so ein großes Auto.

Vorn sitzen auch sehr große Menschen komfortabel, hinten kann niemand über Platzmangel klagen. Es kann eine dritte Sitzreihe (Aufpreis) aus der Versenkung gezogen werden. Bis zu sieben Personen haben dann Platz, ganz hinten natürlich nicht so üppig. Bleibt die dritte Reihe unten, hat der Kofferraum 700 Liter Fassungsvermögen, legt man alle Rücklehnen flach, kommen gar 1.875 Liter raus. Kia geht beim Sorento in die Vollen. Praktisch alle in der Klasse denkbaren Assistenten werden angeboten. Dabei sind u.a. ein Radarsensor für die automatische Distanzregelung sowie für die Kollisionswarnung (neu: Querverkehrerkennung) und ein Notbremsassistent. Der soll Kollisionen im Stadttempo-Bereich weitgehend vermeiden können.

Das Infotainmentsystem bietet den derzeitigen Technikstand dieser Preiskategorie. Eine ganze Heerschar von Assistenten hilft dem Fahrer bei der Konfliktvermeidung. Serie sind ein Spurhalteassistent (sehr sensibel!), ein automatisches Spurwechselsystem, das überdies den Ausparkassistenten umfasst. Außerdem gibt es eine sehr hilfreiche Totwinkel-Funktion. Beim Setzen des Blinkers erscheint im Kombiinstrument automatisch ein aus den Außenspiegeln aufgenommenes Kamerabild, das mehr erfassen kann als über Schulterblick und Seitenspiegel möglich wäre.

Apropos Spiegel. Beim Blick in den Rückspiegel schaut man nicht auf Spiegelglas, sondern auf einen Bildschirmbild, das eine Kamera am Hecke sendet. Man bekommt ein sehr breites Panoramabild, es fehlt aber beim Rangieren jeglicher Bezug zum Fahrzeug, etwa zu Heckscheibe oder Dachholmen. Steht ein Fahrzeug hinter einem, kann man im „Spiegel“ nicht einschätzen, wie dicht es wirklich aufgefahren ist - was für eine unnötige Erfindung in einem so durchdachten SUV.

Der Kofferraum des Kia Sorento fasst bis zu 700 Liter.
Der Kofferraum des Kia Sorento fasst bis zu 700 Liter.
Foto: Köhler

Der Sorento gibt den Fürsorglichen. Sensoren an allen möglichen Stellen weisen auf Gefahren hin. Es piept ständig irgendwo, oft nur, weil es neuerdings vorgeschrieben ist. Es gibt Piep-Warnungen bei Überschreitung des Tempolimits, fährt man auch nur zwei km/h zu schnell. Wer die Piep-Abschaltvorrichtung findet, schafft sich Erleichterung. Sobald man den Wagen verlässt und wieder startet, nerven die Töne allerdings wieder. EU-Regeln wollen es so, der Fahrer gewiss nicht. Warum die elektrische Heckklappe so schnell schließen muss, weiß nur Kia. Kaum hat man einen Koffer raus und zur Seite getragen, schließt die Klappe blitzschnell. Vieles nacheinander ausladen, ist ein Wettlauf mit der Klappe.

Der Wagen ist straff gefedert, aber so auch sehr agil unterwegs. In schnellen Wechselkurven bleibt er immer bestens beherrschbar. Der Geradeauslauf ist gut, von ausgeprägten Spurrinnen lässt sich der Koreaner nicht erschüttern. Wen es mal juckt, die glatte Piste zu verlassen, wird einen Sorento erleben, der sich mit Allradantrieb auf ruppigen Wegen, steilen Auf- und Abfahrten, Schlamm und Geröll nicht so schnell aus der Ruhe bringen lässt. Der Allradantrieb macht vieles möglich, was die meisten Fahrer wohl nicht alle Tage tun.

Der gefahrene Kia Sorento war ein klassischer Hybrid. Unter seinem Blech steckt ein 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner, gekoppelt mit einem Elektromotor. Zusammen schaffen beide 239 PS. Die Konstruktion hilft, sparsam zu fahren. Wir haben mit dem Testwagen hunderte Kilometer zurückgelegt, Stadt, Landstraße, Autobahn, mal zügig, mal verhalten. Ermittelt haben wird am Ende 6,6 l/100 km, was für Gewicht und Größe des Autos ein extrem guter Wert ist und dem Normverbrauch sehr nahe kommt. Vergleichbare SUV mit Dieselmotor müssen sich da in Sachen Verbrauch strecken.

Rangieren, langsames Fahren und Ausrollen gehen immer elektrisch vonstatten. Wird sanft beschleunigt, meldet sich der Vierzylinder nach der elektrischen Phase fast unmerklich wieder, umgekehrt merkt man kaum Übergänge von einem zum anderen Antrieb. Doch nicht nur der niedrige Verbrauch schmückt den Sorento, auch der Gesamtkomfort. Es gibt geringe Fahr- und Windgeräuschen, eine angenehme Federung, ein großzügiges Raumgefühl. Das gut abgestimmte Zusammenspiel von Benzin- und Elektromotor macht den Sorento zu einem souveränen SUV, das einiges wegschleppt. Für einen Preis von 54.690 Euro bekommt man sehr viel Auto.

Technische Daten Kia Sorento1.6 T-GDI Hybrid:

Antrieb: 1,6 Liter-Vierzylinder-Benzinmotor plus Elektromotor

Leistung: 239 PS

Verbrauch im Test: 6,6 l/100 km

Höchsttempo: 183 km/h

Schaltung: Automatik

Länge: 4,82 m

Anhängerlast: 2,5 t

Kofferraum: 700 l

Preis: ab 54.690 Euro